ProTier - Stiftung für Tierschutz und Ethik

Ständerat gibt Wolf zum Abschuss frei

    Zürich (ots) - "Als Schande für die gesamte Schweiz und Skandal", bezeichnet die Schweizerische Gesellschaft für Tierschutz/ProTier (SGT/ProTier) die Motion des Ständerats, den Wolf aus der Liste der geschützten Tierarten zu streichen. Am Donnerstag hatte der Ständerat mit 18 zu 9 Stimmen die Motion an den Bundesrat überwiesen. Nach dem Willen des Ständerates sollen Wölfe konsequent bejagt und abgeschossen werden.

    "Mit dieser Entscheidung hat sich Ignoranz gegenüber internationalen Abkommen, die auch von der Schweiz unterzeichnet wurden, im Ständerat durchgesetzt", sagt Rita Dubois, Geschäftsführerin der SGT/ProTier. Nach Meinung der SGT/ProTier hat die Schweiz eine hohe Verantwortung im europäischen Kontext für die Rückkehr des Wolfes im gesamten Alpenraum. „Doch für den Ständerat spielt der Erhalt natürlicher Artenvielfalt keine Rolle", bedauert Rita Dubois.

    Selbst das vom Ständerat ins Feld geführte Argument, der Wolf schädige den Tourismus geht völlig an den Tatsachen vorbei. So verzeichnen Gebiete in Italien, in denen der Wolf seit langem wieder heimisch ist, einen Tourismusanstieg. Meist kommen naturbegeisterte Menschen, die einen natürlichen Wildtierbestand gegenüber pittoresken aber ebenso unnatürlichen wie belanglosen Schafherden vorziehen.

      "Bleibt nur zu hoffen, der Bundesrat glaubt nicht ans Märchen vom
bösen Wolf und lehnt den Versuch sinnloser Wildtiertötung des
Ständerates ab. Die Schweiz muss sich gegenüber internationalen
Artenschutzbestimmungen als vertragstreuer und verlässlicher Partner
erweisen", fordert Rita Dubois.

ots Originaltext: ProTier
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