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SFA - Alkoholprobleme im Alter: zu oft verheimlicht und vergessen

Lausanne (ots) - Rund 73'000 Menschen im Alter von 65 Jahren und mehr trinken chronisch mit mittlerem und hohem Risiko Alkohol und setzen damit ihre Gesundheit aufs Spiel. Weil die Abhängigkeit oft unerkannt bleibt oder von Angehörigen und Pflegepersonal hingenommen wird, finden nur wenige Betroffene den Weg in eine Beratungs- oder Therapiestelle. Der 9. Solidaritätstag für Menschen mit Alkoholproblemen vom 17. November sensibilisiert für dieses wichtige Thema, das mit fortschreitender Überalterung der Gesellschaft an Dringlichkeit gewinnt. Alkoholprobleme alter Menschen bleiben oft lange unentdeckt. Meist sind die Betroffenen aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden und haben nicht mehr so viele soziale Kontakte wie früher. Viele ältere Menschen tun sich zudem sehr schwer damit, über ihre Abhängigkeit zu reden oder gar fachliche Unterstützung zu beanspruchen. In der Schweiz trinken 6,4 Prozent der Gesamtbevölkerung über 65, das heisst rund 73'000 Menschen, mit mittlerem bis hohem Risiko Alkohol. Mittleres Risiko bedeutet, dass jemand im Schnitt zwei (Frauen) respektive vier Standarddrinks (Männer) pro Tag trinkt. Die Grenze zum hohen Risiko liegt bei vier (Frauen) respektive sechs Standarddrinks (Männer). Grosse Mengen Alkohol beeinträchtigen die Gesundheit alter Menschen überdurchschnittlich stark: Weil sie einen geringeren Anteil an Körperwasser aufweisen, führt die gleiche Menge Alkohol zu einer deutlich höheren Blutalkoholkonzentration als beim jüngeren Menschen. Entsprechend erhöht ist das Risiko für schädliche Alkoholeffekte wie Organschäden, Unfälle, Stürze, Schlafstörungen und psychische Erkrankungen. Schweizerischer Solidaritätstag am 17. November Die weit verbreitete Ansicht, dass sich eine Behandlung im Alter nicht mehr lohnt, ist ein Irrtum: Einerseits sind die Therapiechancen bei älteren Menschen gut, so sind z.B. weniger Therapieabbrüche zu verzeichnen als bei jungen Patienten. Andererseits haben über 65-Jährige statistisch gesehen noch einen Viertel ihres Lebens vor sich. Ob jemand in dieser langen Zeitspanne alkoholabhängig ist oder nicht, beeinflusst seine Lebensqualität und die seines sozialen Umfelds entscheidend. Der 9. Schweizerische Solidaritätstag für Menschen mit Alkoholproblemen am 17. November dient dazu, die breite Öffentlichkeit für das Thema "Alkoholprobleme im Alter" zu sensibilisieren, so dass es Betroffenen und ihren Angehörigen leichter fällt, fachliche Unterstützung zu suchen und zu finden. Zahlreiche Institutionen im Bereich Prävention, Beratung und Therapie nutzen die Gelegenheit, auf ihre Angebote aufmerksam zu machen und Verbesserungen anzupeilen. Die Stiftung Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) publiziert gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen die Broschüre "Alkoholkonsum im Alter", die konkrete Tipps enthält, wie ältere Menschen unterstützt werden können. Der Solidaritätstag wird gemeinsam organisiert von der SFA, GREAT (Groupement romand d'études sur l'alcoolisme et les toxicomanies), dem Fachverband Sucht, dem Blauen Kreuz und Ingrado (centro di cura dell'alcolismo). Das detaillierte Programm sowie eine Liste mit den Aktivitäten in den einzelnen Regionen finden Sie im Internet unter: www.solidaritaetstag.ch. Das Mediendossier und ein Foto zum Herunterladen sind unter http://www.sfa-ispa.ch/index.php?IDtheme=64&IDarticle=1199&IDcat24vis ible=1&langue=D verfügbar. ots Originaltext: SFA/ISPA Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Janine Messerli Tel. +41/(0)21/321'29'74 E-Mail: jmesserli@sfa-ispa.ch

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