World Vision Schweiz

Studie "Unterernährung bei Kindern": Nahrungsmittelkrise - World Vision befürchtet erhöhte Kindersterblichkeit

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    Dübendorf (ots) - Die aktuelle Nahrungsmittelkrise hat fatale
Folgen. Nebst den bereits breit diskutierten Problemstellungen - wie
die Konsequenzen der Herstellung von Biotreibstoff oder des neuen
Verhaltens der Spekulanten an der Börse - sind vor allem auch Kinder
in den Entwicklungsländern von der gegenwärtigen Krise betroffen.
Eine aktuelle Studie zeigt: Wenn Kinder bis zu ihrem zweiten
Lebensjahr nicht ausreichend mit gesunder und vitaminreicher Nahrung
versorgt werden, sind gravierende gesundheitliche Langzeitschäden die
Folge.

    Das Hilfswerk World Vision befürchtet vor dem Hintergrund der aktuellen Nahrungsmittelkrise eine dramatische Zunahme der Kindersterblichkeit. Schon heute ist nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund ein Viertel aller Kinder unter fünf Jahren unterernährt. Etwa drei Millionen Kinder verhungern pro Jahr. Das Millenniumsziel der Vereinten Nationen (UN), die Kindersterblichkeit von 1990 bis 2015 um zwei Drittel zu senken, dürfte damit in weite Ferne rücken. "Um die aktuelle Nahrungsmittelkrise zu lösen, ist ein gesamtgesellschaftliches Engagement nötig", so David Schwitter, Nahrungsmittelexperte bei World Vision Schweiz. "Sonst laufen alle bisherigen Anstrengungen auf diesem Gebiet weitgehend ins Leere."

    Studie von World Vision Haiti

    Eine aktuelle Studie, die in Kooperation mit World Vision Haiti durchgeführt wurde, zeigt, dass eine gesunde und vitaminreiche Ernährung von Kindern bis zum zweiten Lebensjahr von grösster Wichtigkeit ist, um gesundheitliche Langzeitschäden zu vermeiden. Die Untersuchung verglich die Auswirkung von zwei verschiedenen Konzepten, die in World-Vision-Programmen auf Haiti angewendet wurden. Die Forscher stellten fest, dass die Indikatoren von Unterernährung in Präventivprogrammen 4 bis 6 Prozente tiefer lagen, als in Projekten, in welchen erst die Folgeschäden von Unterernährung behandelt wurden. "Wenn man erst mit Ernährungsprogrammen beginnt, wenn Kinder bereits Symptome von Unterernährung aufweisen, ist dies zu spät. Die Studie hat klar aufgezeigt, dass Kinder viel mehr profitieren, wenn man es gar nicht erst soweit kommen lässt. Auch wenn die genannten Zahlen nicht sehr dramatisch klingen, sind doch signifikante Unterschiede zwischen den beiden Ansätzen festzustellen", erklärt Marie Ruel, Hauptautorin der Studie und Direktorin des Food Consumption and Nutrition Division vom International Food Policy Research Institute (IFPRI). "Darum legen wir in unseren Projekten besonderes Augenmerk auf die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern und auf eine ausreichende Versorgung von schwangeren und stillenden Müttern", ergänzt David Schwitter.

    Regionale Entwicklungsprojekte

    World Vision setzt in seinen ländlichen Entwicklungsprogrammen auf nachhaltige Landwirtschaft, unterstützt Bauern mit Schulungen, effizienten Anbaumethoden und Kleinkrediten. "World Vision setzt sich ebenfalls dafür ein, dass die ländliche Bevölkerung mit verbessertem lokal angepasstem Saatgut und Werkzeugen versorgt wird", erklärt David Schwitter. "Das Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Die Menschen lernen, wie sie besser produzieren und sich gegen zukünftige Krisen wappnen können."

    Informationen zur Studie

    Die Studie wurde vom International Food Policy Research Institute (IFPRI) und der Cornell University in Zusammenarbeit mit World Vision Haiti und der Academy for Educational Development durchgeführt.

Interviewmöglichkeiten: David Schwitter Nahrungsmittelexperte von World Vision Schweiz steht gerne für Interviews zur Verfügung. Kontakt über: Tanja Blickenstorfer-Cimirro

ots Originaltext: World Vision Schweiz
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