Fürstentum Liechtenstein

ikr: Projekt Alpstar: Mit dem Rad, Bus oder Zug zur Arbeit

Vaduz (ots/ikr) - Die Wahl des Verkehrsmittels hängt nicht nur von der Verfügbarkeit ab. Wertvorstellungen, Gewohnheiten oder Kosten spielen genauso eine Rolle. Vorarlberg, Liechtenstein und St. Gallen gehen im Rahmen des Projektes Alpstar gemeinsam der Frage nach, was es braucht, um Pendlerinnen und Pendler zum Umsteigen auf nachhaltige Verkehrsmittel zu bewegen.

Radeln ist gesund, im Stau stehen stresst - wenn es so einfach wäre, würden alle Menschen nachhaltige Verkehrsmittel nutzen. Dem ist aber nicht so. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendelt, der weiss, was es bedeutet, mit dem Bus im Stau zu stecken, während der Anschlusszug abfährt. Wer über die Grenze pendelt, hat noch dazu oft keine oder schlechte Anschlüsse. Radfahren bei Sonnenschein macht Spass. Ohne Duschgelegenheit im Betrieb wird dieser jedoch rasch getrübt.

Nebst der Verfügbarkeit und der Bequemlichkeit spielen weitere Faktoren eine Rolle für die Wahl des Verkehrsmittels, wie Status, Gewohnheit, Kosten oder Gesundheitsbewusstsein. Welche davon entscheidend sind, wird im Rahmen des Projektes Alpstar in der Pilotregion Alpenrheintal erprobt.

Massgeschneidert mit Hilti-Mitarbeitenden

Pendlerinnen und Pendler zum Umsteigen auf nachhaltige Verkehrsmittel zu bewegen, ist kein neues Ansinnen. Neu an den Aktivitäten der Alpstar-Rheintalpartner sind die methodische Herangehensweise und der grenzüberschreitende Ansatz. Mit Liechtenstein, St.Gallen und Vorarlberg sind drei Länder in die Alpstar-Pilotregion Alpenrheintal eingebunden. Das Zentrum bildet Schaan mit der Hilti AG, dem grössten Arbeitgeber in Liechtenstein. Gemeinsam mit den Auspendler-Gemeinden Buchs und Feldkirch setzen die Partner eine massgeschneiderte Mobilitätskampagne auf. Diese wird mit Mitarbeitenden von Hilti ausgetüftelt. Denn wer weiss besser, was er braucht, als die Betroffenen selber?

Die Pendlerinnen und Pendler werden über verschiedene Ebenen angesprochen: die persönliche Ebene, die soziale Ebene und Infrastruktur und Rahmenbedingungen. Koordiniert werden die Aktivitäten von der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA in Schaan und dem Energieinstitut in Dornbirn. Involviert sind auch die Verkehrsbetriebe der Region.

In allen drei Ländern gut eingebettet

Sowohl in St. Gallen wie auch in Liechtenstein und in Vorarlberg ist das Projekt Alpstar integriert in nationale bzw. regionale Strategien. Die Agglomerationsprogramme Rheintal und Werdenberg-Liechtenstein legen einen Schwerpunkt auf das betriebliche Mobilitätsmanagement. «Das Projekt Alpstar ist ein Paradebeispiel dafür, wie unsere Agglomerationsprogramme in den Regionen umgesetzt werden können», betont Regierungsrat Willi Haag, Vorsteher des Baudepartementes. Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt sich beim Blick auf die Statistik: Pendlerinnen und Pendleraus der Region Werdenberg benützen heute für ihren Arbeitsweg nach Liechtenstein zu mehr als 80 Prozent das Privatfahrzeug. Nebst konkreten Verbesserungen des Angebots braucht es mehr Information. Genau da setzt das Projekt Alpstar an.

In Vorarlberg liegt das Projekt Alpstar auf einer Linie mit dem zentralen energiepolitischen Programm Energieautonomie Vorarlberg: Das Land möchte im Rahmen der Energieautonomie bis 2050 energieautonom werden. Ein Zwischenziel bis 2020 ist die Reduktion des CO2-Ausstoßes im Bereich Mobilität um 20 Prozent. Der Verkehr bietet für die Erreichung der Energieautonomieziels großes Potenzial, beträgt sein Anteil am Ausstoß von Treibhausgasen in den Alpenländern doch mehr als 25 Prozent. «Wir haben uns in diesem Bereich mit einer Energieeinsparung von 20 Prozent eine ehrgeizige Vorgabe gesetzt», betont Landesrat Erich Schwärzler. «Es geht dabei nicht um ein Belastungspaket, sondern um ein Programm, um für alle Menschen leistbare und gleichzeitig nachhaltige Mobilität zu sichern.»

Liechtenstein möchte mittels der Aktivitäten in der Pilotregion die Bewusstseinsbildung für ein umweltverträglicheres und effizienteres Mobilitätsverhalten in der Gesellschaft fördern. Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Lebensqualität sowie die Standortattraktivität des Landes, das zu Stosszeiten regelmässig unter verstopften Strassen zu leiden hat, aber auch Vorreiter in Sachen Betriebliches Mobilitätsmanagement ist. «Alpstar und insbesondere die Stossrichtung in der Pilotregion Alpenrheintal unterstützen unsere Anstrengungen im Bereich der Mobilität auf wirkungsvolle und sympathische Weise, weil es auf Freiwilligkeit und grenzüberschreitende Zusammenarbeit setzt», erklärt Regierungsrätin Renate Müssner.

Die breit abgestützten Aktivitäten in der Alpstar-Pilotregion Alpenrheintal ermöglichen eine fachübergreifende Herangehensweise. Die Erfahrungen sollen nach Projektabschluss ausgewertet und weitergetragen werden; zum einen innerhalb der Pilotregion selber, sodass weitere Betriebe und Gemeinden davon profitieren können, zum anderen in die übrigen Alpstar-Pilotregionen und in weitere Alpenregionen, die Mobilitätsmassnahmen durchführen möchten.

Kontakt:

Amt für Wald, Natur und Landschaft
Roland Jehle
T +423 236 64 01



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