Fürstentum Liechtenstein

pafl: Sicherheitsdefizite bei Hausschlachtungen

      (ots) - Vaduz, 23. April (pafl) - Kommerzielle Schlachtungen und
Hausschlachtungen sind nicht das gleiche. Bei Hausschlachtungen
werden selbstgezogene Tiere auf den Bauernhof ohne Schlachttier- und
Fleischuntersuchung geschlachtet. "Da auch heute noch, wenngleich nur
sehr vereinzelt, Schlachtungen auf dem Bauernhof durchgeführt werden,
gibt es natürlich entsprechende Hygiene-relevanten Unterschiede
zwischen einer so genannten Hausschlachtung und einer gewerblichen
Schlachtung. Das nicht kontrollierte Fleisch aus Hausschlachtungen
darf nicht an Dritte abgegeben werden",  so Wolfgang Burtscher vom
Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen.

    Schutz der Konsumenten

    Mit der Einführung des neuen Lebensmittelgesetzes im Jahre 1995 wurde das Schlachtwesen grundsätzlich neu geregelt. Kommerzielle Schlachtungen sind seither von wenigen Ausnahmen abgesehen nur noch in bewilligten und hygienisch einwandfreien Schlachtanlagen zulässig. Die Fleischuntersuchung im Anschluss an die Schlachtung dient zur Feststellung der Genusstauglichkeit des Fleisches und ist gleichermassen zum Schutz des Konsumenten verpflichtend vorgeschrieben.

    Ausnahme: Schlachten für Eigenbrauch

    Das Lebensmittelgesetz findet jedoch auf Lebensmittel, die für den Eigengebrauch bestimmt sind, grundsätzlich keine Anwendung. Demzufolge ist das Schlachten von Tieren im Betrieb des Tierhalters beziehungsweise der Tierhalterin erlaubt, sofern die einschlägigen tierschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten werden, und das Fleisch ausschliesslich für den Tierhalter selbst bzw. die in seinem Haus lebenden Familienangehörigen bestimmt ist. Wolfgang Burtscher vom Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen: "Eine solche Schlachtung, die unter den Hygieneverhältnissen eines Landwirtschaftsbetriebes und unter Verzicht einer ordnungsgemässen Fleischuntersuchung vorgenommen wird, bezeichnet man umgangssprachlich als "Hausschlachtung."

    Fleisch aus Hausschlachtungen darf nicht an Dritte abgegeben werden

    Bei einer Hausschlachtung kommen die lebensmittelrechtlichen Vorschriften nicht zur Anwendung.  "Die Unbedenklichkeit des Fleisches kann daher weder überprüft noch garantiert werden. Das Fleisch ist deshalb nicht verkehrsfähig und darf auch unentgeltlich keinesfalls an Dritte abgegeben werden", so Wolfgang Burtscher.

Pressekontakt:
Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen
Dr. Wolfgang Burtscher
Tel. +423 236 73 21



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