HEKS - Hilfswerke der Evang. Kirche

Hochqualifiziert, aber kaum beachtet
Bundesrat soll Rekrutierung von Migrantinnen und Migranten aus Drittstaaten erleichtern

Zürich (ots) - Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) hat heute an einer Medienkonferenz die in seinem Auftrag vom Basler Institut «B,S,S.» erstellte Studie «Hindernisse und Hilfestellungen bei der Nutzung des inländischen Arbeitskräftepotenzials» vorgestellt. Die Studie zeigt: In der Schweiz lebende, hochqualifizierte Migrantinnen und Migranten aus Drittstaaten stellen ein grosses, bisher kaum beachtetes Potenzial an Fachkräften dar. HEKS fordert, dass diese Ressourcen besser genutzt werden. Unterstützt wird dieses Anliegen von der basel-städtischen Ständerätin Anita Fetz. Sie wird in der Sommersession 2015 ein Postulat einreichen, welches Unternehmen die Rekrutierung und Integration solcher gut ausgebildeter Personen erleichtern soll.

Schweizer Unternehmen haben immer mehr Mühe bei der Suche nach geeigneten Fachkräften. Gleichzeitig leben in der Schweiz rund 50 000 hochqualifizierte Migrantinnen und Migranten aus Drittstaaten. Während im aktuellen Diskurs vor allem Frauen und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer thematisiert werden, sind Hochqualifizierte aus Drittstaaten gar nicht im Fokus. «Das ist ein Versäumnis, denn gerade diese Personen stellen eine grosse, ungenutzte Ressource gegen den drohenden Fachkräftemangel dar. Solche hochqualifizierten Migrantinnen und Migranten sind heute oft entweder arbeitslos oder sie gehen einer beruflichen Tätigkeit nach, für die sie klar überqualifiziert sind», stellt HEKS-Direktor Ueli Locher fest.

Hilfestellungen statt Hindernisse

Die qualitative Studie, die HEKS beim Basler Institut «B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung AG» in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass Unternehmen ein grundsätzliches Interesse an Hochqualifizierten aus Drittstaaten bekunden, aber verschiedene Hindernisse sehen, um Personen aus dieser Gruppe einzustellen. Eines davon ist die Unsicherheit bei der Interpretation ausländischer Diplome.

«Unternehmen müssen leichter einen Eindruck über die tatsächlichen Qualifikationen und Fähigkeiten ausländischer Stellensuchender gewinnen können», betonte Ständerätin Anita Fetz an der Medienorientierung in Bern. In Deutschland gibt es zwei nationale Datenbanken, mit denen ausländische Studienabschlüsse und Berufsqualifikationen mit einheimischen Abschlüssen verglichen werden können. Mit einem Postulat wird der Bundesrat nun aufgefordert, den Aufbau einer solchen Datenbank zu prüfen - als Hilfestellung für Unternehmen, als Massnahme gegen den Fachkräftemangel und als Beitrag zur Chancengleichheit in der Arbeitswelt.

Beratungstelefon für Firmen

Die Studie wurde im Rahmen der alljährlichen HEKS-Kampagne «Chancengleichheit zahlt sich aus» durchgeführt. Die gesamte Studie sowie weitere Informationen zur Kampagne finden Sie auf www.gleiche-chancen.ch. Auf dieser Website aufgeführt sind auch verschiedenen Tipps und weiterführende Informations- und Beratungsangebote sowie eine Hotline für interessierte Firmen.

Die vollständige Mediendokumentation steht als ZIP-Datei zum Download zur Verfügung unter: http://www.gleiche-chancen.ch/medien

Links zu nationalen Datenbanken in Deutschland (vgl. Postulat Fetz): 
www.anabin.kmk.org 
www.bq-portal.de 

Weitere Informationen:

Dieter Wüthrich, Abteilungsleiter Medien und Information, 044 360 88
66 oder 076 398 97 11, dieter.wuethrich@heks.ch



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