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Rezepte für das Schweizer Gesundheitswesen: Das Forum Gesundheit Schweiz weist den Weg für 2013

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Bern (ots) - Im Schweizer Gesundheitswesen gehen Reformbemühungen derzeit in die falsche Richtung. Die Tendenz zu mehr staatlicher Regulierung resultiert in höheren Kosten für die Patienten, aber nicht in besserer Qualität. An der Jahresmedienkonferenz des Forum Gesundheit Schweiz (FGS) legte Dr. Harry Telser, Gesundheitsökonom (Polynomics AG), dar, wie Fehlanreize ausgemerzt werden können und wo im Versicherungs- wie im Spitalbereich Optimierungen nötig sind. Das FGS fordert die Politik für 2013 auf: Die Aufhebung des Vertragszwangs ist ohne Verzug an die Hand zu nehmen. Vertragsfreiheit bildet die Grundlage für ein wettbewerbliches Gesundheitssystem, mit Leistungen bester Qualität zu fairem Preis.

Warum liegt der Fokus der gesundheitspolitischen Diskussion so stark auf den Ausgaben? Eine ganzheitlichere Betrachtung würde nämlich zeigen: Den hohen Gesundheitsausgaben steht ein grosser Nutzen gegenüber. «Die Fokussierung auf die Kostensenkung birgt letztendlich die Gefahr eines Leistungsabbaus. Damit geht für die Bevölkerung viel Nutzen verloren - ohne dass Kosten gespart würden», erläuterte Dr. Harry Telser an der Medienkonferenz des FGS in Bern. Der Gesundheitsökonom führte aus, dass nur eine Gesamtsicht, welche den Nutzen für die Bevölkerung in Betracht ziehe, aus der Sackgasse führen könne. «Die ständig wiederholte Feststellung, unser Gesundheitswesen sei zu kostspielig, greift viel zu kurz», so Telser. Erstens müssen die Bedürfnisse der Bevölkerung anerkannt werden - und zweitens könne die Qualität durchaus noch verbessert werden, indem Ineffizienzen ausgemerzt würden.

Fehlanreize, weil Regulierung versagt

Telser führte weiter aus: «Erstens ist aktuell der Risikoausgleich nicht so ausgestaltet, dass Fehlanreize ausgemerzt und die Risikoselektion gestoppt wird. Zweitens verhindert der Vertragszwang, dass die Krankenversicherer die ihnen gesetzlich zugeschriebene Rolle - im Wettbewerb innovative und prämiensparende Modelle entwickeln - wirklich wahrnehmen können. Und drittens: Die Mehrfachrolle der Kantone fördert ineffiziente Strukturen im stationären Sektor.» Es brauche dringend Korrekturen.

Aufhebung des Vertragszwangs zentral

Die Aufhebung des Vertragszwangs ist überfällig: Soll der Gesundheitsmarkt zugunsten der Patienten und bester Qualität spielen, müssen Versicherer entscheiden können, welche Ärzte sie unter Vertrag nehmen wollen - umgekehrt sollen Spitäler beim Aushandeln der Verträge als echte Partner agieren können. «Nur wenn man wettbewerbsverhindernde Regulierungen abbaut», so Telser, «kann man sicherstellen, dass der Wettbewerb seine positive Wirkung im Markt entfalten kann».

Das Forum Gesundheit Schweiz engagiert sich für ein freiheitliches Gesundheitswesen. Das FSG will Versicherten wie Patienten in einem freien Markt die beste Qualität zu fairem Preis sichern. «Derzeit will man das Rad der Zeit im Gesundheitswesen zurückdrehen. Das beschert uns schlechtere Behandlungen und höhere Kosten», sagte Alex Kuprecht, Co-Präsident des FGS. Chantal Balet, Co-Präsidentin erläuterte: «Wir wehren uns gegen einen Rückschritt im Gesundheitswesen. Wir zeigen Politikern wie Patienten: Der Anspruch des Staates, möglichst alles zu regulieren, wird die Leistungen nicht nur verteuern, sondern auch verschlechtern.»

Das Forum Gesundheit Schweiz wurde 2006 gegründet. Rund 120 Parlamentarier, Fachleute aus dem Gesundheitswesen und Wirtschaftsvertreter setzten sich für freien Markt im Gesundheitswesen ein.

Das Forum bietet Informationen und gibt Impulse für eine Gesundheitspolitik, die innovationsfreundlich und qualitätsorientiert ist. Das FGS lädt zu Veranstaltungen in allen Regionen der Schweiz.

Programm 1. Quartal 2013: www.forumgesundheitschweiz.ch

Kontakt:

Dr. Harry Telser
Polynomics AG
Tel.: +41/62/205'15'78

Alex Kuprecht
Co-Präsident Forum Gesundheit Schweiz FGS
Tel.: +41/79/433'74'67

Chantal Balet Emery
Forum Gesundheit Schweiz FGS Co-Präsidentin
Tel.: +41/79/628'56'87



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