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Multizentrische Phase-II-Studie belegt Sicherheit und klinische Erfolge von radioaktiven Mikrosphären bei Patienten mit kolorektalen Leberkrebsmetastasen, bei denen eine Chemotherapie fehlgeschlagen ist

Rom, August 20, 2010 (ots/PRNewswire)

Radioaktive Yttrium-90 beladene
Kunstharzkügelchen (SIR-Spheres; Sirtex Medical, Sydney, Australien)
erscheinen als sichere und wirksame Behandlungsmethode für Patienten
mit kolorektalen Leberkrebsmetastasen, bei denen verfügbare Optionen
der Chemotherapie fehlgeschlagen sind, so lauten die endgültigen
Ergebnisse einer prospektiven klinischen multizentrischen
Phase-II-Studie, die von der Italienischen Gesellschaft für
Lokoregionäre Therapien der Onkologie (SITILO) durchgeführt und im
British Journal of Cancer [1] veröffentlicht wurde.
Die Resultate der mit 52 Patienten durchgeführten Studie belegen,
dass Lebertumore bei einem Patienten (2%) gänzlich verschwunden sind
und 11 Patienten (22%) eine partielle Reaktion hatten, die eine
Verringerung der Tumorgrösse von mindestens 30% bedeutete, was den
vorher festgelegten Signifikanz-Kriterien entsprach (P = 0,05). Bei
weiteren 12 Patienten (24%) stabilisierte sich die Krankheit.
Lebertumore schrumpften bei zwei Patienten (4%) weit genug, um einen
potenziell kurativen chirurgischen Eingriff vornehmen zu können. Der
Gesamtüberlebensmedian betrug 12,6 Monate für alle am Versuch
teilnehmenden Patienten, wobei eine bedeutend längere Überlebenszeit
bei 24 Patienten (48%) verzeichnet wurde, die auf die SIR-Sphären
reagierten oder bei denen sich die Krankheit stabilisierte, im
Vergleich zu den Patienten, die nicht reagierten (Median 16 Monate
gegenüber 8 Monaten; P = 0,0006), und 40% von denjenigen, die
reagierten, blieben noch zwei Jahre am Leben, gegenüber keinem
derjenigen Probanden, die nicht reagierten. Leichte bis mittlere
Nebenwirkungen, vor allem Fieber und Schmerz, wurden bei 16% der
Patienten in den ersten 48 Stunden und bei 22% zwischen dem 3. und
30. Tag gemeldet.
"Diese Ergebnisse machen deutlich, dass die Radioembolisierung
mit SIR-Sphären eine vielversprechende Therapieform für Patienten mit
kolorektalen Leberkrebsmetastasen ist, bei denen eine Chemotherapie
fehlgeschlagen ist", sagt Prof. Maurizio Cosimelli, Professor für
Chirurgie am Nationalen Krebsinstitut Regina Elena in Rom und
Koordinator der Studie. "Der um 12,6 Monate verlängerte
Lebenszeitmedian und die ermutigende Tumorreaktion, die die Studie
dokumentiert, können vorteilhaft mit klinischen Versuchsergebnissen
der Second-Line- und Third-Line-Chemotherapien verglichen werden, und
dies obwohl drei Viertel unserer Patienten vorher mindestens vier
verschiedene Kombinationen aus Chemotherapie-Medikamenten erhalten
hatten und aufgrund des Fehlens anderer verfügbarer
Behandlungsoptionen eine schlechte Prognose hatten."
"Zumindest Patienten mit reinem oder dominierendem kolorektalem
Leberkrebs, bei denen eine Chemotherapie fehlgeschlagen ist und die
fit bleiben, sollten für eine Radioembolisierung mit SIR-Sphären in
Betracht gezogen werden", sagte Prof. Cosimelli. "SITILO wird jedoch
eine randomisierte multizentrische Studie mit SIR-Sphären in
Kombination mit Chemotherapie zu einem früheren Zeitpunkt der
Behandlung durchführen, da wir glauben, dass dies die Prognose für
Patienten mit kolorektalen Lebermetastasen noch weiter verbessern
kann. In jedem Fall wird es möglich sein, das Potenzial von SIRT
gekoppelt mit Chemotherapie aufzuklären, um die Quote der
chirurgischen Resektionen bei Patienten, die vorher als
unresektierbar galten, zu erhöhen."
Patienten der SITILO-Studie mussten Lebermetastasen durch einen
kolorektalen Krebs haben, der nicht durch einen chirurgischen
Eingriff entfernt werden konnte und der trotz moderner
Chemotherapie-Behandlungen mit Oxaliplatin und Irinotecan weiter
fortgeschritten war. Die Präsenz von Metastasen ausserhalb der Leber
schloss die Patienten nicht von der Behandlung aus, solange diese in
der Anzahl und Grösse begrenzt waren und sich im gleichen Organ
befanden. Alle Patienten wurden stark vorbehandelt und hatten
mindestens 3 vorherige Chemotherapie-Behandlungen erhalten: 24%
hatten 3 verschiedene Arten von Chemotherapien erhalten, 50% 4
verschiedene und 26% 5 verschiedene.
Die SITILO-Studie wurde als einarmige Studie durchgeführt, da
diese Gruppe von Patienten keine andere Behandlungsmöglichkeit mehr
zur Verfügung hatte. Die Patienten wurden vor der Aufnahme in die
Studie von einem multidisziplinären Team von Krebsspezialisten
untersucht. Der Überlebensmedian von kolorektalem Krebs mit
Metastasen, der in klinischen Studien mithilfe moderner
Chemotherapie-Behandlungen -wie beispielsweise Cetuximab mit
Irinotecan als Second-Line-Therapie und Panitumumab als
Third-Line-Therapie- behandelt wird, wurde jeweils mit 8,6 bis 10,7
Monaten [2-5] und mit 6,3 bis 9,3 Monaten [6-9] angegeben.
Jedes Jahr wird bei 145.000 Amerikanern und 307.000 Europäern
kolorektaler Krebs diagnostiziert. Rund die Hälfte dieser Patienten
wird Metastasen entwickeln, die vom ursprünglichen Krankheitsherd
streuen, vorwiegend zu der Leber. Bis zu 90% dieser Patienten sterben
aufgrund der Ausbreitung ihrer Krankheit letztendlich an
Leberversagen. Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) durch den
Einsatz von mit Yttrium-90 beladenen Kunstharzkügelchen ist ein neuer
Ansatz zum Behandeln von Lebermetastasen. Die Mikrosphären werden von
Interventionellen Radiologen implantiert, um Tumore selektiv mit
Bestrahlung anzuzielen, während das lebensnotwendige gesunde
Lebergewebe verschont und erhalten wird.
Die SITILO-Studie wurde von einem multidisziplinären Team aus
Interventionellen Radiologen, Nuklearmedizinern, medizinischen
Onkologen, Chirurgen und anderen Spezialisten vom Nationalen
Krebsinstitut Regina Elena in Rom, der Universität Bologna, der
Universität Udine und dem Krebsinstitut von Neapel in Italien
durchgeführt. Die SIR-Sphären wurden von Sirtex Medical entwickelt
und hergestellt und stellen die einzige von der FDA genehmigte
Mikrosphärentherapie für kolorektale Leberkrebsmetastasen dar.
SITILO ist die einzige multidisziplinäre onkologische
Gesellschaft Italiens. Verschiedene Spezialgebiete arbeiten innerhalb
des SITILO zusammen, um prospektive klinische Versuche zu
lokoregionären Therapien auf dem Gebiet der Lebermetastasen und
primären Karzinome, Melanome, Weichsarkome und anderer Krebsarten zu
entwickeln. Jeder Bericht beinhaltet eine biologische Komponente, die
auf die Identifikation von prädiktiven Faktoren in Serum und Gewebe
abzielt.
Die SITILO Versuche wurden in den folgenden Kliniken
durchgeführt:
- Nationales Krebsinstitut Regina Elena, Rom, Italien -
Universität Bologna, Bologna, Italien - Universität Udine, Udine,
Italien - Fondazione Pascale Krebsinstitut, Neapel, Italien
Referenzen
1. Cosimelli M, Golfieri R, Cagol PP et al. Multi-centre phase II
clinical trial of yttrium-90 resin microspheres alone in
unresectable, chemotherapy refractory colorectal liver metastases.
British Journal of Cancer 2010; 103: 324-331.
2. Sobrero AF et al. EPIC: Phase III trial of cetuximab plus
irinotecan after fluoropyrimidine and oxaliplatin failure in patients
with metastatic colorectal cancer. Journal of Clinical Oncology 2008;
26: 2311-2319.
3. de Cerqueira Mathias et al. Front cetuximab plus irinotecan in
patients (pts) with metastatic colorectal cancer (mCRC) progressing
on or after prior irinotecan therapy: final results of the LABEL
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4. Wilke H et al. Cetuximab plus irinotecan in heavily pretreated
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5. Cunningham D et al. Cetuximab monotherapy and cetuximab plus
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6. Hecht JR et al. Panitumumab monotherapy in patients with
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7. Van Cutsem E et al. Open-label phase III trial of panitumumab
plus best supportive care compared with best supportive care alone in
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Journal of Clinical Oncology 2007; 25: 1658-1664.
8. Van Cutsem E et al. An open-label, single-arm study assessing
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colorectal cancer refractory to standard chemotherapy. Annals of
Oncology 2008; 19: 92-98.
9. Yoshino T et al. Phase II study of panitumumab (Pmab)
monotherapy in Japanese patients (pts) with metastatic colorectal
cancer (mCRC) after the failure of fluoropyrimidine, irinotecan
(CPT-11), and oxaliplatin (OHP) chemotherapy. ASCO GI Symposium 2008;
Abs. 366.

Pressekontakt:

CONTACT: Maya Anaokar, Ruder Finn,
manaokar@ruderfinn.co.uk,+44(0)7894-095-429

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