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Eine Billion Dollar an verschenkter Liquidität - Studie von Ernst & Young: Immer noch grosser Nachholbedarf im Working-Capital-Management

ZÜRICH (ots)

In der Krise zählt für viele Unternehmen vor allem
eines: die Liquidität. Dennoch gibt es immer noch zahlreiche 
Unternehmen, die erhebliche Liquiditätsreserven brach liegen lassen. 
Im Working Capital der 2000 umsatzstärksten Konzerne Europas und der 
USA warten Reserven von bis zu einer Billion US-Dollar darauf, 
gehoben zu werden. Das ergibt sich aus einer Studie des 
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young, die die
Jahres- und Quartalsabschlüsse von jeweils rund 1000 Unternehmen der 
beiden Wirtschaftsregionen analysiert.
"Das ist eine kaum vorstellbare Summe: tausend Milliarden Dollar 
an verschenkter Liquidität", verdeutlicht Louis Siegrist, Leiter von 
Transaction Advisory Services von Ernst & Young Schweiz, das Ausmass.
Gemessen am Umsatz der untersuchten Konzerne entspreche das etwa 6 
Prozent. "Das heisst: Mit jeder Milliarde Umsatz ist die Chance 
verbunden, 60 Millionen an Liquidität zu gewinnen. Noch aber lassen 
die meisten Unternehmen Ineffizienzen zu, die das verhindern."
350 Millionen Euro je Unternehmen
Die Summen, die unnötigerweise im Working Capital gebunden sind, 
bleiben auch dann noch imposant, wenn man sie auf die einzelnen 
Unternehmen umlegt. Durch gezieltes und systematisches 
Working-Capital-Management könnten die amerikanischen Konzerne im 
Durchschnitt noch jeweils bis zu 325 Millionen Euro mobilisieren, die
europäischen sogar bis zu 350 Millionen Euro.
Beide Zahlen bedeuten zwar erneute leichte Verbesserungen im 
Vergleich zum Vorjahr. 63 Prozent der amerikanischen und 50 Prozent 
der europäischen Firmen wiesen eine bessere Working-Capital- 
Performance aus. Immerhin haben die US-Unternehmen ihr Working 
Capital im Gesamtjahr 2008 um 7 Prozent, die europäischen das ihre um
6 Prozent reduziert. Betrachtet man allerdings nur das vierte 
Quartal, dann hat sich die Performance weltweit verschlechtert. In 
den USA nahm die Mittelbindung um 7 Prozent und in Europa um 3 
Prozent zu.
Verspätete Reaktionen
"In dieser Verschlechterung zum Jahresende spiegeln sich die 
Auswirkungen des globalen Abschwungs mit den verstärkten Währungs-, 
Rohstoff- und Energiepreisschwankungen wider", erläutert Louis 
Siegrist. "Insbesondere sind im vierten Quartal die Lagerbestände 
gestiegen, weil zahlreiche Unternehmen erst verspätet auf die 
schrumpfende Nachfrage reagiert, also munter weiter produziert 
haben." Die Studie nennt Bestandserhöhungen von 10 Prozent in den USA
und von 4 Prozent in Europa, die eine entsprechende Mittelbindung mit
sich bringen.
Dieser Entwicklung hätten die Konzerne zwar im ersten Quartal 2009
gegengesteuert. Doch: "Dadurch, dass jetzt alle die Lagerbestände 
abbauen, ehe sie weiter produzieren und bestellen, knickt die 
Nachfragekurve zunächst ebenfalls weiter ab." Da mit sinkenden 
Umsätzen in der Regel auch das Working Capital sinkt, vermutet Louis 
Siegrist, dass die generell "verbesserte" Performance der Unternehmen
zumindest teilweise auch auf diesen Effekt zurückzuführen ist.
Allerdings registriert Louis Siegrist in der Praxis ein wachsendes
Interesse daran, das Working Capital zu reduzieren. "Einige 
Unternehmen, die es sich leisten können, achten darauf, Skonti zu 
nutzen. Andere - vor allem Grosskonzerne - versuchen, längere 
Zahlungsziele zu vereinbaren, fahren sogar strukturelle 
Zahlungsziel-Programme", hat er beobachtet. "Solche Strategien 
kollidieren natürlich oft mit denen der Marktpartner, die ein 
möglichst striktes Forderungsmanagement betreiben wollen."
Prozess-Veränderungen nötig
Nach wie vor gebe es aber zu viele Unternehmen, die die Bedeutung 
des Working Capitals als Liquiditätsreserve unterschätzten. "Vor 
allem geht es darum Prozesse zu verändern, zum Beispiel zu vermeiden,
dass Rechnungen zu spät oder inkorrekt erstellt werden, oder dass es 
häufiger zu Reklamationen komme, die zu verzögerten Zahlungen 
führen", betont Louis Siegrist. "Viele Unternehmen machen sich kaum 
Gedanken über ihre Zahlungsbedingungen - weder auf der Einkaufs- noch
auf der Verkaufsseite. Und auch bei der Optimierung und 
Flexibilisierung der Lagerbestandsführung gibt es häufig noch viel zu
tun."
Erfreulich immerhin: Die Studie zeigt, dass die Kreditwürdigkeit 
weder der Unternehmens- noch der Privatkunden bislang nennenswert 
gelitten hat. Louis Siegrist mahnt indessen zur Vorsicht: "Verspätete
Zahlungen und Forderungsausfälle könnten in Zukunft häufiger 
auftreten und zu vermehrten Wertberichtigungen führen."
Die gesamte Studie steht unter www.ey.com/ch zur Verfügung.
Kurzporträt von Ernst & Young
Ernst & Young ist ein weltweit führendes Unternehmen in den 
Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuern, Transaktionen und Beratung. 
Unsere 135'000 Mitarbeitenden auf der ganzen Welt verbinden unsere 
gemeinsamen Werte sowie ein konsequentes Bekenntnis zur Qualität. In 
der Schweiz ist Ernst & Young ein führendes Wirtschaftsprüfungs- und 
Beratungsunternehmen und bietet Dienstleistungen in den Bereichen 
Steuern und Recht sowie Transaktionen und Rechnungslegung an. Unsere 
1'900 Mitarbeitenden in der Schweiz haben im Geschäftsjahr 2007/08 
einen Umsatz von CHF 563 Mio. erwirtschaftet. Wir differenzieren uns,
indem wir unseren Mitarbeitenden, Kunden und Anspruchsgruppen helfen,
ihr Potenzial auszuschöpfen. Weitere Informationen finden Sie auf 
unserer Website: www.ey.com/ch
Ernst & Young bezieht sich auf die globale Organisation der 
Mitgliedsfirmen von Ernst & Young Global Limited, von denen jede eine
eigene Rechtseinheit bildet. Ernst & Young Global Limited, UK, 
erbringt keine Dienstleistungen für Kunden.

Kontakt:

Simone Jeanne Isermann
Ernst & Young
Mediensprecherin
Tel.: +41/58/286'35'97
E-Mail: simone.isermann@ch.ey.com

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