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Media Service: Heute in der "Handelszeitung" vom 2. September 2009

Zürich (ots)

Schweiter-VRP Hans Widmer: "Synergien mit Oerlikon
vorhanden"
Der Maschinenbauer Schweiter mit Sitz in Horgen steckt in einer 
aussergewöhnlichen Situation: Das Unternehmen hortet eine 
Nettoliquidität von rund 600 Mio Fr. - bei einem Börsenwert von nur 
gut 583 Mio Fr. Seit gut einem Jahr warten die Investoren nun auf 
Informationen, wie Schweiter die flüssigen Mittel zu investieren 
gedenkt. Nun kündigt Widmer im Interview mit der "Handelszeitung" 
grosse Akquisitionen im Wert von bis zu 500 Mio Fr. an. Zu den 
Übernahmekandidaten könnten ein Anlagenbauer auf dem 
Leuchtdioden-Markt gehören sowie ein Unternehmen aus dem 
Verbrauchsgüterbereich. Grundsätzlich interessiert zeigt sich Widmer 
auch an Teilen von Oerlikon Textile, dem Textilmaschinengeschäft des 
schwer angeschlagenen OC-Oerlikon-Konzerns. Auf die Frage, ob 
Schweiter an Oerlikon-Tochter Schlafhorst Interesse hat, antwortet 
Widmer: "Es ist immer alles auch eine Preisfrage." Schweiter habe 
bereits "Gespräche geführt".
Swiss Life: Mit AWD sollen künftig 130 Mio Euro verdient werden
Der Lebensversicherer Swiss Life will aus seinem Sorgenkind AWD 
mittelfristig einen Goldesel machen. "Wir haben klare Vorstellungen, 
wie AWD wieder profitabel werden kann, und haben deshalb ein 
tiefgreifendes Restrukturierungsprojekt aufgesetzt", sagt 
Swiss-Life-CEO Bruno Pfister im Interview mit der "Handelszeitung". 
Bisher hat der Konzern die hoch gesteckten Ziele für den deutschen 
Finanzvertrieb deutlich verfehlt. Deutschland ist für Swiss Life ein 
Wachstumsmarkt, doch haperte es bisher mit dem Vertrieb eigener 
Produkte. Dies sollte dank AWD verbessert werden - und ist im 1. 
Semester 2009 endlich auch gelungen. Die Prämieneinnahmen aus dem 
deutschen Markt stiegen um 14%, was doppelt so hoch ist wie der 
Markt. Der Gesamtumsatz von AWD jedoch ist im gleichen Zeitraum um 
20% auf 258 Mio Euro eingebrochen. Im Zentrum stehe nun eine 
Kostenreduktion, sagt Pfister: In den nächsten drei Jahren sollen 95 
Mio Fr. eingespart werden. "Unser Ziel für AWD bleibt, mittelfristig 
einen Ertrag von 130 Mio Euro zu erreichen."
Ruag-CEO Lukas Braunschweiler: "Ruag will den Weg in die Nasa 
schaffen"
Der bundeseigene Technologiekonzern Ruag muss neue Märkte erobern,
um attraktive Wachstumsraten erzielen zu können. Der neue CEO Lukas 
Braunschweiler hat ein ambitioniertes Ziel: Nach der Akquisition des 
Raumfahrtgeschäfts von OC Oerlikon gründet er eine neue, sechste 
Ruag-Sparte und will damit auf die Zuliefererliste der 
US-Raumfahrtagentur Nasa. "Das ist ganz klar unser Plan", sagt 
Braunschweiler im Interview mit der "Handelszeitung". Die Nasa sei, 
finanziell und technologisch gesehen, ein "riesiger Player". 
Braunschweiler hat die Führung der Ruag in einer schwierigen Zeit 
übernommen: Einige Geschäftsbereiche schreiben rote Zahlen 
beziehungsweise mussten Federn lassen, darunter der zivile 
Flugzeugstrukturbau, das Unterhaltsgeschäft mit Business Jets und das
Komponentengeschäft für die Autoindustrie. Einen Verlust auf 
Gruppenstufe erwartet Braunschweiler allerdings nicht. Kein Thema 
dürfte laut Braunschweiler die Öffnung des Ruag-Aktionariats für 
private Investoren sein. "Allenfalls wird das aktuell, wenn der 
sicherheitspolitische Bericht vorliegt, also 2010." Er gehe aber 
davon aus, dass der Eigner an seiner grundsätzlichen Strategie 
gegenüber der Ruag festhalten werde. Es dürfte zwar Anpassungen 
geben, die aber nur "technischer Natur" seien.
Coop: Abbruch der Schweizer Hotel-Aktion
Nach nur acht Monaten begraben Coop und Schweiz Tourismus ihre 
gross angelegte Hotel-Aktion für Supercard-Inhaber bereits wieder. 
Mit 900 Superpunkten konnten Coop-Kunden für 249 Fr. zwei Nächte in 
einem Schweizer Hotel verbringen. "Mit rund 30'000 Übernachtungen 
wurden die Zielsetzungen nicht erreicht", begründet Coop-Sprecherin 
Susanne Sugimoto gegenüber der "Handelszeitung" das frühe Ende. 
Erklärtes Ziel war es gewesen, Schweizerinnen und Schweizer für 
Ausflüge und Ferien in der Schweiz zu begeistern. Nach dem Misserfolg
von Coop ist es umso erstaunlicher, dass die Idee nun auch 
Coop-Konkurrentin Migros inspiriert hat. Der orange Riese denkt 
offenbar ebenfalls über ein Konzept nach, den Kunden Hotels zu 
Sonderkonditionen anzubieten. Jedenfalls hat Migros die Markennamen 
"M Cumulus Hotels" sowie "Cumulus Hotels" bereits schützen lassen, 
wie Claudia Schüepp-Hribar, Junior Projektleiterin von Cumulus, 
bestätigt.
Swiss Prime Site: Will Jelmoli "unbedingt, aber nicht zu jedem 
Preis"
Im Übernahmekampf um Jelmoli läuft der 
Immobilien-Investmentgesellschaft Swiss Prime Site (SPS) die Zeit 
davon. Das Umtauschangebot an die Jelmoli-Aktionäre läuft nur noch 
bis am 14. September. Aber Jelmoli-Grossaktionäre wie Walter Fust, 
Klaus Wecken und die Suva wollen nur dann andienen, wenn die SPS ihr 
Angebot noch einmal erhöht. Doch davon will SPS-CEO Markus Graf 
nichts wissen: "Wir halten an unserem Angebot fest", sagt er im 
Interview mit der "Handelszeitung". Und weiter: "Wir wollen Jelmoli 
unbedingt, aber nicht zu jedem Preis." Er bleibt optimistisch. "Ich 
weiss von vielen anderen Firmenübernahmen, dass Aktionäre oft erst in
den letzten drei Tagen der Angebotsfrist ihre Aktien andienen. Aus 
bekannten Gründen: Es geht um Geld." Käme die Übernahme nicht 
zustande, würde SPS eine Fusion anstreben. Doch Graf droht: Bei einer
Fusion werde der Preis nach anderen Kriterien festgelegt. "Diese 
können für die Jelmoli-Aktionäre unter Umständen weniger attraktiv 
sein als das heutige Umtauschangebot", sagt er.
Swissquote: Vorstoss ins europaweite Private Banking geplant
Der Onlinebank Swissquote will sich der wohlhabenden Kundschaft 
zuwenden, also in den Bereich Privatkunden expandieren. Davon 
verspricht sich Swissquote zu den bisherigen 400'000 Kunden noch 
250'000 zusätzliche, wie CEO Marc Bürki im Interview mit der 
"Handelszeitung" sagt: "Wir glauben, es gibt eine Kategorie von 
Kunden, die etwas vom Investieren versteht, eine Affinität zum 
Internet hat und über mehr Geld verfügt als der normale Retailkunde, 
jedoch Unterstützung beim Anlegen braucht." Solche Kunden seien 
typischerweise bei Privatbanken zu finden. "Wir werden deshalb eine 
E-Privatbank anbieten." Das Projekt soll nächstes Jahr starten und 
bei Erfolg nach ein bis zwei Jahren ausgedehnt werden. "Wenn das 
Modell der E-Privatbank in der Schweiz funktioniert, gehen wir damit 
nach Europa." Um den Kunden etwas zum Anfassen zu geben, will Basel 
stehen auf der Liste ganz oben. Bürki: "Die Kunden schätzen das, denn
sie möchten mit uns diskutieren und wollen neben dem Internet auch 
den persönlichen Kontakt."
Finanzkrise: 10 Prozent der Fonds in der Schweiz werden 
verschwinden
Viele Anleger sind über die Leistung ihrer Fonds enttäuscht. 
Etliche verzeichnen deutliche Abflüsse. Die Fondsvolumen sind zum 
Teil massiv gesunken. Jetzt greifen die Anbieter hart durch. "Während
der gegenwärtigen Konsolidierungsphase werden 10 bis 15% der Fonds in
der Schweiz verschwinden", sagt Marcus Signer, Head of Sales 
Switzerland bei der Bank Pictet, gegenüber der "Handelszeitung". 
Zusätzlich beschleunigt wird der Prozess durch den Zwang zur Grösse: 
"Langfristig wird eine Harmonisierung in der EU angestrebt", erklärt 
Raoul Bachmann, Leiter Vertrieb bei der Credit Suisse: "Resultat 
davon wären weniger, aber grössere Fonds." Von einem Fondssterben 
will Martin Thommen, Präsident der Swiss Fund Association und 
Managing Director bei der UBS, dennoch nicht sprechen. Er bestätigt 
aber: "Es werden  sicher gewisse Produkte vom Markt verschwinden." 
Auf die Frage, welche Fonds geschlossen werden, antwortet er: 
"Tendenziell risikoreichere Anlageklassen wie Aktienfonds und 
Nischenprodukte." Diese Fonds verzeichneten in der Krise die grössten
Vermögenseinbussen.

Kontakt:

Nähere Auskunft erteilt Ihnen gerne Herr Martin Spieler, Chefredaktor
"Handelszeitung" Zürich
Tel. 043 444 59 00

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