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Eine neue weltweite Definition des Stoffwechsel-Syndroms

Berlin (ots/PRNewswire)

- Konsensus der International Diabetes Federation kann dabei
helfen, die Zeitbombe der kardiovaskulären Krankheiten zu stoppen
Frühe Erkennung und intensiveres Management des
Stoffwechsel-Syndroms zur Reduzierung der Langzeit-Risiken von
kardiovaskulären Krankheiten und Diabetes sind jetzt möglich; das
geht aus einer globalen Konsensus-Stellungnahme der International
Diabetes Federation (IDF) hervor, welche die IDF heute erstmalig
veröffentlicht hat. Die Stellungnahme enthält eine neue, klinisch
zugängliche Definition des Stoffwechsel-Syndroms; dies repräsentiert
die Sicht von Experten auf dem Gebiet der Diabetes, Kardiologie,
Lipidologie, öffentlicher Gesundheit, Epidemiologie, Genetik,
Stoffwechsel und Ernährung auf sechs Kontinenten.
Professor Sir George Alberti, letzter Präsident des IDF und
Mit-Vorsitzender der Konsensus-Gruppe bestätigt: "Mit einem einzigen,
universell akzeptierten Diagnose-Werkzeug können Klinik-Mitarbeiter
jetzt, in der Praxis-Umgebung, Patienten mit Stoffwechsel-Syndrom
schneller identifizieren. Frühe und aggressive Behandlung wird auf
jeden Fall das erhöhte Risiko des Patienten reduzieren,
kardiovaskulären Krankheiten und/oder Typ 2 Diabetes zu entwickeln.
Einfach ausgedrückt: wir haben das Potential, die Zeitbombe der
kardiovaskulären Krankheiten zu stoppen."
Beim Stoffwechsel-Syndrom handelt es sich um ein Bündel von sehr
gefährlichen Risikofaktoren die zu Herzanfällen führen: Diabetes oder
Vor-Diabetes, abdominale Fettleibigkeit, Änderungen beim Cholesterol
und hoher Blutdruck. Während bis zu 80 Prozent der beinahe 200
Millionen Erwachsenen weltweit, die an Diabetes leiden, durch
Herz-Kreislaufversagen sterben werden,(1) haben Menschen mit
Stoffwechsel-Syndrom ebenso ein erhöhtes Risiko; die
Wahrscheinlichkeit ist zweimal höher, dass sie an der Erkrankung
sterben und dreimal höher, einen Herzanfall oder Schlaganfall zu
erleiden, wenn man sie mit Patienten ohne Syndrom vergleicht.(2) Dies
macht das Stoffwechsel-Syndrom und Diabetes in Bezug auf Morbidität
und Sterblichkeits-Modalitäten weit gewichtiger als HIV/AIDS;
allerdings wird das Problem zur Zeit noch nicht richtig anerkannt.(3)
Patienten mit Stoffwechsel-Syndrom haben ein fünffach höheres Risiko
Diabetes des Typ 2 zu entwickeln (wenn nicht bereits vorhanden).(4)
Es liegt in der Natur der Bündelung von Faktoren, welche zu
zusätzlichen Risiken führen; diese Risiken liegen weit über denen,
die von jeder einzelnen Komponente zu erwarten wäre (hohes
Triglizerin bei der Messung von Cholesterol zum Beispiel).(5)
Aufbauend auf früheren Definitionen die von der WHO und NCEP ATP
III vorgestellt wurden, ist die neue Definition in der klinischen
Praxis einfach ein zu setzen. Sie vermeidet die Notwendigkeit von
Messungen, die möglicherweise nur in Forschungseinrichtungen
verfügbar sind. Für die Definition, dass eine Person unter dem
Stoffwechsel-Syndrom leidet, erfordert die neue Definition, dass
diese Person zentrale Fettleibigkeit, plus zwei der folgenden vier
zusätzlichen Faktoren aufweist: erhöhtes Triglizerin, reduziertes
HDL-Cholesterol, erhöhten Blutdruck oder einen erhöhten
Fasten-Plasma-Glukosewert (Anmerkung A). Geschlecht und zum ersten
Mal auch spezifische ethnische Schnittpunkte für zentrale
Fettleibigkeit, gemessen als Taillienumfang, gehen in die Messungen
ein.
Der Einsatz unterschiedlicher Definitionen machte es bis zum
heutigen Tag schwierig, die Verbreitung des Stoffwechsel-Syndroms ab
zu schätzen und erschwerte den Vergleich zwischen verschiedenen
Ländern; aber recht neue Daten aus Australien und den USA liefern
eine grobe Schätzung: 20 - 25 Prozent der erwachsenen
Bevölkerung.(6,7)
Professor Paul Zimmet, Direktor, International Diabetes Institute
und Mitautor der Konsensus-Stellungnahme erklärt: "Der Schlüssel zum
Umgang mit dieser Pandemie liegt in einem besseren Verständnis,
früher Diagnose und Behandlung des Stoffwechsel-Syndroms. Es gibt
bisher keine Einzelbehandlung für das Syndrom als Ganzes; wir wissen,
dass Änderungen des Lebensstils wie veränderte Essgewohnheiten und
mehr Bewegung das Fundament für eine Strategie der Behandlung bilden.
Zusätzlich tauchen neue Therapien am Horizont auf, die möglicherweise
mehrere der Risikofaktoren gleichzeitig adressieren und signifikante
Auswirkungen auf die Todesfallrate durch Herz-Kreislaufversagen und
Diabetes haben können."
Neben dem Diagnose-Werkzeug enthält die neue
Konsensus-Stellungnahme des IDF Empfehlungen für weitere Kriterien,
die in die Forschungen und epidemiologische Studien des
Stoffwechsel-Syndroms integriert werden sollen. Während die Ursachen
für das Stoffwechsel-Syndrom immer noch intensiv debattiert werden,
identifiziert die Konsensus-Stellungnahme des IDF anormal abdominale
Fett-Distribution und Insulin-Resistenz als potentielle, miteinander
verbundene Ursachen.
(Anmerkung A) Hintergrundmaterial 1 für den vollständigen Text der
neuen Definition, siehe www.idf.org/webcast, wo Sie auch die
Pressevorstellung finden.
Anerkennungen
Der IDF Konsensus-Definitions-Prozess für das Stoffwechsel-Syndrom
wurde finanziell unterstützt durch AstraZeneca Pharmaceuticals.
Referenzen
1. Diabetes Atlas, zweite Ausgabe, International Diabetes
Federation, 2003
2. Isomaa B, Almgren P, Tuomi T et al. Cardiovascular morbidity
and mortality associated with the metabolic syndrome. Diabetes Care
2001;24(4):683-9
3. Diabetes Action Now, International Diabetes Federation and
World Health Organisation, 2004
4. Stern M, Williams K, Gonzalez-Villalpando C et al. Does the
metabolic syndrome improve identification of individuals at risk of
type 2 diabetes and/or cardiovascular disease? Diabetes Care
2004;27(11):2676-81
5. Sattar N, Gaw A, Scherbakova O. Metabolic syndrome with and
without c-reactive protein as a predictor of coronary heart disease
and diabetes in the West of Scotland Coronary Prevention Study.
Circulation 2003;108:414-9
6. Dunstan DW, Zimmet PZ, Welborn TA et al. The rising prevalence
of diabetes and impaired glucose tolerance. The Australian Diabetes,
Obesity and Lifestyle Study. Diabetes Care 2002;25:829-34
7. Ford ES, Giles WH, Dietz WH. Prevalence of the metabolic
syndrome among US adults: findings from the third National Health and
Nutrition Examination Survey. JAMA 2002;287(3):356-9

Pressekontakt:

Anne Pierson, Public Relations Manager, IDF, Tel: +32-2-543-1623,
Mobil: +32-475-343-788, E-Mail: anne@idf.org. Kait Ayres, LBHC, Tel:
+44-1727-854-239, Mobil: +44-7850-374860, E-mail:
kait.ayres@talk21.com

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