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VGB errechnet Neubaubedarf von 400.000 Megawatt in der EU-27 bis 2020

Stuttgart/Essen (ots)

- Ehrgeizige Klimaschutzziele erfordern erhebliches 
     Kraftwerksneubauprogramm
   - Ambitionierter Ausbau der Regenerativen und Neubau von   
     Kernkraftwerken erforderlich
   - Weitere neue Kohlekraftwerke dringend benötigt
Die EU-Kommission hat ihre Ziele für ein EU-weites 
Klimaschutzprogramm konkretisiert. Für die am Emissionshandel 
beteiligten Sektoren - also insbesondere für Industrie und 
Stromerzeugung - sollen die Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 2005 
um 21 % sinken.
Gleichzeitig bestätigen aktuelle Zahlen, dass der Stromverbrauch 
in der EU-27 weiter ansteigt. Trotz verstärkter Nutzung von 
Energieeffizienzpotentialen rechnet der VGB bis zum Jahr 2020 mit 
einem Verbrauchsanstieg in der Europäischen Union um mehr als 15 
Prozent von derzeit etwa 3.400 TWh auf ca. 4.000 TWh. Ausschlaggebend
hierfür ist der Nachholbedarf der neuen EU-Länder, die steigende 
Anzahl mit Strom betriebener Geräte in den Privathaushalten sowie die
Nutzung des Energieträgers Strom zur Verringerung des 
Primärenergieeinsatzes - beispielsweise die Installation von 
Wärmepumpen im Heizungssektor oder die Einführung von 
Elektrofahrzeugen.
"Die Stromerzeugung muss sich auf einen weiteren Verbrauchsanstieg
einrichten und gleichzeitig steigende Klimaschutzanforderungen 
erfüllen. Dies ist eine große Herausforderung für die gesamte 
Branche. Dabei dürfen Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit 
nicht vernachlässigt werden", so der Vorsitzende von VGB Power-Tech, 
Dr. Gerd Jäger.
Das Ziel, den erwarteten Verbrauchsanstieg durch den weiteren 
Ausbau der Regenerativen klimaneutral zu decken, ist bisher nicht 
erreicht worden. "Der bisherige jährliche Zubau müsste etwa 
verdreifacht werden. Darüber hinaus ist die CO2-freie Produktion aus 
Kernenergie in der EU mindestens zu erhalten, um mit Blick auf die 
Klimaschutzziele nicht wieder zurückzufallen", betonte der 
VGB-Vorsitzende. Eine erfolgreiche Umsetzung der geplanten neuen 
Kernkraftwerke, beispielsweise in Finnland, Frankreich, UK, Bulgarien
und Rumänien sei dabei zwingend. Ein Ausstieg aus der Kernenergie in 
Deutschland wäre allerdings nicht zu kompensieren. Dazu müsste ab 
heute jährlich ein neues Kernkraftwerk in der EU zusätzlich gebaut 
werden.
"Eine Einsparung von CO2-Emissionen würden wir durch diese bereits
sehr ambitionierten Ausbauziele in Summe allerdings noch nicht 
erreichen. Ein entscheidender Hebel hierfür ist die zusätzliche 
Modernisierung des fossil gefeuerten Kraftwerksparks", so Jäger. 
Aktuelle Berechnungen des VGB zeigen, dass zum Erreichen der 
Klimaschutzziele daher ca. 170.000 Megawatt Kohle- und Gaskraftwerke 
bis 2020 mit modernster Technik gebaut werden müssen. "Um diesen 
enormen Bedarf zu decken, brauchen wir insbesondere auch eine 
erhebliche Anzahl zusätzlicher hoch effizienter Kohlekraftwerke. Nur 
so können die CO2-Reduktionsziele erreicht und der Erhalt der 
Versorgungssicherheit gesichert werden. Dies stellt eine große 
Herausforderung sowohl für die Investoren als auch für die Hersteller
dar.", verdeutlichte der VGB-Vorsitzende. "Als äußerst 
kontraproduktiv" bezeichnete Jäger in diesem Zusammenhang die 
geplante Vollversteigerung der Emissionszertifikate ab 2013. 
Hierdurch würden den Unternehmen dringend benötigte 
Investitionsmittel für das Erreichen der Klimaschutzziele wieder 
entzogen. Zudem müsse die Akzeptanz in der Bevölkerung für den Bau 
moderner Kohlekraftwerke gesteigert werden. Hier seien Politik und 
Kraftwerksbetreiber gleichermaßen gefordert.
Dr. Hans-Josef Zimmer, Vorstandsmitglied der EnBW AG und 
VGB-Vorstandsmitglied, hob hervor, dass sein Unternehmen in 
Deutschland bei Neuinvestitionen vor allem auf den Ausbau der 
erneuerbaren Energien und den Bau moderner fossiler  Kraftwerke 
setzt. "Mit unserem ambitionierten Investitionsprogramm zum Ausbau 
der Windenenergie, dem Neubau des Wasserkraftwerks Rheinfelden sowie 
der Grundsteinlegung unseres neuen Kohlekraftwerks RDK 8 in Karlsruhe
noch diese Woche ist die Strategie unseres Unternehmens klar 
erkennbar. Letztendlich werden alle Energieversorgungsunternehmen 
darauf angewiesen sein, dass die erforderlichen Investitionen in den 
Kraftwerkspark, ob regenerativ oder fossil in Deutschland, durch eine
kluge Energiepolitik ermöglicht werden.", so Zimmer. Dazu gehört 
auch, dass die energiepolitische Blockade bei der Diskussion um eine 
Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke endlich beendet
wird.
"Der Erhalt einer verlässlichen, wettbewerbsfähigen 
Stromversorgung in der EU steht auf dem Spiel. Erhebliche 
Investitionen in den Kraftwerkspark müssen geschultert werden. 
Politik, Öffentlichkeit und Stromerzeuger müssen die genannten 
Herausforderungen umgehend gemeinsam angehen", so das Fazit von 
Jäger.
VGB PowerTech e.V. ist der europäische Fachverband der Strom- und 
Wärmeerzeugung mit Sitz in Essen, Deutschland. Die 444 Mitglieder aus
32 Ländern repräsentieren eine Kraftwerksleistung von 500.000 MW, 
441.000 MW davon in Europa.
Vom 17. bis 19. September 2008 lädt VGB PowerTech zum Kongress 
"Power Plants 2008" im ICS Internationales Congresscenter Stuttgart 
ein. Mit mehr als 1.200 Teilnehmern aus Politik, Behörden, 
Unternehmen und Wissenschaft ist die unter dem Motto "Wir gestalten 
die Zukunft: Strom für Europa" stehende Veranstaltung eine der 
bedeutendsten der Stromerzeugungsbranche in Europa.
Pressekontakt:

Kontakt:

VGB PowerTech e.V. - Information
Dipl.-Ing. Christopher Weßelmann
Tel.: +49 201 8128-300
E-Mail: pr@vgb.org

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