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Medienmitteilung: Die Autoschaden-Falle: Der Ersatz beschädigter Autoteile kann 8-mal so teuer sein wie eine Reparatur

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Medienmitteilung

Comparis-Analyse zu Reparatur- und Ersatzkosten bei Autoschäden

Die Autoschaden-Falle: Der Ersatz beschädigter Autoteile kann 8-mal so teuer sein wie eine Reparatur

Es lohnt sich, bei Autoreparaturen genau hinzuschauen: Eine neue Comparis-Analyse zeigt grosse Kostenunterschiede zwischen der Reparatur und dem Ersatz beschädigter Autoteile. So kostet etwa der Ersatz einer Vordertür im Schnitt über 8-mal so viel, wie die Reparatur. Selbst wenn zur Reparatur zusätzlich Lackierarbeiten anfallen, bleibt der Ersatz fast dreimal so teuer. «Es empfiehlt sich, in der Werkstatt nachzufragen, ob ein Bauteil wirklich ersetzt werden muss – oder ob eine Reparatur technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist», sagt Comparis-Autoversicherungsexperte Harry Büsser.

Zürich, 8. September 2026 – Ein Autoschaden ist unangenehm. Doch bei den Kostenfolgen muss es nicht zwingend unangenehm weitergehen. Das zeigt eine neue Analyse des Vergleichsdienstes comparis.ch auf Basis von rund 7,3 Millionen erfassten Arbeitsvorgängen bei Autoreparaturen in der Schweiz. Ob etwa eine beschädigte Vordertür ersetzt oder repariert wird, macht bei den Kosten einen riesigen Unterschied. Die eigentliche Reparaturarbeit kostete 2025 im Schnitt 135 Franken. Der Ersatz dagegen kostete gleich 1’134 Franken - also über 8-mal so viel. Selbst wenn bei einer Reparatur noch die Lackierungskosten von 267 Franken dazukommen, bleibt die Differenz gross: Der Ersatz kostet dann noch immer fast dreimal so viel wie Reparaturarbeit und Lackierung zusammen. Solche Unterschiede schmerzen auch in einer Zeit steigender Reparaturkosten.

Stossstange, Seitenwand und Motorhaube: Ersatz ist deutlich teurer

Auch bei anderen typischen Schadenpositionen zeigen sich grosse Unterschiede. Der Ersatz einer Hintertür kostet ebenfalls mehr als 8-mal so viel wie die eigentliche Reparaturarbeit. Bei Stossstangen und Motorhaube ist der Ersatz rund 5- bis 6-mal so teuer wie die Reparaturarbeit. Bei der Seitenwand kostet der Ersatz über 4-mal so viel, bei der Rückleuchte rund 4-mal so viel. Beim vorderen Kotflügel beträgt der Unterschied fast das 4-Fache.

Manchmal geht Reparieren nicht mehr, aber Nachfragen lohnt sich

Die Beträge für Ersatz und Reparatur lassen sich nicht vollständig eins zu eins vergleichen. Denn manchmal ist eine Reparatur technisch, wirtschaftlich oder aus Sicherheitsgründen gar nicht mehr möglich, weil ein Bauteil zu stark beschädigt ist. Ersatzfälle betreffen zudem häufig gravierendere Schäden. Die ausgewiesenen Kosten sind deshalb nicht als direkter Preisvergleich für identische Schäden zu verstehen.

Trotzdem sieht die Schweizer Fahrzeugdaten- und Kalkulationsanbieterin auto-i-dat beim Reparieren statt Ersetzen erhebliches Potenzial. Auf deren Webseite wird es gar als das grösste Potenzial der Branche bezeichnet, um Kosten zu senken und gleichzeitig Ressourcen zu schonen. «Autohaltende sollten unbedingt in der Werkstatt nachfragen, ob ein Bauteil wirklich ersetzt werden muss, oder ob eine Reparatur noch möglich ist», sagt Comparis-Autoversicherungsexperte Harry Büsser.

Eine neue Autotür ist nicht automatisch die bessere Lösung

«Eine beschädigte Autotür lässt sich nicht einfach wie eine Zimmertür aushängen und ersetzen», erklärt Büsser. Je nach Fahrzeug müssen Innenverkleidung, Fensterheber, Kabel, Lautsprecher, Spiegel, Schlösser, Sensoren, Dichtungen und weitere Komponenten aus- und wieder eingebaut werden. Danach können Einstell- und Kalibrierungsarbeiten nötig sein. Häufig müssen zudem angrenzende Teile demontiert oder mitlackiert werden.

Ähnliches gelte auch für den Ersatz anderer Autoteile. Das sollten Autohaltende bedenken, wenn sie in der Garage gefragt werden, ob ein beschädigtes Bauteil ersetzt oder repariert werden soll. «Es geht nicht darum, einen technisch notwendigen Ersatz zu verhindern. Es geht darum, einen noch reparierbaren Schaden nicht vorschnell mit einem neuen Bauteil zu beheben», so Büsser.

In der Branche seien die wirtschaftlichen Anreize häufig eher auf Ersatz als auf Reparatur ausgerichtet. «Mit dem Verkauf und Einbau neuer Bauteile lässt sich in der Regel mehr Umsatz erzielen als mit deren Instandstellung. Umso wichtiger ist es, dass Kundinnen und Kunden aktiv nachfragen, ob eine Reparatur technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist», sagt Büsser.

Reparieren wurde teurer, bleibt aber viel günstiger als Ersetzen

Auch wenn eine Reparatur viel günstiger als der Ersatz eines Autoteils bleibt, zeigt die Comparis-Analyse der Schadenfälle, dass sich Reparaturen relativ betrachtet stärker verteuert haben als der Ersatz. Bei einer Hintertür erhöhten sich die Kosten der eigentlichen Reparaturarbeit von 92 Franken im Jahr 2023 auf 134 Franken im Jahr 2025. Das ist ein Plus von knapp 50 Prozent. Rechnet man die durchschnittlichen Lackierkosten hinzu, stiegen die erfassten Kosten von rund 330 auf rund 380 Franken – also um rund 15 Prozent. Bei einer Seitenwand verteuerte sich die erfasste Reparaturarbeit um 41 Prozent, bei einem vorderen Kotflügel um 32 Prozent.

«Reparaturen sind teurer geworden. Wo es technisch möglich ist, bleiben sie aber die wirtschaftlichere Lösung. Deshalb sollten Autofahrende nicht nur nach dem Endpreis fragen, sondern sich auch erklären lassen, welche Arbeiten vorgesehen sind. Nach der Möglichkeit einer Reparatur zu fragen, lohnt sich immer», so das Fazit von Büsser.

Tipps für Konsumentinnen und Konsumenten

Reparaturmöglichkeiten prüfen

Lassen Sie sich erklären, weshalb das beschädigte Teil ersetzt werden soll, und welche Reparaturmöglichkeiten geprüft wurden.

Varianten vergleichen

Falls sowohl eine Reparatur als auch ein Ersatz möglich sind, lassen Sie sich beide Lösungen erklären und die Kosten beziffern.

Zweitmeinung einholen

Bei grösseren Schäden kann eine Beurteilung durch einen zweiten Garagisten sinnvoll sein.

Versicherungsdeckung prüfen

Prüfen Sie Selbstbehalt, Deckungslimite und die Zahl der gedeckten Parkschäden. Vergleichen Sie regelmässig Prämien und Leistungen verschiedener Autoversicherungen.

Methodik 

Die Analyse basiert auf Daten von Solera zu den 10 Fahrzeugteilen, die bei Parkschäden besonders häufig betroffen sind. Solera ist ein international tätiger Anbieter von Software- und Datenlösungen für die Berechnung und Abwicklung von Fahrzeugschäden. Die Systeme des Unternehmens werden unter anderem von Versicherungen, Garagen, Fahrzeughändlern und Flottenbetreibern genutzt. Ausgewertet wurden die Daten aus den Jahren 2023 bis 2025 sowie die durchschnittlichen Kosten für Reparatur, Lackierung und Ersatz. Je nach Bauteil, Arbeitsart und Jahr lagen zwischen 8’895 und 619’000 erfasste Arbeitsvorgänge vor. Insgesamt umfasst die Analyse 7’296’595 Arbeitsvorgänge. Ein einzelner Schadenfall kann mehrere Arbeitsvorgänge umfassen, beispielsweise die Reparatur und die anschliessende Lackierung eines Bauteils.

Weitere Informationen:

Harry Büsser
Finanzexperte
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail:  media@comparis.ch
comparis.ch

Über comparis.ch

Mit über 80 Millionen Besuchen im Jahr zählt comparis.ch zu den meistgenutzten Schweizer Websites. Das Unternehmen vergleicht Tarife und Leistungen von Krankenkassen, Versicherungen, Banken sowie Telecom-Anbietern und bietet das grösste Schweizer Online-Angebot für Autos und Immobilien. Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Unternehmen wurde 1996 vom Ökonomen Richard Eisler gegründet und ist in Privatbesitz. Das Unternehmen gehört heute noch zur Mehrheit dem Gründer Richard Eisler. Es sind keine anderen Unternehmen oder der Staat an Comparis beteiligt.