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Schweizerischer Nationalfonds / Fonds national suisse

Schub für Wirtschaft und Gesellschaft - Rekordnachfrage trifft auf begrenzte Mittel

Bern (ots)

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Franken in 2400 neue Forschungsprojekte investiert. Wegen der grossen Nachfrage und Budgetkürzungen muss er seine Förderung anpassen.

Wie lässt sich die Funktion des Gehirns ohne belastende Strahlen sichtbar machen? Vom SNF finanzierte Forschende entwickeln Farbmoleküle, um die Hirnprozesse per Nahinfrarot zu beobachten. Ein anderes Projekt untersucht die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Reifenabrieb-Partikeln. Und ein Forschungsteam erarbeitet Grundlagen für die Regulierung elektronischer Beweismittel. Dadurch soll es möglich werden, Strafverfolgung und Schutz der Privatsphäre besser in Einklang zu bringen.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der rund 2400 Forschungsprojekte, die der SNF im Jahr 2025 quer durch alle Fachrichtungen bewilligt hat. "Ihre Ergebnisse werden wesentlich zur Innovationskraft der Schweiz beitragen", freut sich Torsten Schwede, Präsident des Forschungsrats. "Zudem sind in den geförderten Projekten mehrere tausend Nachwuchsforschende tätig, von denen viele später als hochqualifizierte Arbeitskräfte in die Privatwirtschaft wechseln werden."

Tiefere Erfolgsquote in der Projektförderung

Alle Projekte setzten sich in Wettbewerbsverfahren nach höchsten internationalen Standards durch. Von den 1,2 Milliarden Franken investierte der SNF 716 Millionen in die sogenannte Projektförderung, bei der erfahrene Forscherinnen und Forscher mit ihrem Team ein selbstgewähltes Thema bearbeiten. Sie ist das wichtigste Instrument, um die Grundlagenforschung zu unterstützen.

In die Projektförderung flossen damit 2025 mehr Mittel als 2024. Diese reichten jedoch bei weitem nicht aus, um der Nachfrage gerecht zu werden. Der SNF konnte nur noch 30 Prozent der Gesuche bewilligen, deutlich weniger als im Jahr 2024 (36 Prozent). Viele exzellente Projekte erhielten keine Finanzierung.

Inzwischen hat der SNF sowohl die Anzahl der Gesuche pro Person als auch die Höhe der verlangten Mittel begrenzt. Damit will er die Erfolgsquoten stabilisieren und die Breite der geförderten herausragenden Forschung beibehalten.

Förderinstrumente angepasst

In den kommenden Jahren wird die Schere zwischen der Nachfrage und den zur Verfügung stehenden Mitteln weiter aufgehen. Denn der Bund hat im Rahmen des Entlastungspakets 27 das Budget um fünf Prozent gekürzt. Von 2027 bis 2029 wird der SNF insgesamt rund 200 Millionen Franken weniger erhalten. Deshalb hat er im Jahr 2025 Änderungen seiner Forschungsförderung beschlossen. So pausiert, reduziert oder streicht er mehrere Förderinstrumente.

Ursprünglich hatte der Bundesrat die Mittel des SNF sogar um zehn Prozent kürzen wollen. Eine Sparmassnahme in diesem Umfang lehnte das Parlament jedoch im März 2026 mit Blick auf die Bedeutung der Forschung ab. Dennoch plant der Bundesrat voraussichtlich eine zusätzliche Kürzung von mindestens einem Prozent für das SNF-Budget 2027.

6000 Projekte und 24'000 Forschende

Wie wichtig die vom SNF geförderte Forschung ist, zeigen auch die Zahlen von Ende 2025: Gesamthaft waren zu diesem Zeitpunkt mehr als 6000 Projekte im Gang. Daran beteiligten sich rund 24'000 Forschende von Hochschulen und anderen Institutionen, davon 42 Prozent Frauen. 39 Prozent der Forschenden waren jünger als 35 Jahre. Der Anteil an Forscherinnen, die ein Projekt leiten, betrug 35 Prozent.

Weitere Informationen vermittelt der Jahresbericht 2025. Die detaillierten Kennzahlen und Angaben zu allen geförderten Projekten sind auf dem SNF-Datenportal zugänglich.

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Ausgewählte Einblicke ins Jahr 2025

50 Jahre NFP: Seit 1975 haben über 80 Nationale Forschungsprogramme (NFP) des SNF zur Lösung aktueller Herausforderungen beigetragen. Die Ergebnisse, ob zu künstlicher Intelligenz, antimikrobieller Resistenz oder Covid-19, sind relevant für Politik und Gesellschaft.

Forschungsrat und Co-Direktion: Im April 2025 hat der neu strukturierte Forschungsrat unter der Leitung von Torsten Schwede die Arbeit begonnen. Gleichzeitig übernahm die Co-Direktion mit Katrin Milzow und Thomas Werder Schläpfer die Führung der Geschäftsstelle in Bern.

Zusammenarbeit mit der Ukraine: Eine Delegation der ukrainischen Förderorganisation hat im Mai 2025 den SNF besucht. Bereits 2023 hatten die beiden Organisationen eine gemeinsame Ausschreibung lanciert. An 20 geförderten Projekten sind mehr als 80 Forschende aus der Ukraine beteiligt.

Grundlagenforschung: Der SNF fördert mit dem Grossteil seines Budgets die Grundlagenforschung. Ihre essenzielle Bedeutung für die Schweiz hat er ab Herbst 2025 in einer Serie von Artikeln und Videos kommuniziert.

Transparenz durch Daten: Seit 50 Jahren liegen die Daten zur SNF-Forschungsförderung digital vor. Ausführliche Informationen über rund 90'000 finanzierte Projekte sind für alle Interessierten öffentlich zugänglich. 2025 ist die Datenbank mehrere hunderttausend Mal aufgerufen worden.

Globaler Süden: Ende 2025 haben der SNF und die DEZA eine zweite Phase des Programms SOR4D gestartet. Sie läuft von 2026 bis 2031 mit einem Budget von 22 Millionen Franken. Forschende und Praxispartner:innen aus der Schweiz und dem Globalen Süden nehmen am Programm teil. Gemeinsam entwickeln sie Lösungen für nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung.

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Der Text dieser Medienmitteilung und weitere Informationen stehen auf der Webseite des Schweizerischen Nationalfonds zur Verfügung.

Pressekontakt:

Abteilung: Kommunikation
E-Mail: com@snf.ch

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