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Sichere Abtreibungen und diskriminierungsfreie Gesellschaften: Sexuelle und reproduktive Rechte weltweit unter Druck

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Medienmitteilung: MMS-Konferenz 19. April 2023

Sichere Abtreibungen und diskriminierungsfreie Gesellschaften: Sexuelle und reproduktive Rechte weltweit unter Druck

(MMS/Basel, 19. April 2023) Konservative Kreise weltweit greifen frontal Errungenschaften der Frauenbewegung und der LGBTQIA+-Gemeinschaften an. Damit werden nicht nur sexuelle und reproduktive Rechte, sondern auch der Kampf gegen sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/Aids in Frage gestellt. Die Fachtagung des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz ruft dazu auf, diesen Angriffen offen entgegenzutreten.

Seien es die Einschränkungen des Rechtes auf sichere Abtreibungen in den USA und in den Ländern Lateinamerikas, seien es homosexuellenfeindliche Gesetzgebungen wie in Uganda: Die sexuellen und reproduktiven Rechte stehen weltweit durch konservative, rechte und religiös-fundamentalistische Kräfte unter Druck. Der Angriff auf die körperliche Autonomie von Frauen und die rechtliche Diskriminierung der LGBTQIA+-Gemeinschaften sind Verstösse gegen die Menschenrechte. Sie gefährden nicht nur den sozialen Frieden in den betroffenen Gesellschaften, sondern stellen auch eine Gefahr für die Gesundheit weltweit dar.

Gesundheitlich fatale Tendenzen

Eine heute in Bern stattgefundene Konferenz des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz hat sich mit den Folgen des Drucks auf die sexuellen und reproduktiven Rechte auseinandergesetzt. Dabei wurden insbesondere auch Expert:innen aus Senegal und Zimbabwe gehört, die auf die schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen hingewiesen haben: Verschärfungen im Abtreibungsrecht treiben Frauen zu unsicheren Aborten und erhöhen die Müttersterblichkeit. Diskriminierungen von Menschen der LGBTQIA+-Gemeinschaften treiben diese an den gesellschaftlichen Rand und verhindern den Zugang zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdienstleistungen, wie etwa den Präventionsangeboten zur Verhinderung von sexuell übertragbaren Krankheiten. Damit hintertreiben konservative Kreise Erfolge im Kampf gegen Krankheiten wie HIV/Aids, aber auch gegen andere übertragbare Krankheiten.

International starkes Engagement der Schweiz gefordert

Aufgrund der verschiedenen an der Konferenz vertretenen Erfahrungen und dem Expert:innen-Wissen sind die Anwesenden zum Schluss gekommen, dass das Eintreten gegen die Anti-Genderbewegung und für das Recht auf Abtreibung und eine diskriminierungsfreie Gesellschaft durch die internationale Zusammenarbeit und in der globalen Gesundheit gestärkt werden muss. Dazu gehört insbesondere auch die Stärkung derjenigen Kräfte im globalen Süden, die sich für die sexuellen und reproduktiven Rechte engagieren. Da dies aus gesundheitlicher Sicht auch im Interesse der Schweizer Bevölkerung liegt, ist es zentral, dass sich die Schweiz international konsequent für diese Rechte engagiert.

Für weitere Informationen

Andréa Rajman, Medicus Mundi Schweiz, Verantwortliche Romandie: +41 (0)79 646 77 68

Martin Leschhorn Strebel, Medicus Mundi Schweiz, Geschäftsführer: +41 (0)79 673 02 24

Medicus Mundi Schweiz, das Netzwerk Gesundheit für alle, ist ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 50 in der internationalen Gesundheitszusammenarbeit tätigen schweizerischen Organisationen.

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