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Weinlese 2014 im Kanton Luzern: Perfektes Frühjahr bringt Rekordernte

Luzern (ots)

Trotz nassem Sommer und Schäden durch die Kirschessigfliege wurden im Kanton Luzern noch nie so viele Trauben geerntet wie 2014. Gründe sind die sommerliche Witterung während der Blüte und die Zunahme der Rebfläche. Der Jahrgang 2014 verspricht auch qualitativ sehr gut zu werden. Dies geht aus der amtlichen Weinlesekontrolle der Dienststelle Landwirtschaft und Wald hervor.

Die Luzerner Winzerinnen und Winzer haben ein turbulentes Rebjahr hinter sich. Der Winter war mild, das Frühjahr mehrheitlich trocken. Die Reben trieben entsprechend früh aus und standen bereits Mitte Juni, drei Wochen früher als im Vorjahr, in der Blüte. Bald zeigte sich, dass der Behang ausserordentlich stark war und reduziert werden musste. Das feuchtwarme Wetter im Sommer förderte das Wachstum und erhöhte die Gefahr eines Befalls durch den Falschen Mehltaupilz.

Kirschessigfliege in fast allen Rebbergen

Ende August wurde in den Luzerner Weinbergen erstmals die Asiatische Kirschessigfliege festgestellt. Sie breitete sich rasch aus und es gab im Kanton Luzern bald keinen befallsfreien Rebberg mehr. Frühe Sorten waren stärker davon betroffen als späte, rote mehr als weisse, dünnhäutige mehr als dickhäutige, muskatige mehr als neutrale Sorten. Als robust erwiesen sich Johanniter, Gamaret, Sauvignon blanc, Pinot gris sowie glücklicherweise die Luzerner Hauptsorten Riesling-Silvaner und Blauburgunder. Besonders stark befallen waren die Randreihen entlang von Hecken und Waldrändern mit Holunder, Brombeeren, Heidelbeeren oder Wildobst. Bei einzelnen Sorten wie Cabernet Dorsa, Acolon, Muscat bleu, Dornfelder oder Garanoir entstand ohne Bekämpfung ein Totalausfall.

Gesamthaft betrug der Ernteausfall durch die Kirschessigfliege zehn Prozent. Ins Gewicht fällt der zusätzliche Aufwand bei der Ernte und für die Bekämpfung der Kirschessigfliege. Es ist anzunehmen, dass das erforderliche regelmässige Mähen des Unterwuchses zudem die Stiellähme förderte. Diese führte zu einer weiteren Ernteeinbusse von zehn Prozent. Geduld und Ruhe waren gefragt, galt es doch Noternten unreifer Trauben zu verhindern.

Überraschend hohe Zuckergehalte

Im Oktober liessen die zahlreichen Föhntage die Trauben gut ausreifen. Die Ernte fand in der Zeit vom 11. September bis 4. November 2014 statt. Beim Blauburgunder wurden im Durchschnitt 89 Grad Oechsle, beim Riesling-Silvaner 76 Grad Oechsle gemessen. Dies entspricht den Werten des Vorjahres und dem guten Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Den höchsten Wert erreichte erneut die Sorte Solaris mit 101 Grad Oechsle. Die Rekordernte von 310 Tonnen (Vorjahr 301 Tonnen) entspricht 350'000 Flaschen Luzerner Wein. Nebst den aussergewöhnlichen Verhältnissen während der Blüte und dem wüchsigen Sommer ist die stetig zunehmende Rebfläche im Kanton Luzern für den guten Ertrag verantwortlich. Mit 641 Gramm pro Quadratmeter bewegt sich der Flächenertrag im Bereich des Optimums. Die Ernte der roten Trauben ist mit 142 Tonnen leicht tiefer als jene der weissen mit 168 Tonnen. 95 Prozent der Menge wird zu Weinen mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (AOC Luzern) verarbeitet.

Die Weinlesekontrolle erfasste 39 Sorten auf einer Fläche von 50 Hektaren. Im Vorjahr waren es noch 45 Hektaren. Die Weine zeigen sich nach der Gärung erfreulich. Sie sind aromatisch und gut strukturiert. Sie vermögen an den hohen Standard der letzten Jahre anzuknüpfen.

Anhänge: 
- Weinlese nach Sorten (PDF) 
- Bild 1: Die Erntegebinde waren voll 
- Bild 2: Schäden durch die Kirschessigfliege 
- Bild 3: Mit Freude an der Weinlese: Franz Mühlebach, Erntehelfer
          bei der Weinlese im Rebberg des BBZN Hohenrain.
Anhänge 
http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/12371_20141210_weinlese.pdf 
http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/12371_20141210_weinlese1.jpg 
http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/12371_20141210_weinlese2.jpg 
http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/12371_20141210_weinlese3.jpg

© Urheberrechte sind beim Kanton Luzern: www.lu.ch

Kontakt:

Beat Felder
Dienststelle Landwirtschaft und Wald, Spezialkulturen
Tel. 041 228 30 99 und 079 232 55 44

beat.felder3@edulu.ch

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