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05.08.2021 – 09:27

Blaues Kreuz Schweiz

Medienmitteilung: Jugendliche schützen Jugendliche

Medienmitteilung: Jugendliche schützen Jugendliche
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Medienmitteilung

Zum Weltjugendtag am 12. August

Jugendliche schützen Jugendliche

Bern, 5. August 2021. Mit Testkäufen kontrolliert das Blaue Kreuz die Einhaltung des Jugendschutzes beim Verkauf von Alkohol. Zwei von fünf Jugendliche erhalten Alkohol, obwohl das Gesetz das verbietet. Wer sind die jungen Testkäufer, was treibt sie an und was erleben sie?

Das Blaue Kreuz ist der grösste Testkäufer von Alkohol in der Schweiz. Im vergangenen Jahr führte es 2772 Testkäufe durch. Bei 37 Prozent der Käufe erhielten Jugendliche Alkohol, für den sie gemäss dem Gesetz zu jung waren (Bier und Wein unter 16 Jahren, Spirituosen unter 18). «Das Tragen der Schutzmaske während der Corona-Pandemie erschwerte die Altersüberprüfung von Auge, so dass es für Jugendliche noch einfacher war, an Alkohol zu kommen», berichtet Kuno, ein 16-jähriger Testkäufer aus dem Aargau.

Am leichtesten erhält man Alkohol in Dorfläden

Kuno ist kräftig gebaut und sieht deshalb älter aus, als er ist. «In mehr als der Hälfte der Fälle erhalte ich Alkohol», erzählt er mit einer Mischung aus Belustigung und Ernst. Am einfachsten sei es in kleinen Dorfläden, wo die Leute einander leichter trauen, sagt er. Bei den grossen Ladenketten sei das Verkaufspersonal besser geschult und kontrolliere deshalb strenger. Kuno wird für die Testkäufe im Stundenlohn bezahlt. Ein Einsatz dauere wenige Stunden, reich werde er damit also nicht.

Das Blaue Kreuz beschäftigt in mehreren Regionen Begleitpersonen, welche die Testkäufe minutiös vorbereiten. Sie fahren die Testkäufer zu den im Voraus bestimmten Verkaufsstellen. Dort warten sie im Auto, bis die Testkäufer mit leeren oder vollen Händen zurückkehren. Anschliessend klären sie die beteiligten Verkäufer über die Gesetzeskonformität ihres Verhaltens auf. Dabei kann es zu emotionalen Situationen kommen: zu gereizten Worten, aber auch zu Tränen der Enttäuschung über das eigene Fehlverhalten, wie der 15-jährige Ali aus dem Kanton Zürich berichtet.

Selbstbeherrschung und Pokerface

Ali kennt auch kuriose Szenen, zum Beispiel, wenn ein Verkäufer das Auto der Begleitperson erkennt. Ali besucht zurzeit die 3. Sekundarklasse. Er möchte Zimmermann lernen und sich später an der Berufsmittelschule zum Bauzeichner weiterbilden. «Mit den Testkäufen verdiene ich etwas Geld.» Er ist darüber erstaunt, dass das Verkaufspersonal nicht öfter nach dem Ausweis fragt.

Einige Verkäufer reagieren souverän. «Sie haben mir schon ins Gesicht gelacht, weil sie merkten, dass ich zu jung war», erzählt die 15-jährige Testkäuferin Giulia aus dem Kanton Zürich. An den Testkäufen reizten sie die Selbstbeherrschung und das Pokerface, damit man ihr nichts anmerkt. Wenn Testkäufer nach ihrem Alter gefragt werden, sind sie verpflichtet, die Wahrheit zu sagen. Giulia zieht aus ihren Einsätzen den Schluss, dass Eltern nicht blind darauf vertrauen können, dass das Verkaufspersonal ihren minderjährigen Kindern keinen Alkohol verkauft.

Auskunft

Weltjugendtag der UNO

Der internationale Tag der Jugend wird jedes Jahr am 12. August begangen. Er wurde 1999 von der UNO ausgerufen und hat zum Ziel, weltweit das Bewusstsein für Jugendfragen zu schärfen. Am Weltjugendtag finden auf der ganzen Welt Konzerte, Workshops, kulturelle Veranstaltungen und Treffen mit nationalen und lokalen Regierungsvertretern und Jugendorganisationen statt.

Testkäufe beim Blauen Kreuz

Mit Testkäufen in Läden, Imbissständen, Restaurants usw. zeigt das Blaue Kreuz auf, wo Verbesserungsbedarf bei der Umsetzung der Jugendschutzgesetze besteht. Es bietet Schulungen für Verkaufspersonal und Festivalveranstalter an und ermutigen alle, die mit dem Verkauf und Vertrieb von Alkohol zu tun haben, die geltenden Gesetze zu kennen und anzuwenden.

Das Blaue Kreuz (www.blaueskreuz.ch) hilft suchtkranken Menschen, unterstützt deren Angehörige und setzt sich für einen verantwortungsvollen Konsum ein. Seine Unterstützungsangebote reichen von der persönlichen Beratung für Betroffene bis hin zu Integrationsprogrammen für ehemalige Alkoholabhängige. Besonderes Gewicht erhalten die Suchtprävention und Gesundheitsförderung für ein überwiegend jüngeres Publikum.

Blaues Kreuz Schweiz 
Lindenrain 5
3012 Bern