Sirtex Medical Limited

Erhebliche Verbesserung der Überlebensqualität bei primärem Leberkrebs durch SIR-Spheres® Y-90 Harz-Mikrosphären

Amsterdam (ots/PRNewswire) -

Die SARAH Studie mit 459 Patienten zeigt, dass die lokale Therapie 
des fortgeschrittenen, inoperablen hepatozellulären Karzinoms (HCC) 
mit
SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären im Vergleich zu einer täglichen 
systemischen Standardtherapie mit Sorafenib nicht zum gewünschten 
Vorteil hinsichtlich der Gesamtüberlebensdauer geführt hat, jedoch 
eine signifikante Reduzierung der Nebenwirkungen und eine bessere 
Lebensqualität
erreicht wurden   

Patienten mit fortgeschrittenem, inoperablem hepatozellulärem Karzinom (HCC), die im Rahmen der 459 Patienten umfassenden französischen SARAH Studie in der Regel eine oder zwei Behandlungen mit zielgerichtet auf die Leber wirkenden SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären erhielten, zeigten ähnliche Überlebensraten wie Patienten, denen zweimal täglich eine systemische Standardbehandlung mit Sorafenib verabreicht wurde. Die mit der Behandlung verbundenen unerwünschten Nebenwirkungen wurden allerdings um mehr als die Hälfte reduziert und waren signifikant weniger schwerwiegend. Die auf dem Internationalen Leber-Kongress (The International Liver Congress(TM)) 2017[1] vorgestellten Daten zeigten zudem eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität.

Die Ergebnisse, die Auswirkungen auf die Behandlung von jährlich Zehntausenden von Leberkrebspatienten haben könnten, wurden von der Hauptstudienleiterin der SARAH Studie, Frau Professor Dr. med. Valérie Vilgrain, Abteilung für Radiologie, Krankenhaus Beaujon (Hôpital Beaujon), Assistance Publique - Hôpitaux de Paris (AP-HP) und Université Paris Diderot, Sorbonne Paris Cité, Frankreich, vorgestellt.

(Logo: http://photos.prnewswire.com/prnh/20150119/724485 )

"Weder durch Sorafenib noch SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären konnte ein statistisch signifikanter Vorteil hinsichtlich des Gesamtüberlebens der Studienpatienten erreicht werden," sagte Prof. Vilgrain. "Obwohl 26,6% der Patienten im SIRT-Arm per Protokoll keine SIR-Spheres erhalten haben, war der primäre Endpunkt das Gesamtüberleben in der 'Intention-to-Treat [ITT]' Population nicht signifikant unterschiedlich (median 8,0 gegenüber 9,9 Monaten; p=0,18). Betrachtet man darüber hinaus nur diejenigen Patienten, die SIR-Spheres oder Sorafenib gemäß SARAH Protokoll erhalten haben, so war das mediane Gesamtüberleben identisch (9,9 gegenüber 9,9 Monate; p= 0,92)."

"Im Hinblick darauf, was für die Patienten wichtig ist, zeigen die Ergebnisse dieser ersten umfangreichen direkten Vergleichsstudie von zielgerichtet auf die Leber wirkender Selektiver Interner Radiotherapie (SIRT) mit systemischer Chemotherapie mit Sorafenib eindeutig, dass auf die Leber abzielende Behandlungsverfahren mit SIR-Spheres signifikant besser verträglich sind und die Lebensqualität erheblich steigern," stellte Prof. Vilgrain fest. "Ich glaube, dass dieser Gesichtspunkt künftig ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl der Erstlinientherapie für diese Patientenpopulation sein sollte."

Der Unterschied in der Häufigkeit und dem Schweregrad der Nebenwirkungen bei Patienten, die mit SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären behandelt wurden, im Vergleich zu jenen, die eine Sorafenib-Behandlung erhielten, war frappierend. Von den Patienten, die mit SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären behandelt wurden, klagten signifikant weniger über jegliche mit der Behandlung verbundenen Nebenwirkungen (76,5% gegenüber 94,0% bei Sorafenib; p<0,001), und die Nebenwirkungen waren überdies weniger gravierend (>= Grad 3; 40,7% gegenüber 63,0%, p<0.001). Darüber hinaus waren die Patienten, die mit SIR-Spheres Y-90 Harz Mikrosphären behandelt wurden und über Nebenwirkungen im Zusammenhang mit ihrer Behandlung berichteten, im Verlauf der SARAH Studie im Durchschnitt nur 5-mal von solchen unerwünschten Vorfällen betroffen, im Vergleich zu durchschnittlich etwa 10 Vorfällen bei jenen Patienten, die eine Sorafenib-Behandlung erhielten (p<0,001).

Allgemeine behandlungsbedingte Symptome wie Fatigue (42% gegenüber 65%; p<0,001), Unterleibsschmerzen (20% gegenüber 29%; p=0,032), Übelkeit oder Erbrechen (12% gegenüber 23%; p=0,001) und Infektionen (4% gegenüber 11%; p=0,007) wurden von Patienten, die mit SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären behandelt wurden, ebenfalls weniger häufig berichtet und waren weniger heftig als bei Sorafenib-Patienten.

Von den mit SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären behandelten Patienten litt eine geringere Anzahl an behandlungsbedingtem Durchfall (13% gegenüber 68% bei Sorafenib; p<0,001), Hand-Fuß-Syndrom (0,4% gegenüber 21%; p<0,001), Anorexie (13% gegenüber 32%; p<0,001), Gewichtsverlust (6% gegenüber 21%; p<0,001) und Haarausfall (0% gegenüber 16%; p<0,001) sowie Infektionen (4% gegenüber 11%; p=0,007), Bluthochdruck (3% gegenüber 13%; p<0,001) und nicht-gastrointestinale Blutungen (3% gegenüber 10%; p=0,002).

Es traten nur wenige Komplikationen auf, die potenziell im Zusammenhang mit der SIRT-Behandlung stehen könnten und - was noch wichtiger ist - keinerlei durch Radioembolisation verursachte Lebererkrankung (Stahlenhepatitis). Mit SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären wurde keine signifikante Zunahme an gastrointestinalen (GI) Ulzerationen (2% gegenüber 0,5% bei Sorafenib; p=0,37), einschließlich eines Falles von strahleninduziertem GI Ulcus, Aszites (12% gegenüber 11%; p=0,57), Hyperbilirubinämie (12% gegenüber 13%; p=0,86), bei nur einem Fall von strahlenbedingter Pneumonitis (0,4% gegenüber 0; p=0.46), beobachtet.

Die Ergebnisse der Auswertung der Fragebögen zur Lebensqualität, welche die SARAH-Teilnehmer in dreimonatigen Abständen nach ihrer Anfangsbehandlung ausgefüllt haben, unterstreichen den Vorteil von SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären. "Auf Basis ihrer Antworten auf Fragen zum allgemeinen Gesundheitszustand des Fragebogens der Europäischen Gesellschaft für Forschung und Behandlung von Krebs [European Organisation for Research and Treatment of Cancer - EORTC] QLQ-C30 lässt sich schließen, dass der Gesundheitszustand von Patienten, die mit SIR-Spheres behandelt wurden, während der Dauer der SARAH Studie stabil blieb, wohingegen Patienten, die mit Sorafenib behandelt wurden, von einer signifikanten und dauerhaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands berichteten (Gruppeneffekt: p=0,005; Zeiteffekt: p<0,001; Zunahme der Differenz zwischen den Gruppen im Laufe der Zeit: p=0,045)," sagte Prof. Vilgrain.

"Zudem," fügte sie hinzu, "haben wir festgestellt, dass die Tumoren der mit SIR-Spheres behandelten Patienten eine höhere objektive Ansprechrate aufwiesen (19,0% gegenüber 11,6%; p=0,042) als unter Sorafenib-Behandlung. Auch das Risiko des Fortschreitens der Krebserkrankung innerhalb der Leber, was die Hauptursache für den tödlichen Verlauf dieser Krankheit ist, wurde erheblich reduziert."

Hintergrund der SARAH-Studie

"Für Patienten mit HCC, die weder für eine Lebertransplantation noch für chirurgische Eingriffe oder eine Ablation zur Behandlung ihrer vorhandenen Tumoren in Frage kommen, stehen die Überlebenschancen schlecht. Sie haben eine Überlebenserwartung von ein bis zwei Jahren bei zunehmender Entkräftung und Schmerzen", so Frau Prof. Vilgrain. "In vielen Fällen ist das HCC schon so weit fortgeschritten, dass Sorafenib die vorrangige Behandlungsoption darstellt. In anderen Fällen können wir Patienten im intermediären Krankheitsstadium anfänglich mit mehreren Chemotherapie-Zyklen behandeln, wobei die Infusion direkt in die Leber erfolgt, was man als transarterielle Embolisation oder TACE bezeichnet. Dieser Ansatz ist allerdings nicht immer erfolgreich."

"Bei Patienten mit fortgeschrittenem HCC oder bei denen, die nicht auf TACE ansprachen, haben wir in den letzten zehn Jahren der oralen systemischen Therapie mit Sorafenib vertraut, die im Vergleich zu Placebo die Überlebenszeit nachweislich verlängert, jedoch viele unerwünschte Nebenwirkungen verursacht, wodurch die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigt werden kann. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, zu prüfen, ob nicht die Behandlung mit einer neueren zielgerichtet auf die Leber wirkenden Therapie, der Selektiven Internen Radiotherapie mit SIR-Spheres (SIRT), eine bessere Alternative darstellt. Unsere Entscheidung, die SARAH Studie zu initiieren, wurde auf der Grundlage bislang durchgeführter kleinerer Studien und retrospektiver Analysen getroffen, die darauf schließen ließen, dass SIR-Spheres für HCC-Patienten zumindest genauso wirksam und gut verträglich sein könnten", erklärte sie.

In der randomisierten, kontrollierten Open-Label-Studie SARAH (SorAfenib versus Radioembolization in Advanced Hepatocellular carcinoma) wird die Wirksamkeit der Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT oder auch Radioembolisation) mit Yttrium-90 [Y-90] Harz-Mikrosphären (SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären, Sirtex Medical Limited, Sydney, Australien) direkt mit der Wirksamkeit von Sorafenib (Nexavar®, Bayer HealthCare Pharmaceuticals, Berlin, Deutschland) verglichen.

SARAH wurde im Dezember 2011 gestartet, im Februar 2015 wurde die Patientenrekrutierung abgeschlossen.

Mit 459 Patienten, die in 25 klinischen Zentren in ganz Frankreich behandelt wurden, ist SARAH die größte jemals durchgeführte randomisierte Studie zum Vergleich Selektiver Interner Radiotherapie - oder anderer zielgerichtet auf die Leber wirkender Therapien - mit systemischer Standardtherapie von primärem Leberkrebs. Fast 70% aller Patienten der SARAH Studie hatten HCC im fortgeschrittenen Stadium (Barcelona Clinic Liver Cancer Stadium C) mit Pfortaderthrombose und ohne extrahepatische Metastasen. Bei den meisten anderen Patienten hatten zwei TACE-Zyklen nicht angeschlagen.

Die Ergebnisse von SIRveNIB, einer Parallelstudie mit mehr als 360 HCC-Patienten im asiatisch-pazifischen Raum, werden am 4. Juni 2017 auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt.

Was ist ein hepatozelluläres Karzinom (HCC)?

90% aller Menschen, bei denen ein primärer Leberkrebs diagnostiziert wurde, sind HCC-Patienten. Primärer Leberkrebs ist die sechsthäufigste Krebsform weltweit und die zweithäufigste Ursache von krebsbedingten Todesfällen. Von HCC betroffen sind vorwiegend Patienten mit Zirrhose verschiedenster Ursachen, darunter virale Hepatitis, Alkoholmissbrauch und Fettleber. Diese Erkrankung führt jedes Jahr[2] zu weltweit mehr als 670.000 Todesfällen. Unter den HCC-gefährdeten Menschen nimmt die Inzidenz von HCC mit dem Alter stetig zu und erreicht bei rund 70 Jahren ihren Höchstwert.[3]

Insgesamt entwickelt im Durchschnitt ein Drittel aller Patienten mit Leberzirrhose im Laufe ihres Lebens ein HCC.[4]

- Weltweit können etwa 54 % der HCC-Fälle einer HBV-Infektion 
  zugeordnet werden (400 Millionen Betroffene), während 31 % auf eine
  HCV-Infektion zurückgehen (170 Millionen Betroffene).[3]
- In Afrika und Ostasien kann der größte Anteil den HBV-Infektionen 
  (60 %) zugerechnet werden, während in der westlichen Welt 
  chronische HCV-Infektionen der Hauptrisikofaktor zu sein 
  scheinen.[5],[6] 

Man geht heute zudem davon aus, dass bis zu einem Achtel (12,8 %) der Patienten mit nichtalkoholischer Steatohepatitis (NASH) mit Zirrhose ein HCC entwickelt.[7] NASH, von der allgemein angenommen wird, dass sie von Typ-2-Diabetes, Insulinresistenz, Fettleibigkeit, Hyperlipidämie und Bluthochdruck ausgelöst wird, hat sich zur Hauptursache von Lebererkrankungen in den westlichen Ländern entwickelt. Die Progression von NASH erhöht das Risiko von Zirrhose, Leberversagen und HCC drastisch. Dies wird mit der weltweiten Diabetes- und Fettleibigkeitsepidemie in Verbindung gebracht.[8]

HCC tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf, mit Ausnahme von Afrika, wo mehr Frauen betroffen sind.[2]

Was ist SIRT mit SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären?

SIRT mit SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären ist eine zugelassene Therapie für inoperable Lebertumoren. Es handelt sich um eine minimal-invasive Behandlungsmethode, bei der hochdosierte hochenergetische Betastrahlung direkt an die Tumoren abgegeben wird. SIRT wird den Patienten durch Interventionelle Radiologen verabreicht, die Millionen radioaktiver Harz-Mikrosphären (Durchmesser zwischen 20 und 60 Mikrometern) über einen Katheter in die Leberarterien infundieren, über die sich die Tumoren mit Blut versorgen. Die Mikrosphären nutzen die tumoreigene Blutversorgung, um eine Strahlendosis, die 40-mal höher ist als bei einer herkömmlichen Strahlentherapie und dabei gesundes Gewebe schont, gezielt an die Lebertumoren abzugeben.

SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären sind in Argentinien, Australien, Brasilien, der Europäischen Union (CE-Kennzeichnung), der Schweiz, der Türkei und mehreren asiatischen Ländern für die Behandlung nicht-resektabler Lebertumoren zugelassen. In den USA verfügen SIR-Spheres Y-90 Harz-Mikrosphären über ein Pre-Market Approval (PMA) der FDA und sind für die Behandlung von nicht-resektablen Lebermetastasen eines primären kolorektalen Karzinoms mit adjuvanter intrahepatischer arterieller Chemotherapie (IHAC) mit FUDR (Floxuridin) indiziert.

Referenzen:

1. Vilgrain V et al.  The International Liver Congress(TM) 2017 - 
   52nd annual meeting of the European Association for the Study of 
   the Liver, J Hepatol 2017; 66 (Suppl 1): Abs. GS-012.
2. Extrapolated from Ferlay J et al.  Globocan 2012. v1.0, Cancer 
   Incidence and Mortality Worldwide: IARC CancerBase No. 11 
   [Internet]. Lyon, France: International Agency for Research on 
   Cancer; 2013. Available from: http://globocan.iarc.fr, accessed on
   14/April/2017.
3. EASL-EORTC Clinical Practice Guidelines: Management of 
   hepatocellular carcinoma.  J Hepatol 2012; 56: 908-43.
4. Sangiovanni A et al.  Hepatology 2006; 43: 1303-10.
5. Di Bisceglie AM.  Hepatology 2009; 49 (Suppl 5): S56-60.
6. Davis GL et al.  Proc (Bayl Univ Med Cent) 2008; 21: 266-80
7. White DL et al.  Clin Gastroenterol Hepatol 2012; 10: 1342-59.
8. World Gastroenterology Organisation Global Guidelines: 
   Nonalcoholic Fatty Liver Disease and Nonalcoholic Steatohepatitis,
   2012. 

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