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27.07.2021 – 09:05

ZHAW - Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften

Beweggründe für das Impfen hängen vom Alter ab

Medienmitteilung vom 27.07.2021

ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Beweggründe für das Impfen hängen vom Alter ab

Gemäss einer ZHAW-Studie zum Impfzentrum Winterthur steht beim Impfentscheid von älteren Menschen vor allem der Selbstschutz im Vordergrund, bei Jüngeren der Schutz der Risikobevölkerung. Deutlich zugenommen hat laut der Umfrage der gesellschaftliche Druck, sich impfen zu lassen.

Aus welchen Gründen sich jemand gegen das Corona-Virus impfen lässt, hängt vom Alter ab. Während bei Menschen über 65 Jahren der Schutz der eigenen Gesundheit und der Gesamtgesellschaft an erster Stelle steht, sind bei jüngeren Menschen bis 24 Jahre der Schutz der Risikobevölkerung, die Aussicht, wieder reisen zu können, sowie die Beseitigung der negativen Auswirkungen der Pandemie die Hauptmotive für eine Impfung. Dies zeigen erste Zwischenergebnisse einer Begleitstudie zum Impfzentrum Winterthur, durchgeführt von der ZHAW. Rund 9000 Personen, die sich seit Anfang April im zweitgrössten Zentrum des Kantons Zürich haben impfen lassen, nahmen bislang für die Studie an der Online-Befragung teil. In dieser wurden sie unter anderem zu ihren Beweggründen für die Impfung befragt. Über alle Altersgruppen gesehen ist der Schutz der eigenen Gesundheit der wichtigste Grund, gefolgt von der Beseitigung der negativen Auswirkungen der Pandemie, wie beispielsweise weiteren Lockdowns. Die Angst vor der Pandemie wurde dagegen bei sämtlichen Altersgruppen am wenigsten als Impfmotiv genannt.

Dass die einzelnen Altersgruppen unterschiedliche Beweggründe für die Impfung haben, ist für Julia Dratva, Co-Studienleiterin vom ZHAW-Departement Gesundheit, wenig erstaunlich. «Die Motive entsprechen dem, was der Bund in seiner Kommunikation immer wieder empfiehlt: Ältere Menschen schützen sich mit der Impfung selbst, Junge vor allem die Gesellschaft.» Diese Solidarität der Jungen mit der Risikobevölkerung ist gemäss den Studienergebnissen stark ausgeprägt.

Der gesellschaftliche Druck nimmt stetig zu

Die Begleitstudie zeigt auch, dass der von Teilnehmenden wahrgenommene gesellschaftliche Druck, sich impfen zu lassen, seit Beginn der Impfkampagne deutlich zugenommen hat. Lag der Wert Mitte April bei tiefen 1,9 Punkten auf einer Skala von 1-10, ist er bis Ende Juli auf 4,3 Punkte angestiegen.

«Dass der Druck zunimmt, ist wohl darauf zurückzuführen, dass im Rahmen der Impfkampagne die Bemühungen zugenommen haben, unentschlossene und skeptische Menschen vom Impfen zu überzeugen», sagt Julia Dratva. Auch die Verbreitung der ansteckenderen Deltavariante des Corona-Virus könne ein Grund für den wahrgenommenen Druck sein.

Mehr als die Hälfte der Eltern begrüssen Impfung der Kinder

Studienteilnehmende mit Kindern bis 16 Jahre konnten sich auch zur Frage äussern, ob sie diese impfen lassen würden. Rund 55 Prozent gaben an, dies auf jeden Fall oder wahrscheinlich zu tun, weitere 10 Prozent würden dagegen noch zuwarten, bis andere ihre Kinder geimpft haben. «Der Anteil jener, die ihre Kinder impfen lassen würden, ist bei bereits Geimpften zwar recht hoch», sagt Julia Dratva. Nichtsdestotrotz würden längst nicht alle den eigenen Impfentscheid auf ihre Kinder übertragen. Das deute darauf hin, dass für viele Eltern die geringe Datenlage zur Impfung bei dieser Altersgruppe und das kleine Risiko einer Erkrankung derzeit gegen die Impfung ihrer Kinder spreche.

Hohe Zufriedenheit mit dem Impfzentrum

Die Arbeit des Impfzentrums Winterthur wurde von einem Grossteil der Studienteilnehmenden sehr gut bewertet. 95 Prozent waren zufrieden mit dem Ablauf der Impfung. «Vor dem Hintergrund, dass das Impfzentrum sehr kurzfristig aufgebaut wurde und eine hohe Zahl an Impfungen bewältigen musste, ist dies ein sehr guter Wert», sagt Florian Liberatore, Co-Studienleiter von der ZHAW School of Management and Law. Rund 82 Prozent der befragten Personen würden wahrscheinlich wieder ein Impfzentrum nutzen, nur 45 Prozent dagegen eine Arztpraxis und 28 Prozent eine Apotheke. «Die hohe Nutzungsbereitschaft in der Bevölkerung könnte ein Anreiz dafür sein, Impfzentren auch künftig zu betreiben – etwa für den Fall, dass eine Covid-19-Impfung jedes Jahr notwendig sein sollte», sagt Liberatore.

Kontakt

Florian Liberatore, stv. Leiter Management im Gesundheitswesen, Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie, ZHAW School of Management and Law, Tel. 058 934 70 35, E-Mail florian.liberatore@zhaw.ch

Katrin Schmitt, Kommunikationsverantwortliche Impfzentrum Winterthur, Tel. 076 499 04 74, E-Mail katrin.schmitt@impfzentrumwinterthur.ch

Tobias Hänni, Kommunikation ZHAW-Departement Gesundheit, Tel. 058 934 65 28, E-Mail tobias.haenni@zhaw.ch

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