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WWF Schweiz: Arktische Eisschmelze lässt Meeresspiegel doppelt so schnell ansteigen

    Zürich (ots) - Die Arktis erwärmt sich deutlich schneller als der Rest der Erde. Das hat Konsequenzen für die ganze Welt: Die globale Klimaerwärmung wird beschleunigt, und der Meeresspiegel steigt stark an. Bis zu einem Viertel der Erdbevölkerung könnte bis 2100 von Überflutungen betroffen sein, sagt eine neue WWF-Studie.

    "Heute erwärmt sich die Arktis doppelt so stark wie die Erde im Durchschnitt. Das ist für die ganze Welt gefährlich", sagt Patrick Hofstetter, Leiter Klimapolitik beim WWF Schweiz. In einem Teufelskreis treiben sich die Eisschmelze in der Arktis und die globale Klimaerwärmung gegenseitig an: Wenn die helle Eisfläche schrumpft und die dunkle Meeres- und Erdoberfläche wächst, wird mehr Sonnenergie absorbiert. Das treibt die Temperaturen weiter in die Höhe. Zudem werden in der Region grosse Mengen des Treibhausgases Methan freigesetzt, die bisher eingefroren waren. Beide Effekte verstärken die globale Klimaerwärmung, die ihrerseits das arktische Eis rascher schmelzen lässt.

    Die neue WWF-Studie "Arctic Climate Feedbacks: Global Implications" fasst die aktuellsten Daten zusammen und zeigt, dass die Veränderungen viel schneller ablaufen als bisher erwartet. Die Eisschmelze in der Arktis dürfte den Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um über einen Meter ansteigen lassen - mehr als das Doppelte, als bisherige Prognosen voraussagten. Für einen Viertel der Weltbevölkerung drohen damit Überflutungen.

    Die Arktis spielt eine wichtige Rolle im globalen Klimasystem. Schmilzt das arktische Eis im erwarteten Ausmass, beeinflusst dies die Meeresströmungen weltweit. Auch die Temperatur- und Niederschlagmuster in Kontinentaleuropa und in Nordamerika werden sich ändern, was die Tier- und die Pflanzenwelt, die Landwirtschaft und die Wasserversorgung vor zusätzliche Probleme stellt.

    "Den Teufelskreis von gefährlichen Rückkoppelungen im Klimasystem können wir nur durchbrechen, wenn wir die Treibhausgas-Emissionen so stark reduzieren, dass die globale Erwärmung unter 2 Grad bleibt", sagt Patrick Hofstetter. "Dafür müssen die Industrieländer ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent senken - auch die Schweiz."

    Die Studie wird heute auf der Weltklimakonferenz in Genf vorgestellt. Hier finden Sie ab sofort die ganze Studie (Englisch) und eine Zusammenfassung (Deutsch): wwf.ch/medien

    Arktis-Bilder finden Sie hier: wwf.ch/fotos. Ein Foto wurde um ca. 9 Uhr auch über Keystone verschickt.

Kontakt:
Patrick Hofstetter, Leiter Klimapolitik WWF Schweiz,
076 305 67 37, patrick.hofstetter@wwf.ch



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