Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Kitas helfen mehr - Kommentar von Miguel Sanches

Essen (ots) - Der Groschen ist gefallen, ein wenig spät, Ministerin Schröder! Das Betreuungsgeld wurde seit langem in der schwarz-gelben Koalition infrage gestellt, weil die Haushaltslage angespannt ist. Nun will die Familienministerin die Prämie nur ein statt zwei Jahre lang zahlen. Sie sei darüber schon sehr froh "angesichts der Finanzlage". Bitter für Frau Schröder. Es ist ihr Prestigeprojekt. Es wird der CSU in Bayern ebenso wenig passen. Dort verkämpfte man sich dafür, dass Eltern (meist Mütter) dafür belohnt werden, dass sie in der Erziehungsphase zu Hause bleiben. In gewisser Weise passte das Projekt besser am Tegernsee als in Duisburg. Es ist seltsam, dass Schröder es immerhin für ein Jahr einführen will. Hat sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt? Starke Kräfte in der Union möchten selbst das Elterngeld auf den Prüfstand stellen. Hinzu kommt der Verdacht, dass die bildungsfernen Schichten und die Einwandererfamilien auf das Betreuungsgeld schielen. Ihren Kindern aber hilft mehr ein Kita-Platz, wo sie früh gefördert werden. Am Tegernsee, wo das Gehaltsniveau höher und der Ausländeranteil niedriger ist als in Duisburg, kann man das Betreuungsgeld ja zahlen.

Kontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de



Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: