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09.09.2021 – 12:18

AlixPartners

AlixPartners Disruption Index 2021
Disruption als neuer Wirtschaftstreiber: Corona befeuert Umbruch – Schweizer Unternehmen mangelt es an Dringlichkeit

Zürich (ots)

  • Schweizer Unternehmen im internationalen Vergleich skeptisch: Nur rund 30 Prozent der hiesigen Unternehmen sehen sich in der Lage, zukünftige disruptive Herausforderungen zu bewältigen
  • Wettbewerb, Technologie, KI und Regulierung als zentrale Herausforderungen
  • 48 Prozent sehen Corona als zentralen Beschleuniger – Mangel an qualifiziertem Personal sowie verstärkte Automatisierung und Nachhaltigkeitsstandards als weitere Ursachen

Covid-19, Chipmangel, politische Machtumbrüche und Naturkatastrophen – die disruptiven Herausforderungen für die Wirtschaft reissen auch nach 17 Monaten Dauerzustand Pandemie nicht ab. Ganz im Gegenteil: Unternehmen aller Sektoren – von Automotive, Financial Services bis hin zu Luftfahrt und Technologie – sehen sich sowohl mit brancheninternen als auch -übergreifenden Veränderungen konfrontiert. Disruption hat sich, nicht zuletzt bedingt durch den Brandbeschleuniger Covid-19, zur grössten strategischen Zukunftsherausforderung für Gesellschaft und Wirtschaft entwickelt, die in ihrer Intensität und Reichweite auch in den kommenden Jahren zunehmen wird. Doch Schweizer Unternehmen sind darauf nur unzureichend vorbereitet: Lediglich knapp 30 Prozent der hiesigen Führungskräfte sehen sich in der Lage, etwaige disruptive Störungen rechtzeitig zu erkennen.

Das sind die zentralen Erkenntnisse aus dem diesjährigen „AlixPartners Disruption Index 2021“. Die global agierende Beratung befragt jährlich die Einstellung internationaler Führungskräfte zu den disruptiven Einflüssen auf die wirtschaftliche Situation von Unternehmen.

Beatrix Morath, Schweiz-Chefin bei AlixPartners, sagt: „Unternehmen benötigen in Zukunft mehr denn je eine klare Strategie, um negative disruptive Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Der Index zeigt, dass neue Technologien und eine schnelle Anpassung an veränderte Strukturen und Arbeitsweisen in den vergangenen Monaten die vorherrschenden Reaktionen auf den Wandel waren. Flexibilität, Agilität und ein krisenresistentes Risikomanagement werden die entscheidenden Faktoren der Zukunft sein.“

Ungenügende Vorbereitung auf den Wandel

Denn auch wenn die Unternehmen im Durchschnitt das Gefühl haben, relativ gut durch die Krise gekommen zu sein, scheinen nur die wenigsten auf beständig zunehmende Herausforderungen wie Wettbewerb, Technologie, KI und Regulierung vorbereitet zu sein. Vor allem Schweizer Unternehmen reagieren im internationalen Vergleich eher zurückhaltend: Nur 30 Prozent der hiesigen Führungskräfte sehen sich und ihre Unternehmen in notwendigem Mass auf die disruptiven Kräfte von morgen vorbereitet, im Vergleich zu grossen Wirtschaftsnationen wie China und den USA, die mit jeweils 50 Prozent und 48 Prozent künftigen Herausforderungen deutlich zuversichtlicher entgegenblicken.

Auch bei den für die Bewältigung der zukünftigen disruptiven Herausforderungen notwendigen Schritten herrscht Skepsis: Obwohl sich die Schweiz in der Vergangenheit vergleichsweise gut durch (globale) Krisen manövriert hat, sind nur 45 Prozent der befragten Führungskräfte davon überzeugt, dass ihr Unternehmen auch tatsächlich die notwendigen Schritte eingeleitet hat, um auf den bevorstehenden wirtschaftlichen Wandel zu reagieren. Insbesondere gilt das für Schweizer Manager Im Vergleich zu ihren Kollegen aus dem mittleren Management (39 Prozent) blickt die oberste Führungsspitze mit rund 57 Prozent eher besorgt in die Zukunft. Dies gilt auch für den Bereich Jobsicherheit: Geben 44 Prozent der insgesamt Befragten an, dass sie durch Disruption um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes besorgt sind, so sind es auf C-Level zehn Prozent mehr.

Corona als zentraler disruptiver Treiber, aber nicht alleinige Ursache

Auch wenn die Corona-Krise nicht als alleiniger Hauptfaktor für den fortschreitenden disruptiven Wandel der globalen Wirtschaft angesehen werden kann, sind mit 48 Prozent knapp die Hälfte der Schweizer Unternehmen davon überzeugt, dass die Pandemie diesen zumindest in signifikantem Masse beschleunigt hat. Dennoch sind die Pandemie und ihre direkten Auswirkungen dabei nicht der alleinige Treiber: Im direkten Vergleich mit dem Einfluss von weiteren potenziellen Disruptionsfaktoren schafft es die Corona-Krise mit 29 Prozent der Befragten, die ihr einen ‚sehr starken‘ oder ‚extrem starken‘ Einfluss zuschreiben, sogar nur auf Platz drei.

Den ersten Platz teilen sich die Faktoren ‚Neue und sich wandelnde Geschäftsmodelle und Wettbewerbsstrukturen‘ und ‚Technologischer Fortschritt bei Materialien und Verfahren‘, gefolgt von ‚Signifikanten Veränderungen der Verbraucherdemografie und -einkommen‘ (32 Prozent). Auf dem vierten Platz liegen mit jeweils 28 Prozent die Faktoren ‚Datenschutz und Datensicherheit‘ sowie ‚Steigende Verbrauchererwartungen hinsichtlich personalisierter Produkte, Dienstleistungen und Erfahrungen‘.

Auch der vorherrschende Mangel an qualifiziertem Personal und langfristige wirtschaftliche Trends wie zunehmende Automatisierung und strengere Nachhaltigkeitsstandards gelten als signifikante Herausforderungen für Unternehmen in der Zukunft.

Disruption bewältigen: Technologischer Wandel ist essentiell, aber keine Universallösung

Die Studie zeigt, dass rund die Hälfte aller befragten Unternehmen (53 Prozent) für die Bewältigung von Disruption auf Investitionen in neue Technologien setzt, insbesondere in den Bereichen Datenaggregation und -analyse – oft sind es grosse Unternehmen, da sie entsprechend mehr Kapital zur Verfügung haben. Die Strategie ist also nicht für jedes Unternehmen darstellbar; zudem müssen entsprechende technologische Lösungen effektiv in die Unternehmensprozesse integriert werden, oftmals gegen Widerstand im Unternehmen selbst. Weitere beliebte Strategien sind die Expansion in eine neue, vielversprechende geografische Region oder einen Sektor bzw. der Austritt aus nicht mehr profitablen Märkten (42 Prozent) sowie die Anpassung von operativen Kosten (39 Prozent).

Über den AlixPartners Disruption Index

Der AlixPartners Disruption Index 2021 ist eine Befragung des globalen Beratungsunternehmens hinsichtlich der Einstellung von Führungskräften zu den disruptiven Einflüssen auf die wirtschaftliche Situation von Unternehmen. Für die Umfrage wurden im Zeitrahmen von November 2020 bis Januar 2021 mehr als 3.000 Führungskräfte in den USA, Kanada, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, der Schweiz, China und Japan befragt und stammen überwiegend aus den Branchen Luft-, Raumfahrt und Verteidigung, Automotive, Konsumgüter, Finanzdienstleistungen, Medien und Unterhaltung, Detailhandel, Technologie sowie Telekommunikation. Alle Befragten waren zwischen 25 und 65 Jahren, waren in einer führenden Director- oder höheren Position und arbeiteten in einem Unternehmen mit einem Umsatz von über 50 Mio. US-Dollar.

Über AlixPartners

Die global agierende Beratung AlixPartners steht für die ergebnisorientierte Unterstützung namhafter Mandanten bei zeitkritischen und komplexen Transformations- und Ertragssteigerungsprogrammen. Tiefgreifende Branchenexpertise und funktionale Kompetenz sowie die Kenntnis der Hebel erfolgreicher Restrukturierung ermöglichen es AlixPartners, den Wandel von Gross- und mittelständischen Unternehmen zielgerichtet zu begleiten.

Mit über 2.000 Mitarbeitern ist AlixPartners weltweit in 24 Büros vertreten, darunter seit dem Jahr 2014 auch mit einem eigenen Büro in der Schweiz. AlixPartners-Berater arbeiten an herausfordernden Projekten, die die Zukunft von Unternehmen massgeblich beeinflussen, oft in kritischen Situationen, bei denen viel auf dem Spiel steht – When it really matters.

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