Handelszeitung

Media Service: Entsorgung von Atommüll droht teurer zu werden

Zürich (ots) - Die Kosten für die Stilllegung von Schweizer AKW und die Entsorgung des nuklearen Abfalls werden nach wie vor massiv unterschätzt. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Erhebung der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES), über die die «Handelszeitung» berichtet. Die Umweltorganisation hat Szenarien berechnet, welche bisher ausgeblendete Kostenrisiken wie Bauverzögerungen, rechtliche Hürden sowie böse Überraschungen unter Tage mitberücksichtigen. Die Szenarien zeigen, dass im Vergleich zum offiziellen Zeitplan des Bundes eine Verzögerung von 35 Jahren zu erwarten ist. Dadurch resultieren Mehrkosten von mindestens 3,5 Milliarden Franken.

«Die Schätzungen der AKW-Betreiber beruhen auf einem Schönwetterszenario», kritisiert Sabine von Stockar von der Energie-Stiftung. Sie fordert, dass der Bund die Kostenrisiken in Form von verschiedenen Szenarien antizipiert. Zu optimistische Zahlen würden dazu führen, dass die Einlagen der Betreiber in die Fonds zur Deckung der Stilllegungs- und Entsorgungskosten zu tief ausfallen. «Letztlich würden dann die Steuerzahler zur Kasse gebeten.»

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