Winterhilfe Schweiz / Secours suisse d'hiver / Soccorso svizzero d'inverno

75 Jahre Winterhilfe Schweiz: Schneesterne helfen in dunklen Zeiten

Bern (ots) - Die Winterhilfe Schweiz feiert ihr 75-jähriges Bestehen

Seit 75 Jahren setzt sich die Winterhilfe Schweiz für Menschen ein, die in unserer Wohlstandgesellschaft nie angekommen sind. Kaum ein anderes Hilfswerk kämpft auf nationaler Ebene so unmittelbar gegen offene und versteckte Armut. Mit zusätzlichen 750'000 Franken soll im Jubiläumsjahr noch nachhaltiger geholfen werden.

Die Winterhilfe, mitten in der Weltwirtschaftskrise 1936 gegründet, ist kein Relikt aus vergangenen, wirtschaftlich härteren Zeiten. Sie ist eine topaktuelle moderne Institution, die dort einspringt, wo staatliche Sozialhilfe nicht ausreicht. Längst ist sie zu einem Ganz-Jahres-Hilfswerk geworden, auch wenn der Schneestern als Symbol geblieben ist. Rund 200 mehrheitlich freiwillig Helfende in 27 Kantonalorganisationen sind tagtäglich mit Schicksalen konfrontiert, die rasches Handeln, tätige Unterstützung und materielle Hilfe erfordern.

Aus der Schweiz für die Schweiz

"Die Winterhilfe hat in ihren Statuten verankert, dass sie rasch und umkompliziert helfen will", hält die Zentralpräsidentin der Winterhilfe Schweiz, die Alt-Ständerätin und einstige Zürcher Stadträtin Monika Weber vor der Presse fest. Seit ihrer Gründung vor 75 Jahren wird das Hilfswerk durch private Spenden alimentiert. Die Mittel kommen vollumfänglich Menschen in Not in der Schweiz zugute. Rund 17'000 Hilfesuchende, darunter 6000 Kinder werden pro Jahr unterstützt. Zum Jubiläum sind die Hilfsgelder markant aufgestockt worden: 750'000 Franken werden an die Kantonalorganisationen verteilt, die damit zum Teil ausserordentliche Aktionen starten. An Projekten mangelt es nicht. "Menschen in Not gibt es überall", hält die Zentralpräsidentin fest.

Armut gestern und heute

Die Geschichte der Winterhilfe ist auch eine Dokumentation der Armut in der Schweiz. Gegründet 1936, zu einer Zeit also, als es die grossen Schweizer Sozialwerke AHV, IV und eine eidgenössische Arbeitslosenversicherung noch nicht gab, war die Hilfsaktion auf Anhieb ein Erfolg: 1,1 Millionen Franken kamen bei der ersten Spendensammlung zusammen, im Kriegsjahr 1941 waren es gar 3,1 Millionen. Vielen Familien blieb dank der unmittelbaren Hilfe der Gang aufs Sozialamt und somit das Stigma, armengenössig zu sein, erspart.

Die Winterhilfe wirkte auch in späteren Jahren bedarfsorientiert und dabei sehr effizient. Jungen Müttern wurden Ovomaltine und Sardinen als Zusatz zur schmalen Kriegskost abgegeben, Bauern erhielten Saatkartoffeln, Milch- und Suppenküchen wurden eingerichtet und in Kleiderstuben lernten die Frauen, Kleider zu flicken oder abzuändern. Die letzte dieser Kleiderstuben wurde übrigens erst im Jahr 2000 geschlossen - in der Stadt Zürich.

Heute geht es, dank der Sozialwerke, in der Schweiz kaum mehr ums nackte Überleben. Aber das Thema Armut ist immer noch aktuell. Da sind die "Working Poor", die mit knapp dem Nötigsten auskommen müssen, da sind alte, kranke und einsame Menschen, denen bereits eine Zahnarztrechnung oder eine zerbrochene Brille schlaflose Nächte bescheren kann. Immer öfter wird aber auch eine nachhaltige Unterstützung angestrebt durch Beiträge an Weiter- oder Zusatzausbildungen. Denn wer einem Kind oder Jugendlichen einen guten Start ermöglicht, der hilft langfristig und nachhaltig. Wer Familien in einer Notlage unterstützt, hilft mit, Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen. Und einen besseren Leistungsausweis kann es im Grunde für ein Hilfswerk gar nicht geben.

Bilder unter: http://www.winterhilfe.ch/de/deutsch/portrait/plakate/

Kontakt:

Monika Weber
Zentralpräsidentin
E-Mail: monika.weber@bluewin.ch
Tel.: +41/44/202'05'50

Daniel Frei
Zentralsekretär Winterhilfe Schweiz
E-Mail: daniel.frei@winterhilfe.ch
Teöl.: +41/44/269'40'53



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