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Andreas Engert, M.D.

Kombination von MabCampath(R) mit Fludara(R) hoch wirksam in der Behandlung von rezidivierender und refraktärer CLL

San Diego, California (ots/PRNewswire)

- Vorteile auch für Patienten, bei denen MabCampath- oder
Fludara-Monotherapie nicht ansprach
Untersuchungsergebnisse einer klinischen Phase-II-Studie über die
Kombination der Therapien mit MabCampath (Alemtuzumab) und mit
Fludara (Fludarabinphosphat) (FluCam) wurden heute auf der 46.
jährlichen Konferenz der American Society of Hematology (ASH)
vorgestellt und lassen vermuten, dass die Kombinationstherapie sicher
und wirksam für die Behandlung von Patienten mit rezidivierender und
refraktärer B-Zell-CLL (chronische lymphatische Leukämie) ist. Auf
Grundlage dieser vielversprechenden Ergebnisse wurde eine
prospektive, randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich von FluCam
mit Fludarabin in Monotherapie bei Patienten mit rezidivierender CLL
begonnen.
"Die Kombinationstherapie bietet offensichtlich synergistische
Vorteile für den Patienten durch Verringerung oder Eliminierung
nachweisbarer minimaler Resterkrankung," erklärte Professor Andreas
Engert, Dr. med. von der Abteilung für Innere Medizin an der
Universität Köln. "Diese Daten zeigen, dass das FluCam-Regime die
Verringerung der Remissionsinzidenz unterstützen kann, und das auch
bei Patienten, bei denen eine Fludarabin- oder
Alemtuzumab-Monotherapie nicht angesprochen hat."
Von den insgesamt 37 an der Studie beteiligten Patienten kommen
gegenwärtig 34 Patienten für die Bewertung in Frage. Die
Gesamt-Responserate (ORR) lag bei 85 % mit einer Complete Response
(CR) für 29 % und einer Partial Response (PR) für 56 % der Patienten.
Kein Befund für die minimale Resterkrankung (MRD) ergab sich im
peripheren Blut bei 44 % der Patienten. Die Befundung erfolgte per
4-Farben-Fluss-Zytometrie.
Purinanaloga, insbesondere Fludara, beeinflussen das Management
von CLL stark. Mit ihnen wurden Gesamt-Responserates von 60 - 80
Prozent in Monotherapie bei zuvor unbehandelten Patienten erzielt.
Trotz dieser hohen Responseraten im Vergleich zu anderen Wirkstoffen
wird bei Patienten weiterhin nachweisbare MRD festgestellt und
schliesslich kommt es zum Rückfall. Diese Untersuchung konnte
nachweisen, dass die Kombinationstherapie sogar bei den Patienten mit
typisch schlechten Prognosefaktoren wirksam war, nämlich bei
Patienten, die zuvor mit mehreren Therapien behandelt wurden oder die
auf Fludara- oder MabCampath-Monotherapie nicht angesprochen hatten.
Einzelheiten der Studie
Die Patienten erhielten FluCam-Therapie nach einer kurzen Periode
mit MabCampath-Dosiseskalation mit einer Dosissteigerung von 3 mg auf
10 mg bis auf 30 mg an darauffolgenden Tagen. Das FluCam-Regime
bestand aus Fludarabin 30 mg/m2/Tag IV 15-30 Min. lang (Tage 1-3)
unmittelbar gefolgt von Alemtuzumab 30 mg IV 2 Stunden lang (Tage
1-3). Eine Wiederholgung dieser Kombination erfolgte an Tag 29 bei
insgesamt maximal sechs Zyklen.
Das mittlere Alter der Patienten lag bei 61,0 Jahren
(Altersbereich von 38-80), 76 Prozent waren männlich, 76 Prozent
hatten eine Erkrankung des Binetstadiums C, und die mittlere Anzahl
vorheriger Behandlungsregimes lag bei zwei (Bereich 1-8). Die ORR lag
bei 85 % mit einer Complete Response (CR) für 29 % und einer Partial
Response (PR) für 56 % der Patienten. Bei einem Patienten wurde
stabile Erkrankung (stable disease, SD) und bei vier weiteren
Patienten Progression ihrer Erkrankung (progression of disease, PD)
festgestellt. Keine Befunde für MRD wurden im peripheren Blut von 44
% der Patienten festgestellt. Zu ZMV-Reaktivierung kam es bei zwei
Patienten: Bei einem Patienten wurde ZMV durch PCR bestätigt. Er
starb aufgrund von E. coli sepsis. Ein Patient hatte subklinische
ZMV-Reaktivierung, die erfolgreich mit IV Ganciclovir behandelt
wurde. Zwei Patienten mit refraktärer Erkrankung entwickelten
Funguspneumonie. Bemerkenswert ist, dass sieben Patienten zu
Studienbeginn aktive Autoimmun-Hämolyseanämie (AIHA) und/oder
Autoimmun-Thrombozytopenie (AITP) hatten und mit FluCam erfolgreich
behandelt werden konnten. Darüber hinaus konnten neun weitere
Patienten mit transfusionsabhängiger Thrombozytopenie und/oder Anämie
aufgrund von Knochenmarksinfiltrierung vor der Therapie erfolgreich
mit FluCam behandelt werden.
Informationen zu CLL
CLL ist die häufigste Form der Leukämie bei Erwachsenen. Von
dieser Krankheit werden jährlich etwa 120.000 Personen in den
Vereinigten Staaten und in Europa befallen. Die Krankheit wird
zumeist bei Patienten im Alter von 50 Jahren oder älter
diagnostiziert. CLL ist gekennzeichnet durch die Ansammlung
funktionell unreifer weisser Blutkörperchen (Lymphozyten) im
Knochenmark, in der Blutbahn, im Lymphgewebe und in anderen Organen.
Im Blut befinden sich zwei Arten Lymphozyten, B-Zellen und T-Zellen.
Etwa 95 Prozent aller CLL-Fälle betreffen krebsartig veränderte
B-Zellen. Da die Lebensdauer dieser B-Zellen länger ist als die
normaler B-Zellen, nimmt ihr Anteil nach und nach zu, und sie
"verdrängen" die normalen, gesunden Blutkörperchen. Die Ansammlung
funktionell unreifer Zellen im Knochenmark macht die Erzeugung
gesunder Zellen unmöglich und kann zum Tod führen. Symptome sind u.
a. Müdigkeit, Knochenschmerzen, Nachtschweiss, Appetit- und
Gewichtsverlust, aber aufgrund der Schädigung des Knochenmarks wird
auch das Immunsystem geschwächt und der Patient ist einem höheren
Infektionsrisiko ausgesetzt.
Informationen zu MabCampath(R) (Alemtuzumab)
MabCampath, ein in den USA auch unter der Bezeichnung Campath(R)
vermarktetes Medikament, ist der erste und einzige für CLL
zugelassene, humanisierte monoklonale Antikörper und das erste
Medikament mit nachgewiesener Wirksamkeit bei CLL-Patienten, die
weder auf Alkylanzien noch auf Fludara (Fludarabinphosphat)
ansprechen. Keine andere Therapie hat in dieser Patientengruppe
ähnliche Wirksamkeit gezeigt. Die Wirkungsweise von
MabCampath/Campath ist von derjenigen konventioneller
Therapiemethoden völlig verschieden, da das Medikament selektiv auf
das CD52-Antigen der malignen Lymphozyten abzielt. Die Anlagerung von
MabCampath an Krebszellen führt zum Tod der Zellen. Dieser Prozess
führt zur Entfernung der malignen Lymphozyten aus der Blutbahn, dem
Knochenmark und anderen betroffenen Organen, was wiederum eine
Erhöhung der Lebenserwartung mit sich bringen kann.
MabCampath hat ein Nebenwirkungsprofil gezeigt, das sich mit
geeigneter Prophylaxe gegen opportunistische Infektionen sicher
behandeln und überwachen lässt. Diese Nebenwirkungen sind
vorhersehbar, kontrollierbar und heilbar. Darüber hinaus können
Patienten wieder ihre eigenen, gesunden Blutkörperchen bilden, da
MabCampath nicht die Stammzellen im Knochenmark angreift.
Informationen zu Fludara(R) (Fludarabinphosphat)
Fludarabinphosphat (Fludara(R)) ist eine Second-line-Therapie für
B-CLL-Patienten, die nicht auf vorhergehende Therapierung mit
alkylierenden Chemotherapiesubstanzen angesprochen haben. In Europa
ist Fludara als First-line-Therapie zur Behandlung von B-CLL
zugelassen. Es wird ebenso als mögliche Therapie bei verschiedenen
Krebsarten erforscht und wurde im Jahr 2001 von Health Canada für die
Behandlung von niedrig-malignem Non-Hodgkin-Lymphom zugelassen. Diese
Zulassung wurde inzwischen auch in anderen Ländern gewährt.
Fludara ist eine zytotoxische Chemotherapiesubstanz, die sowohl
maligne als auch nicht-maligne weisse Blutzellen abtötet. Im
Unterschied zu alkylierenden, zytotoxischen Chemotherapien, die zur
Zerstörung maligner Zellen eine toxische Atmosphäre im Blut erzeugen,
verkürzt Fludara, ein Purinnukleosidanalog, die Lebensdauer
bestehender Leukämiezellen und beeinträchtigt die Erzeugung neuer
DNA, wodurch das Wachstum der Leukämiezellen gehindert wird.
Ansprechpartner: Dr. med. Andreas Engert, Hauptberater des
Universitätsklinikums Köln, Abteilung für innere Medizin, Tel.:
+49-221-478-5933/5966 oder E-Mail:  Ia.engert@uni-koeln.de.

Pressekontakt:

Dr. med. Andreas Engert, Hauptberater des Universitätsklinikums Köln,
Abteilung für innere Medizin, Tel.: +49-221-478-5933/5966 oder
E-Mail: Ia.engert@uni-koeln.de