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SCHOTT stellt Klimaziele neu auf - SBTi bestätigt Reduktionspfad

SCHOTT stellt Klimaziele neu auf - SBTi bestätigt Reduktionspfad
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Mainz (ots)

  • Wichtiger Meilenstein: Die Science Based Targets initiative (SBTi) hat die aktualisierten SCHOTT Klimaziele bestätigt.
  • Der Fokus liegt künftig verstärkt auf Emissionsminderungen entlang der Wertschöpfungskette.
  • Das bisherige, selbstgesetzte Ziel "Klimaneutral 2030" wird beendet.

Der Technologiekonzern SCHOTT stellt seine Klimaziele neu auf: Die Science Based Targets initiative (SBTi), die wissenschaftsbasierte Klimaziele von Unternehmen prüft und validiert, hat die überarbeiteten Ziele jetzt bestätigt. Das Reduktionsziel für Scope 1 und Scope 2 aus dem Jahr 2023 bleibt Bestandteil der Klimastrategie bis 2030. Zusätzlich setzt SCHOTT sich das Ziel, ausgewählte Scope-3-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette bis 2030 um 27,5 Prozent zu senken. Damit löst das Unternehmen sein bisheriges internes Ziel "Klimaneutral 2030" durch eine weiterentwickelte, wissenschaftsbasierte Zielsetzung ab.

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SCHOTT arbeitet seit 2019 an der Dekarbonisierung der energieintensiven Glasproduktion und der vor- und nachgelagerten Prozesse. Auf Grundlage des Greenhouse Gas Protocol wurden die direkten Emissionen aus eigenen Anlagen (Scope 1) sowie die indirekten Emissionen aus eingekauftem Strom und Wärme (Scope 2) seit 2019 um rund 70 Prozent reduziert. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Umstellung der Strombeschaffung seit 2021 auf Energy Attribute Certificates (EACs) aus erneuerbaren Energiequellen sowie Power Purchase Agreements (PPAs). Dies bleibt auch künftig zentraler Hebel der Dekarbonisierung neben der technologischen Weiterentwicklung der Produktion sowie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.

"Die damals gesetzten Klimaziele waren ein wichtiger Ausgangspunkt für unsere Transformation. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt. Wir setzen weiterhin auf Strom aus erneuerbaren Energien und treiben die technologische Weiterentwicklung unserer Produktion voran. Gleichzeitig richten wir den Fokus noch stärker auf Emissionsminderungen entlang der Wertschöpfungskette. Die wissenschaftliche Bestätigung unserer überarbeiteten Klimaziele durch die Science Based Targets initiative ist dafür ein wichtiger Meilenstein", erklärt Dr. Torsten Derr, Vorstandsvorsitzender der SCHOTT AG.

Emissionsgutschriften aus Klimaschutzprojekten außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette sind nicht Bestandteil der bestätigten Klimaziele. Vor diesem Hintergrund führt SCHOTT das 2019 intern gesetzte Ziel einer bilanziell klimaneutralen Produktion (Scope 1 und 2) bis 2030, das auch CO2-Kompensation als wesentlichen Bestandteil vorsah, nicht weiter.

2026: Wertschöpfungskette und Elektrifizierung rücken in den Fokus

Das größte Reduktionspotenzial liegt für SCHOTT in Scope 3. Mehr als 80 Prozent des Corporate Carbon Footprint entfielen im Geschäftsjahr 2025 auf Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, weil Scope 1 und vor allem Scope 2 Emissionen bereits erfolgreich reduziert werden konnten. Die Reduktionsschritte sollen deshalb künftig verstärkt bei Lieferketten sowie weiteren vor- und nachgelagerten Kategorien ansetzen. SCHOTT setzt sich das Ziel einer Reduktion ausgewählter Scope-3-Emissionen um 27,5 Prozent bis zum Geschäftsjahr 2030. "Wir sehen signifikantes Potenzial, gemeinsam mit Lieferanten die Scope-3-Emissionen zu reduzieren. Deshalb werden wir unser Engagement in der Wertschöpfungskette mit Pilotprojekten weiter ausbauen", so Dr. Martin Bleider, Leiter Sustainable Procurement.

Um das Ziel zu erreichen, ist eine Vielzahl verschiedener Maßnahmen vorgesehen. Im Fokus liegen dabei die Emissionen aus eingekauften Gütern - so sollen PCFs von Vorprodukten Teil der Einkaufsbewertung werden, der Austausch mit Lieferanten zu Nachhaltigkeitsthemen wird intensiviert und die Wissensvermittlung an Lieferanten sowie deren konkrete Unterstützung bei Themen wie Strom aus erneuerbaren Quellen, SBTi-Zielsetzungen oder PCF-Berechnungen wird weitergeführt.

Trotz der Fokussierung auf die Wertschöpfungskette sieht SCHOTT auch weiterhin Reduktionspotenziale in der eigenen Produktion. Die Dekarbonisierung der Glasschmelze bleibt ein zentrales Element. Die Elektrifizierung zählt dabei zu den wichtigsten technologischen Hebeln, um direkte Emissionen aus der Produktion weiter zu reduzieren. Eine erste elektrische Pilotwanne mit einem geringen Gasanteil der Business Unit Tubing soll im bayerischen Mitterteich im Laufe des Jahres 2027 in Betrieb gehen. Dafür investiert SCHOTT rund 40 Millionen Euro. Die neue Wanne in Mitterteich dient der Erprobung der Technologie unter industriellen Bedingungen. Darüber hinaus prüft das Unternehmen weitere technologische Ansätze zur CO2-Reduktion in der Glasschmelze, darunter Mikrowellen- und Plasmatechnologien. Dr. Torsten Derr: "Wir investieren in Technologien, die das Potenzial haben, die Emissionen unserer Produktion langfristig weiter zu senken. Gleichzeitig stärken wir damit industrielles Know-how am Standort Deutschland."

Hintergrund: Weiterentwicklung der wissenschaftsbasierten Klimaziele

Die SBTi ist ein international anerkannter Standard zur Validierung wissenschaftsbasierter Klimaziele. Bereits 2023 hatte die SBTi ein gemeinsames Reduktionsziel für Scope 1 und Scope 2 sowie ein Supplier-Engagement-Ziel für Scope 3 anerkannt. Mit den erneut bestätigten Klimazielen entwickelt SCHOTT seine Zielarchitektur weiter: In Scope 1 und Scope 2 hat das Unternehmen das SBTi-validierte Reduktionsziel von 46,2 Prozent gegenüber 2019 bereits übertroffen. Für Scope 3 ersetzt SCHOTT das bisherige Supplier-Engagement-Ziel durch ein konkretes Reduktionsziel: Ausgewählte Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette sollen bis 2030 um 27,5 Prozent sinken.

Über SCHOTT

Der internationale Technologiekonzern SCHOTT produziert hochwertige Komponenten und leistungsfähige Materialien wie Spezialglas, Glaskeramik und Polymer. Viele Produkte von SCHOTT kommen in High-Tech-Anwendungen zum Einsatz, die heutige technologische Grenzen verschieben - beispielsweise als Wellenleiter in smarten AR-Datenbrillen, als Glaskeramik-Spiegelträger in den weltgrößten Teleskopen oder als Laserglas in der Kernfusionsforschung. Pioniergeist macht die rund 17.400 Mitarbeitenden in über 30 Ländern zu kompetenten Partnern für zahlreiche Branchen wie Gesundheit, Hausgeräte, Unterhaltungselektronik, Halbleiter, Optik, Astronomie, Energie sowie Luft- und Raumfahrt. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte SCHOTT einen Umsatz von 2,83 Milliarden Euro und ein EBIT in Höhe von 230 Millionen Euro. SCHOTT wurde 1884 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Mainz (Deutschland). Das Unternehmen gehört der Carl-Zeiss-Stiftung, die mit der Dividende die Wissenschaft fördert und ihre Geschäfte mit ausgeprägtem sozialem Verantwortungsbewusstsein führt. Weitere Informationen unter www.schott.com.

Pressekontakt:

Christine Fuhr
Sustainability Communications Manager
SCHOTT AG, Hattenbergstraße 10, 55122 Mainz
Tel./E-Mail: 06131/66-4550, christine.fuhr@schott.com