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FHNW; Hochschule für Soziale Arbeit: Verbreitete Skepsis gegenüber KI

FHNW; Hochschule für Soziale Arbeit: Verbreitete Skepsis gegenüber KI
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Anbei erhalten Sie eine Medienmitteilung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW.

Medienmitteilung, 14. September 2026

Verbreitete Skepsis gegenüber KI

Künstliche Intelligenz ist in der Schweizer Bevölkerung angekommen, über alle Altersgruppen hinweg. Eine Befragung zeigt nun aber, dass dies nicht ohne Vorbehalt geschieht. Mehr als die Hälfte der Befragten vertraut den KI-Anwendungen nicht – trotzdem nutzen sie die Technologie rege. Gerade ältere Menschen stehen KI kritischer gegenüber als jüngere. Prof. Dr. Alexander Seifert, Experte für Techniknutzung im Alter an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, ordnet ein.

In der Schweiz haben rund 86% der Menschen eine KI-Anwendung wie ChatGPT, Claude oder Gemini in den letzten drei Monaten genutzt. Das geht aus einer neuen Erhebung hervor, bei der 1 009 Personen im Auftrag der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW zu ihrem Nutzungsverhalten befragt wurden. Bei den Ergebnissen zeigen sich Unterschiede in Bezug auf die Intensität der Nutzung und das Vertrauen, das der Technologie entgegengebracht wird. Die Unterschiede sind auf das Alter, aber auch das Bildungsniveau zurückzuführen. Trotz Unterschieden nutzen bereits 68% der Personen ab 65 Jahren solche KI-Tools.

Während rund 44% der jüngeren Menschen von 15-24 Jahren fast täglich KI-Anwendungen verwenden, sind es bei älteren Menschen ab 65 nur 13%. «Gerade im Alter ist es so, dass man KI nicht unbedingt nutzen muss», sagt Alexander Seifert. «Viele ältere Menschen probieren KI erst-mal aus. Zum Spass, um einfach mal zu gucken, was KI denn ist.» Klassische Berührungspunkte mit der neuen Technologie fehlen, etwa die Arbeit oder Schule – und damit auch Gelegenheiten, sich über die Funktionsweise, Chancen und Gefahren zu informieren.

Viel genutzt, aber wenig Vertrauen

Unterschiede zeigen sich auch in Bezug auf das Vertrauen in KI, doch weniger markant als es die unterschiedliche Nutzung zwischen den Altersgruppen vermuten liesse. Das sei überraschend, sagt Alexander Seifert: «Normalerweise sieht man, dass mit mehr Nutzung einer Technologie auch das Vertrauen in sie steigt.» Zwar nimmt das Vertrauen mit dem Alter ab, doch selbst in der jüngsten Altersgruppe vertraut weniger als die Hälfte den Tools. Skepsis ist folglich kein ausschliessliches Altersphänomen.

«Doch was heisst das eigentlich? Dass wir alle eine Technologie nutzen, obwohl wir ihr nicht vertrauen», sagt Alexander Seifert. «Wir nehmen in Kauf, und zwar bewusst, dass etwas falsch sein könnte, nur weil es etwas schneller oder leichter geht.» Diese Ambivalenz drückt sich auch in der grundsätzlichen Einstellung zu KI-Anwendungen aus. Weniger als die Hälfte der Befragten bewertet KI-Anwendungen ausdrücklich positiv. Nutzung bedeutet also nicht automatisch Zustimmung.

Mangelnde Transparenz birgt Gefahren

KI stellt uns vor neue Herausforderungen im Umgang mit Informationen. «Es wird schwieriger, die Qualität von Informationen einzuschätzen, weil kein klarer Absender wie Pro Senectute oder das BAG ersichtlich ist», sagt Alexander Seifert. «Das schafft viel Unsicherheit und dann auch mehr Aufwand.» Bei gesundheitlichen oder sozialen Themen wird es weiterhin den Kontakt mit einem Menschen brauchen, um sicherzustellen, dass Informationen tatsächlich stimmen. «Es gibt Fälle, wo ältere Menschen mit KI-generierten Flyern, wo z.B. Roger Federer angeblich für ein Medikament warb, in die Apotheke kamen», erzählt Alexander Seifert.

Solche Beispiele zeigen, wie wichtig fortlaufende Bildung ist; Digitale Kompetenzen – also der sichere Umgang mit der Technik – gehört zunehmend zum lebenslangen Lernen dazu. «Die Familie oder der Bekanntenkreis sind wichtig. Wenn Enkel und Grosseltern zusammen über KI reden, es ausprobieren, auch kritisch, hilft das schon viel», sagt Alexander Seifert.

Kontakt

Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

Hochschule für Soziale Arbeit

Prof. Dr. Alexander Seifert

Dozent

Riggenbachstrasse 16

4600 Olten

T +41 62 957 29 38

alexander.seifert@fhnw.ch

Über die Erhebung

Die Daten wurden im August 2026 durch die DemoSCOPE AG im Rahmen ihrer Online-Mehrthemenbefragung im Auftrag der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW erhoben. An der Untersuchung nahmen 1 009 Personen aus der Deutschschweiz (n = 750) und der französischsprachigen Schweiz (n = 259) teil. Sie waren zwischen 15 und 96 Jahre alt, das Durchschnittsalter betrug 49,6 Jahre. Von den Befragten waren 49,5 % Männer und 50,5 % Frauen. Die Daten wurden nach Alter, Geschlecht und Sprachregion gewichtet; alle berichteten Anteile beruhen auf den gewichteten Daten.

Da die Erhebung online stattgefunden hat, beziehen sich die Ergebnisse auf Personen, die das Internet nutzen. Wer gar nicht online ist, ist nicht abgebildet. Zusammen mit der Erfassung der Konstrukte durch je eine Einzelfrage sind die Ergebnisse deshalb als erste explorative Bestandsaufnahme zu verstehen.

Vollständiger Bericht: https://irf.fhnw.ch/handle/11645/58023

Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW umfasst zehn Hochschulen mit den Fachbereichen Angewandte Psychologie, Architektur, Bau und Geomatik, Gestaltung und Kunst, Informatik, Life Sciences, Musik, Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Soziale Arbeit, Technik und Umwelt sowie Wirtschaft. Die Campus der FHNW sind in den vier Trägerkantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn angesiedelt. Rund 15 220 Studierende sind an der FHNW immatrikuliert.

Über 1 300 Dozierende vermitteln in 34 Bachelor- und 25 Master-Studiengängen sowie in zahlreichen Weiterbildungsangeboten praxisnahes und marktorientiertes Wissen. Die Absolventinnen und Absolventen der FHNW sind gesuchte Fachkräfte.

Weitere Informationen auf www.fhnw.ch

Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mit Standorten in Olten und Muttenz ist lokal und regional verankert, international vernetzt und in ihren Leistungen in Aus- und Weiterbildung, Forschung und Dienstleistung breit anerkannt. In ihrem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt «Soziale Innovation» analysiert, initiiert und begleitet sie Innovationsprozesse in Kooperation und im Austausch mit der Praxis. Sie fördert damit die Professionalisierung der Sozialen Arbeit und trägt massgeblich zum Verständnis und zur innovativen Bearbeitung sozialer Probleme und gesellschaftlicher Herausforderungen bei.

Weitere Informationen auf www.fhnw.ch/hsa

Mit freundlichen Grüssen

Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Dominik Lehmann
Leiter Kommunikation FHNW
Bahnhofstrasse 6
5210 Windisch
T +41 56 202 77 28
 dominik.lehmann@fhnw.ch
 www.fhnw.ch
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