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08.04.2019 – 14:00

pharmaSuisse - Schweizerischer Apotheker Verband / Société suisse des Pharmaciens

Auch morgen medizinisch gut umsorgt

Bern-Liebefeld (ots)

Apotheker lancieren eine Petition zu Gunsten der Bevölkerung

Heute garantieren Apotheken, Hausärzte und Pflege die wohnortnahe medizinische Versorgung der gesamten Bevölkerung. Statt diese persönliche Grundversorgung zu stärken, plant der Bundesrat eine Vielzahl von unkoordinierten Abbaumassnahmen. Diese bedrohen die medizinische Grundversorgung in der Schweiz. Mit einer Petition fordern Apotheker die Stärkung der Grundversorgung und bieten mit konkreten Vorschlägen Hand für langfristige, zielführende Reformen.

Mitte September 2018 lancierte der Bundesrat die Diskussion um zwei von zahlreichen Abbaumassnahmen im Gesundheitswesen: die Reduktion des Vertriebsanteils sowie die Einführung eines Referenzpreissystems für Generika. Weitere Abbaumassnahmen werden im Verlauf des 2019 folgen. Zum wiederholten Mal setzt der Bundesrat den Rotstift bei Apotheken, Hausärzten oder Pflege an. Der Abbau trifft dabei letztlich die verletzlichste Patientengruppe: chronisch und mehrfach Kranke sowie akut Erkrankte.

Der Abbau erfolgt obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche Massnahmen umgesetzt und bereits mehrere hundert Millionen Franken eingespart wurden. Nur 4,2 % der Krankenkassenprämien entfallen auf Apotheken(1), und diese sparen heute aktiv mit. Bereits heute sind rund 20 Prozent der Apotheken aufgrund ihres geringen Ertrags in einer wirtschaftlichen schwierigen Lage(2). Selbst eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) kommt zum Schluss: Die Sparmassnahmen haben ein Apothekensterben zur Folge(3).

Apotheker sind Kostensparer und Lösungsbringer

Apotheker unterstützen Reformen und Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen: Mit den jährlichen Preissenkungsrunden bei Medikamenten leisten Apotheken schon heute einen grossen Beitrag. Vielmehr noch: Apotheken sind kostensparende Akteure im Gesundheitswesen mit einer Vielzahl von cleveren Lösungen, von denen insbesondere die Kunden profitieren:

   -Apotheker sind Erstversorger: Viele Gesundheitsprobleme lassen 
sich sofort in der Apotheke abklären und teilweise auch mit 
rezeptpflichtigen Arzneimitteln behandeln. Dies spart Zeit, reduziert
Kosten um bis zu 41% gegenüber anderen Leistungserbringern(4) und 
entlastet die Spitalnotfallaufnahmen und Hausärzte. Können Apotheker 
selber keine Lösung anbieten, werden Patienten direkt an den 
richtigen Ort zu einem Arzt oder ins Spital überwiesen. 
   -Apotheker sind Präventionsfachleute: Mit unkomplizierten 
Vorsorgetests, Gesundheitstipps, begleiteter Selbstmedikation und 
Impfungen bleibt die Bevölkerung dank Apothekern fit. Apotheken 
erreichen auch gesunde Leute und machen Prävention (z.B. 
Darmkrebs-Screening) oder bieten neue Dienstleistungen wie Impfen und
erhöhen damit die Durchimpfungsrate. Investitionen in 
Präventionsleistungen der Apotheker senken nachhaltig die Folgekosten
für die Volkswirtschaft, u.a. bleiben Arbeitnehmende gesund oder 
genesen schneller. 
   -Apotheker sind verlässliche Betreuungspersonen: Im Rahmen von 
Therapien sorgen Apotheker für die richtige Medikation und 
erfolgreiche Anwendung. Sie tragen damit zu einer hohen Wirksamkeit 
bei und fördern die Therapietreue. Das verbessert den 
Gesundheitszustand von Patienten und reduziert unnötige und 
kostspielige Medikamentenabfälle. Aktuell sind Apotheker daran, 
Dienstleistungen zur Förderung der Therapietreue als wegweisende 
Lösungen zu testen - ein Einsparpotenzial von theoretisch 30 
Milliarden Franken für das Schweizer Gesundheitswesen. 
   -Apotheker sind Befähiger: Apotheker sind ausgewiesene 
Gesundheitsexperten. Sie absolvieren ein fünfjähriges universitäres 
Studium sowie eine zwei- bis dreijährige anschliessende Weiterbildung
und unterliegen der Pflicht zur lebenslangen Fortbildung. Ihr Wissen 
geben sie in persönlichen Beratungen weiter und stehen als Info-Hub 
mit einer Vielzahl von Informationen oder Gesundheitschecks zur 
Verfügung. Auch das entlastet Ärzte und somit die Prämienlast der 
Schweizer Bevölkerung. 
   -Apotheker sind Medikamenten-Manager: Sie unterstützen dabei, bei 
Medikamenten den Überblick zu behalten. Während der Arzt 
diagnostiziert und verschreibt, berät der Apotheker für den konkreten
Einsatz des Medikaments. Diese persönliche Fachberatung gibt 
Sicherheit, Checks verhindern Fehler und Wechselwirkungen zwischen 
verschiedenen Medikamenten. So bieten Apotheker zum Beispiel den 
Polymedikations-Check (PMC), eine Beratung bei Einnahme mehrerer 
verordneter Medikamente über einen längeren Zeitraum. Apotheker sind 
auch Spezialisten für Generika und therapeutische Alternativen. 

Vereinte Apothekerschaft setzt sich für die Bevölkerung ein

Mit dieser Angebotspalette leisten die Apotheken ihren Beitrag an eine wohnortnahe und persönliche Grundversorgung. Davon profitieren im Netzwerk der Grundversorger die anderen Leistungserbringer sowie die Bevölkerung als Kunden, Patienten und Prämienzahlende. Die geplanten Abbaumassnahmen des Bundesrats gefährden nun dieses Angebot. Statt Apothekenpersonal drastisch abzubauen und medizinische Versorgung lediglich an frequenzreichen Standorten bieten zu können, sollte man sich für die nachhaltige Verstärkung des dezentralen Service public der Apotheken einsetzen.

Die Apothekerschaft ist überzeugt, dass dies die Bevölkerung nicht hinnimmt und lanciert daher die Petition «Auch morgen medizinisch gut umsorgt», um den Bundesrat an seine verfassungsrechtliche Verpflichtung zu erinnern, für eine medizinische Grundversorgung zu sorgen, die einfach zugänglich, von hoher Qualität ist und auf dem Miteinander von Apothekern, Hausärzten und Pflege beruht. Im April und Mai 2019 sammeln deshalb Apotheken-Teams vereint Unterschriften für die Petition. Am 8. April 2019 wurde die Petition offiziell auf dem Bundesplatz lanciert. Am 7. Mai 2019 findet für die Petition ein nationaler Sammeltag statt.

Medienbilder ab ca. 14.00 Uhr: Bilder der Petitionslancierung zur 
freien Verfügung
Fakten und Zahlen: www.pharmaSuisse.org/faktenundzahlen 

Eckdaten Petition

-Titel: «Auch morgen medizinisch gut umsorgt»
-Hintergrund: Der Bundesrat plant eine Vielzahl von unkoordinierten 
Abbaumassnahmen. Diese wirren Schnellschüsse missachten den Willen 
der Bevölkerung für hochwertige Gesundheitsangebote und bedrohen die 
Existenz der Grundversorger und somit die Gesundheit der Bevölkerung.
-Darum unterschreiben: Damit sich Apotheken auch morgen persönlich um
die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz kümmern können.
-Wer darf unterzeichnen: Alle in der Schweiz lebenden Personen, auch 
Nicht-Stimmberechtigte.
-Dauer: 8. April 2019 bis 31. Mai 2019, nationaler Sammeltag am 7. 
Mai 2019.
-Ziel: 200'000 Unterschriften
-Weitere Informationen: www.gut-umsorgt.ch 
(1) Bundesamt für Gesundheit, IQVIA
(2) KOF Konjunkturforschungsstelle, Rollende Kostenstudie in der 
Apotheke (RoKA 2017) 
(3) Bundesamt für Gesundheit (BAG)/Staatssekretariat für Wirtschaft 
(SECO), Studie «Regulierungsfolgenabschätzung zur Einführung eines 
Referenzpreissystems in der Schweiz» vom 21.12.2018
(4) Polynomics AG, Studie «Cost effectiveness of a new collaborative 
primary health care service based in Swiss community pharmacies» 

Über pharmaSuisse

Der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse ist die Dachorganisation der Apothekerinnen und Apotheker. Dem Verband sind über 6'500 Mitglieder und 1'500 Apotheken angeschlossen. pharmaSuisse unterstützt seine Mitglieder dabei, die Bevölkerung bei Gesundheitsfragen optimal zu beraten und betreuen. Dazu erarbeitet der Verband wirkungsvolle Präventionsmassnahmen und entwickelt zukunftsweisende Dienstleistungen für die medizinische Grundversorgung. Mit dem Ziel, das hohe Vertrauen der Bevölkerung in die Apotheken weiter zu stärken. www.pharmaSuisse.org

Kontakt:

Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse
Stephanie Balliana
Leiterin Medienstelle
Stationsstrasse 12, 3097 Bern-Liebefeld
Telefon: +41 (0)31 978 58 27
E-Mail: kommunikation@pharmaSuisse.org

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