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Medienmitteilung: Fast 40 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz sehen Lücken in der Grundversicherung

Medienmitteilung: Fast 40 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz   sehen Lücken in der Grundversicherung
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Medienmitteilung

Zweite repräsentative Comparis-Analyse zum Krankenversicherungsmarkt

Fast 40 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz

sehen Lücken in der Grundversicherung

Fast 40 Prozent der erwachsenen Schweizer Bevölkerung nehmen Lücken in der Grundversicherung wahr. Jede zweite Person hat grosses Interesse, sich zusätzlich gegen Krankheit oder Unfall abzusichern. Das zeigt eine repräsentative Comparis-Befragung. Die hohen Prämien für Zusatzversicherungen sind jedoch das Haupthindernis für einen zusätzlichen Versicherungsschutz. Das gilt für die Romandie deutlich stärker als für die Deutschschweiz. «Die Bevölkerung steckt in einer Zwickmühle: Die Grundversicherung beansprucht bereits einen wachsenden Teil des Haushaltsbudgets, deckt aus Sicht vieler Versicherter trotzdem nicht alle Bedürfnisse nach Komfort, Wahlfreiheit und Sicherheit ab», sagt Comparis-Krankenversicherungsexperte Felix Schneuwly.

Zürich, 16. Juli 2026 – Unbehagen mit der Deckung der Grundversicherung ist weit verbreitet: 38,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz nehmen bei der obligatorischen Krankenversicherung Lücken wahr. Entsprechend zeigen 48,2 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz grosses Interesse an einem zusätzlichen Versicherungsschutz bei Krankheit oder Unfall. Aber die Hürden für eine Zusatzversicherung sind hoch. Deutlich häufiger als noch 2025 werden hohe Prämien für Zusatzversicherungen als Hindernis für den Vertragsabschluss genannt. Das zeigt die zweite repräsentative Comparis-Analyse zum Zusatzversicherungsmarkt.

Besonders Frauen und Personen mittleren Alters nehmen Lücken wahr

38,5 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es in der Grundversicherung einige oder sehr viele Lücken in der Versicherungsdeckung gibt. Damit sieht mehr als ein Drittel der Befragten Defizite in der Absicherung. Frauen nehmen deutlich häufiger Lücken wahr als Männer (43,7 Prozent gegenüber 33,4 Prozent).

Am höchsten ist zudem der Wert bei den 36- bis 55-Jährigen mit 42,9 Prozent. Bei den 18- bis 35-Jährigen liegt der Anteil bei 35,7 Prozent. Bei Personen ab 56 Jahren sind es 35,2 Prozent.

«Frauen sowie Personen im mittleren Alter tragen oft die Hauptverantwortung für die Gesundheit der Familie. Sie organisieren die Pflege ihrer Kinder und ihrer alternden Eltern. Sie spüren im Alltag, wo die Grundversicherung an ihre Grenzen stösst – etwa bei der Koordination der medizinischen Leistungen von der Hausarztmedizin über Spital-, Reha- und Spitexleistungen inkl. Komplementärmedizin bis zu sozialer Unterstützung», erklärt Schneuwly.

Jeder zweite Erwachsene möchte mehr als die Grundversicherungsdeckung

Jede zweite erwachsene Person hat entsprechend grosses Interesse daran, bestimmte Leistungen zusätzlich zur Grundversicherung privat abzusichern (48,2 Prozent). Bei den 18- bis 35-Jährigen ist der Anteil am höchsten (53,6 Prozent). In der Gruppe der 36- bis 55-Jährigen liegt er bei 45,9 Prozent, bei den 56-Jährigen und Älteren bei 45,6 Prozent. Zwar ist das Interesse bei den Gutverdienenden mit 56,1 Prozent am grössten. Doch würden auch 44,6 Prozent der Geringverdienenden gerne eine Zusatzversicherung abschliessen.

«Junge Erwachsene sind es gewohnt, Dienstleistungen flexibel und nach eigenen Bedürfnissen zu konsumieren – das übertragen sie auch auf die Medizin und die Krankenversicherung. Dass zudem fast die Hälfte der Geringverdienenden gerne eine Zusatzversicherung hätte, zeigt, dass der Wunsch nach Privatsphäre und freier Arztwahl keine Frage der sozialen Schicht ist, sondern ein universelles Bedürfnis», vermutet der Comparis-Krankenversicherungsexperte Felix Schneuwly.

Freie Arztwahl und Zahnbehandlungen besonders gefragt

Höchste Priorität bei den Zusatzdeckungen geniessen 2026 die freie Arzt- und Terminwahl bei ambulanten Operationen (20,8 Prozent), gefolgt von Zahnbehandlungen (15,8 Prozent). Einen deutlichen Dämpfer erhielten hingegen internationale Luxus-Deckungen: Die Wichtigkeit einer weltweiten Behandlung bei Wahleingriffen stürzte innert Jahresfrist von 17,8 Prozent auf 12,8 Prozent ab.

Spezielle Zusatzversicherungen für Kinder stossen demgegenüber auf besonders breite Zustimmung: Fast drei Viertel der Befragten befürworten einen solchen Abschluss (72,2 Prozent). Das Interesse an einer Zusatzversicherung, die Behandlungen und Operationen unabhängig vom Ort der Behandlung deckt (also im Spital mit Übernachtung oder ambulant in einer Praxis) ist demgegenüber fast ausgeglichen: 43,0 Prozent der Befragten bekunden grosses Interesse, 44,5 Prozent geringes Interesse.

Zwei Drittel empfinden hohe Prämien als grösstes Hindernis

Bei der Zugänglichkeit zu Zusatzleistungen gibt es eine erkennbare Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Hohe Prämien sind mit Abstand das am häufigsten genannte Hindernis vor dem Abschluss einer Zusatzversicherung. Zwei Drittel der Befragten haben diesen Punkt als grösstes Hemmnis genannt – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (62,1 Prozent). In der französischsprachigen Schweiz ist der Anteil mit 71,9 Prozent höher als in der Deutschschweiz mit 64,7 Prozent.

«Die Bevölkerung steckt in einer Zwickmühle: Die Grundversicherung beansprucht bereits einen wachsenden Teil des Haushaltsbudgets, deckt aber aus Sicht vieler Versicherter trotzdem nicht alle Bedürfnisse nach Komfort, Wahlfreiheit und Sicherheit ab. Wer wenig verdient, spürt diese Kluft besonders stark: Der Wunsch nach besserer Absicherung ist vorhanden, aber der Zusatzschutz scheitert oft am Portemonnaie», sagt Comparis-Krankenversicherungsexperte Felix Schneuwly.

Gesamthaft planen denn auch nur 17,3 Prozent der Erwachsenen einen Abschluss oder eine Erweiterung der bestehenden Zusatzversicherungsdeckung in den nächsten 12 Monaten. Bei den Geringverdienenden mit einem Haushaltseinkommen von bis zu 4’000 Franken ist der Anteil mit nur 12,9 Prozent dabei klar tiefer als bei Einkommen von über 8’000 Franken (20,8 Prozent). In der Einkommensklasse bis 4’000 Franken haben 26,7 Prozent keinerlei Zusatzdeckung (gegenüber 9,3 Prozent in der obersten Einkommensklasse).

Tipps für Konsumentinnen und Konsumenten

Grund- und Zusatzversicherung strategisch trennen:

Die Grundversicherung kann rechtlich problemlos beim günstigsten Anbieter abgeschlossen werden, während die Zusatzversicherung bei einer anderen Kasse mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis verbleiben darf.

Gesundheitsdeklaration wahrheitsgetreu ausfüllen:

Da Zusatzversicherer im Gegensatz zur Grundversicherung keine Aufnahmepflicht kennen, müssen alle Vorerkrankungen ehrlich angegeben werden, um im Ernstfall nicht den Versicherungsschutz wegen Verletzung der Anzeigepflicht zu riskieren.

Frühzeitig abschliessen und Altersguillotine beachten:

Um das Risiko einer Ablehnung aufgrund des Gesundheitszustands zu minimieren und von deutlich niedrigeren Einstiegsprämien zu profitieren, sollten Zusatzversicherungen idealerweise in jungen Jahren abgeschlossen werden.

Kündigungsfristen zwingend einhalten:

Wegen der oft dreimonatigen Kündigungsfrist per Ende September und der mehrjährigen Vertragslaufzeiten darf die bestehende Zusatzversicherung erst nach Erhalt der schriftlichen, vorbehaltlosen Aufnahmebestätigung der neuen Kasse gekündigt werden.

Methodik 

Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im Mai 2026 unter 1'033 Erwachsenen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.  Repräsentativität bedeutet, dass die Teilnehmenden einer Umfrage die gesamte Zielgruppe gut widerspiegeln. Das heisst, wichtige Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Wohnregion sind ähnlich verteilt wie in der ganzen Bevölkerung. So kann man die Ergebnisse besser auf alle übertragen. 

Weitere Informationen:

Felix Schneuwly
Krankenkassen-Experte 
Telefon: 079 600 19 12
E-Mail:  media@comparis.ch
comparis.ch

Über comparis.ch

Mit über 80 Millionen Besuchen im Jahr zählt comparis.ch zu den meistgenutzten Schweizer Websites. Das Unternehmen vergleicht Tarife und Leistungen von Krankenkassen, Versicherungen, Banken sowie Telecom-Anbietern und bietet das grösste Schweizer Online-Angebot für Autos und Immobilien. Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Unternehmen wurde 1996 vom Ökonomen Richard Eisler gegründet und ist in Privatbesitz. Das Unternehmen gehört heute noch zur Mehrheit dem Gründer Richard Eisler. Es sind keine anderen Unternehmen oder der Staat an Comparis beteiligt.