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Schweizer Pharmaindustrie ist wichtiger regionaler Impulsgeber

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Basel (ots) - Trotz schwierigem Konjunkturumfeld konnte die Schweizer Pharmaindustrie in den beiden vergangenen Jahren weiter expandieren. Aufgrund des hohen realen Wertschöpfungswachstums von durchschnittlich 7.2 Prozent pro Jahr trug die Branche im vergangenen Jahrzehnt massgeblich zum Wachstum der Schweizer Wirtschaft bei und erwirtschaftete 2016 rund 28.9 Milliarden Franken. Das zeigt eine aktuelle Studie von BAK Economics und Polynomics. Vom wirtschaftlichen Erfolg der Schweizer Pharmaunternehmen profitieren auch andere Branchen. Mit jedem Franken Wertschöpfung aus der Forschungs- und Produktionstätigkeit der Pharmaindustrie entstehen zusätzlich nochmals 70 Rappen Wertschöpfung in anderen Branchen. Insgesamt erwirtschafteten branchenfremde Schweizer Unternehmen so im Jahr 2016 rund 20.7 Milliarden Franken und schafften gut 138 000 Arbeitsplätze.

Die Pharmaindustrie war in den vergangenen Jahren der wichtigste Wachstumstreiber für den Industriestandort Schweiz und hat dadurch massgeblich zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beigetragen. Rund ein Fünftel des realen BIP-Wachstums der Schweiz ging auf das Konto der Schweizer Pharmaindustrie. Zum siebten Mal haben BAK Economics AG und Polynomics AG im Auftrag von Interpharma die aktuellen volkswirtschaftlichen Daten zur Bedeutung der Pharmaindustrie in der Schweiz erhoben.

Viermal so viel Wertschöpfung

Die Anzahl der Stellen direkt in der Pharmaindustrie hat sich in den vergangenen 10 Jahren um 12 000 Stellen erhöht, während gleichzeitig rund 16 500 Stellen in anderen Industriebranchen abgebaut wurden. Rund 43 000 Vollzeitstellen (FTE) boten die Schweizer Pharmaunternehmen im Jahr 2016 an. «An den verschiedenen Schweizer Standorten arbeiten die Mitarbeitenden in der Forschung und Entwicklung, in der Produktion oder am Unternehmenssitz. Mit einer Produktivität von 350 Franken pro Arbeitsstunde rangierte die Pharmaindustrie im Schweizer Branchenvergleich klar an erster Stelle», sagte Dr. René Buholzer, Generalsekretär von Interpharma, anlässlich der Medienkonferenz. Pro Arbeitsplatz in der Pharmaindustrie wird rund viermal so viel Wertschöpfung erzielt wie im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Von dieser erfolgreichen wirtschaftlichen Tätigkeit der Pharmaindustrie profitieren auch andere Branchen. So fallen auf jeden Franken Wertschöpfung, den die Pharmaindustrie generiert, durch Aufträge für Zulieferbetriebe weitere 70 Rappen an Wertschöpfung in anderen Schweizer Branchen an. Direkt und indirekt ergibt sich ein Wertschöpfungsbeitrag von 49.6 Milliarden Franken oder knapp acht Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung. Und mit jedem Arbeitsplatz in der Pharmaindustrie entstehen zusätzlich 3.2 Vollzeitstellen in Unternehmen anderer Branchen.

Attraktive Rahmenbedingungen erhalten

Die Pharmaindustrie stieg in den vergangenen Jahren in verschiedenen Regionen der Schweiz zu einer der wichtigsten Stützen und zum Impulsgeber der regionalen Wirtschaft auf. Am Beispiel des Biotechnologieunternehmens Biogen, das in Luterbach 1.5 Milliarden Franken in den Bau einer hochmodernen biopharmazeutischen Produktionsanlage investiert, werden in der Studie von BAK Economics AG die Wirkungskanäle aufgezeigt. Mit der Produktionsanlage entstehen im Kanton Solothurn direkt rund 600 neue Arbeitsplätze. Neben den 400 Stellen in der biopharmazeutischen Produktion werden zusätzlich 200 Arbeitsplätze in den ausgelagerten Bereichen Gebäudeunterhalt, Reinigung und Gastronomie geschaffen. «Die Rekrutierung läuft auf Hochtouren», sagte Dr. Natascha Schill, Managing Director Biogen Switzerland AG, an der Medienkonferenz.

Aufgrund der Modellrechnungen geht BAK davon aus, dass mit dem Biogen-Betrieb im Jahr 2019 ein zusätzliches Wachstumspotenzial von 1.5 bis 2.0 Prozent des kantonalen Bruttoinlandsprodukts verbunden ist und die Biogen-Investitionen in der gesamten Schweiz eine Bruttowertschöpfung von mehr als 800 Millionen Franken auslösen. Damit verbunden sind mehr als 2 000 Arbeitsplätze, viele davon in der Region. Als wichtigen Erfolgsfaktor für die Pharmaindustrie nannte Natascha Schill attraktive Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere der unbürokratische Zugang zu wichtigen Exportmärkten, die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, die Sicherstellung der Exzellenz des schweizerischen Forschungsplatzes sowie eine wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung.

Kontakt:

Michael Grass, Geschäftsleitung BAK Economics AG
061 279 97 23 / michael.grass@bak-economics.com

Sara Käch, Leiterin Kommunikation Interpharma
079 208 16 33 / sara.kaech@interpharma.ch

Dr. Stephan Vaterlaus, Geschäftsführer Polynomics AG
079 402 89 38 / stephan.vaterlaus@polynomics.ch



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