ASTAG Schweiz. Nutzfahrzeugverband

Keine generelle Aufhebung des Nachtfahrverbots!

Bern (ots) - Das geltende Nachtfahrverbot für den Strassentransport steht für den Schweiz. Nutzfahrzeugverband nicht zur Diskussion. Entgegen anderslautenden Medienberichten gibt es keinerlei Bestrebungen für eine Aufhebung, vor allem nicht im Transitverkehr. Sinnvoll wäre hingegen eine Flexibilisierung in den verkehrsintensiven Morgenstunden. Damit könnte eine vorübergehende Entlastung der chronisch verstopften Hauptachsen und Agglomerationen herbeigeführt werden. Mittelfristig führt jedoch kein Weg an einem Ausbau der Strasseninfrastruktur vorbei. Insbesondere muss zwingend und rasch die Engpassbeseitigung in allen Landesteilen angegangen werden.

Der Schweiz. Nutzfahrzeugverband ASTAG steht grundsätzlich hinter dem geltenden Nachtfahrverbot für Lastwagen. Gemäss mehreren Beschlüssen der zuständigen Gremien kommt eine generelle Aufhebung nicht in Frage. Entsprechende Unterstellungen in den Medien sind falsch. Schon aus praktischen Gründen macht keinerlei Sinn, dem gesamten Strassentransport auch während der Nachtstunden völlig freie Fahrt zu gewähren. Erstens sind die meisten An- und Zulieferbetriebe geschlossen; zweitens gibt es klare Vorgaben im Bereich der Arbeits- und Sozialvorschriften, die einzuhalten sind. Einziger Profiteur wäre folglich der Transitverkehr von Grenze zu Grenze aus dem Ausland, der gemäss Bundesverfassung ohnehin auf der Schiene stattfinden soll. Für den nationalen Binnenverkehr ist hingegen kein Nutzen gegeben. Das bisherige Regime mit Ausnahmebewilligungen genügt vollkommen. Insofern spricht sich die ASTAG klar gegen eine generelle Aufhebung des Nachtfahrverbots aus.

Sinnvoll wäre hingegen eine beschränkte Flexibilisierung der bisherigen Regelung in den frühen Morgenstunden. Konkret könnte das Ende des Nachtfahrverbots von bisher 05.00 Uhr um eine Stunde auf 04.00 Uhr vorverschoben werden. Ziel ist insbesondere eine Entlastung der Strasseninfrastruktur in den verkehrsintensiven Morgenstunden. Dadurch könnte ein wertvoller Beitrag zur Verminderung der Staugefahr für den Pendler- und Berufsverkehr geleistet werden. Für das Transportgewerbe und die Chauffeure resultieren zudem gewisse Erleichterungen in der täglichen Touren- und Routenplanung.

Zur Verflüssigung des Verkehrs führt mittelfristig jedoch kein Weg an einem Ausbau der Strasseninfrastruktur vorbei. Deshalb muss jetzt zwingend und umgehend die Engpassbeseitigung in allen Landesteilen an die Hand genommen werden. Das geeignete Instrument dazu ist der geplante Nationalstrassen- und Agglomerationsfonds (NAF). Hier fordert die ASTAG eine möglichst rasche Umsetzung.

Kontakt:

ASTAG Schweizerischer Nutzfahrzeugverband
André Kirchhofer
079 659 86 86



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