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Helvetas hilft Rohingya mit Trinkwasser

Zürich (ots) - In den letzten Wochen sind rund 500'000 Menschen aus Myanmar nach Bangladesch geflüchtet. Die humanitäre Situation in den überfüllten Flüchtlingscamps ist katastrophal. Eines der grössten Probleme ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Hier engagiert sich Helvetas zusammen mit internationalen Partnern. Für die Nothilfe stellt die Schweizer Entwicklungsorganisation 250'000 Franken zur Verfügung.

Täglich bringen unzählige Lastwagen Trinkwasser zu den notleidenden Menschen in den Flüchtlingscamps. Damit kann der Bedarf von rund 4.5 Millionen Litern pro Tag aber kaum gedeckt werden. Deshalb arbeitet Helvetas an alternativen Lösungen mit Grundwasserbohrungen und der Desinfektion von Wasser aus unsicheren Quellen. Daneben bereitet Helvetas die Verteilung von Hygienesets vor. Mit Massnahmen wie diesen kann der Ausbruch von lebendbedrohlichen Krankheiten verhindert werden.

«Die Situation ist unübersichtlich, das Leid ist unvorstellbar. Die Menschen stehen vor dem Nichts. Hunger und eine Choleraepidemie drohen», berichtet Kaspar Grossenbacher, Landesdirektor von Helvetas Bangladesch. Gemeinsam mit ihren Partnern plant Helvetas, rund 22'000 Menschen Hilfe zukommen zu lassen.

Zur Flüchtlingskrise

Die weltweit als «Rohingya» bekannten muslimischen Flüchtlinge stammen aus Rakhine im Westen von Myanmar. Das ist eines der ärmsten Gebiete des Landes, mit einer Armutsrate von 78 Prozent. In einem Bericht des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan werden die Muslime in Rakhine als «die grösste staatenlose Gemeinschaft der Welt» beschrieben. Ihr Anspruch, eine historisch verwurzelte ethnische Gruppe des Landes zu sein und garantierte Staatsbürgerschaft zu erhalten, wurde ihnen wiederholt von den Regierungen Myanmars verwehrt. Ihre politischen Rechte und ihr Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ist eingeschränkt.

Seit Mitte 2017 leben schätzungsweise 120'000 vorwiegend muslimische Flüchtlinge in Lagern in Rakhine, weitere 190'000 Menschen aus Rakhine leben in Lagern in Bangladesch. Im August 2017 eskalierte der Konflikt im Norden Rakhines. Mehr als 400'000 Menschen sind nach offiziellen Zahlen aus ihren Häusern geflohen, um der Gewalt zu entkommen. Bisher konzentrierte sich der Zustrom auf Cox's Bazar, eine Stadt im äussersten Süden von Bangladesch. Gemäss lokalen Partnerorganisationen von Helvetas in den Chittagong Hill Tracts breitet sich der Zustrom nun auch auf diese weiter nördlich gelegene Region aus.

Helvetas seit dem Jahr 2000 in Bangladesch tätig

Helvetas setzt sich in ihren Entwicklungsprojekten in Bangladesch für die benachteiligte ländliche Bevölkerung und speziell für Frauen ein, damit sie aktiv am öffentlichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen können. Gleichzeitig arbeitet Helvetas auch mit den Gemeindebehörden, damit diese ihre Aufgaben transparent erfüllen und die Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungsprozesse miteinbeziehen. Daneben unterstützt die Schweizer Entwicklungsorganisation Kleinbauernfamilien bei der Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln und Medizinalpflanzen, damit sie sich nicht nur selber versorgen, sondern auch ein Einkommen erwirtschaften können.

Spenden Sie für die notleidende Bevölkerung:

Helvetas dankt für Spenden auf Postkonto 80-3130-4 mit dem Vermerk «Bangladesch» oder online via helvetas.ch/rohingya

Weitere Informationen zu Helvetas in Bangladesch: www.helvetas.ch/bangladesch

Über Helvetas:

Helvetas ist eine politisch und konfessionell unabhängige Schweizer Entwicklungsorganisation. Sie leistet Hilfe zur Selbsthilfe in rund 30 Ländern und erreicht damit echte Veränderungen im Leben benachteiligter Menschen. Das Engagement konzentriert sich auf die Bereiche Wasser, Bildung, wirtschaftliche Entwicklung, Demokratie und Umwelt. www.helvetas.ch

Für Rückfragen:

Matthias Herfeldt, Mediensprecher, 044 368 65 48; 076 338 59 38
Kontakte zu Helvetas-Mitarbeitenden in Bangladesch können vermittelt
werden.



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