Staatskanzlei Luzern

Luzerner Handbuch zur Sozialhilfe erschienen

    Luzern (ots) - Das Gesundheits- und Sozialdepartement hat das „Luzerner Handbuch zur Sozialhilfe" vorgestellt. Als praktische Arbeitshilfe soll es die Gemeinden bei der Umsetzung der Sozialhilfe unterstĂĽtzen.

    Regierungsrat Dr. Markus DĂĽrr bezeichnete vor den Medien eine gut funktionierende Sozialhilfe als „Ausdruck unseres Gesellschaftsvertrages. So gesehen sei es eine ehrbare Aufgabe des Staates, Menschen in Notsituationen zu helfen. Allerdings immer nach dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe".

    Der Kanton Luzern hat mit dem Vollzug der wirtschaftlichen Sozialhilfe die Gemeinden beauftragt, weil deren Sozialämter am nächsten bei den betroffenen Menschen sind. Allerdings leitet, beaufsichtigt und koordiniert der Kanton die Sozialhilfe. In diesem Sinn hat er als konkrete Arbeitshilfe das „Luzerner Handbuch zur Sozialhilfe" erarbeitet. Es ergänzt die schweizweit geltenden Richtlinien der SKOS (Schweizerische Konferenz fĂĽr Sozialhilfe). Das Handbuch dispensiert die Sozialbehörden keineswegs davon, die Besonderheiten des konkreten Einzelfalls zu prĂĽfen. Es hilft aber, dass die Sozialbehörden das Rad nicht immer wieder von neuem erfinden mĂĽssen. Diese fachliche Hilfe des Kantons ist umso wichtiger, als die meisten Sozialvorsteherinnen und -vorsteher in den Gemeinden nebenamtlich tätig sind.

    Schritt zur Professionalisierung

    Die SchĂĽpfheimer Sozialvorsteherin Margrit Thalmann-Theiler zeigte sich als Präsidentin des Verbandes der Sozialvorsteherinnen und Sozialvorsteher sehr erfreut ĂĽber das Handbuch, das in Absprache mit Personen aus den Gemeinden entwickelt worden ist. Und sie betonte zuhanden der Sozialämter: „Das Handbuch zur Sozialhilfe ersetzt die SKOS-Richtlinien nicht, sondern es erweitert sie."

    Ăśber die grosse gesellschaftliche Bedeutung einer funktionierenden Sozialhilfe äusserte sich der Luzerner Stadtrat Ruedi Meier. „Wer in Not geraten ist, hat Anrecht auf Hilfe". In diesem Sinn leistet das Handbuch einen Beitrag zur Gerechtigkeit und zur kantonsweiten Professionalisierung in der Sozialhilfe.

    DĂĽrr plädiert fĂĽr Paradigmenwechsel

    Regierungsrat Markus DĂĽrr bezeichnete es als sehr wichtig, dass fĂĽr standardisierbare Arbeitsabläufe solche Instrumente zur VerfĂĽgung gestellt werden. Der daraus resultierende „Zeitgewinn" auf den Sozialämtern mĂĽsse unbedingt fĂĽr den Ausbau der persönlichen Sozialhilfe eingesetzt werden. Sozialhilfe dĂĽrfe sich nicht nur auf finanzielle Aspekte beschränken, sondern die dahinter stehenden Probleme mĂĽssten vermehrt erfasst und angegangen werden.

    Darin sieht Regierungsrat DĂĽrr denn auch die grosse Herausforderung der Zukunft. Er plädiert fĂĽr einen Paradigmenwechsel weg von der vorwiegend wirtschaftlichen hin zur vorwiegend persönlichen Sozialhilfe. Denn wer Not leide in unserer Gesellschaft erwarte nicht primär Geld, sondern Verständnis, Begleitung und Beratung. Oder anders gesagt: „Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen".

ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern
Internet: www.newsaktuell.ch

Kontakt:
René Wigger, Kantonales Sozialamt
Tel. +41 41 228 57 72



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