Rolle des Völkerrechts und der internationalen Strafjustiz in einer Welt im Umbruch
Vaduz (ots)
Am 17. August 2026 fand in der Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein in Vaduz die öffentliche Veranstaltung "Recht gegen Macht? Völkerrecht und internationale Strafjustiz in einer Welt im Umbruch" statt. Die Veranstaltung widmete sich der Frage, welche Rolle das Völkerrecht und die internationale Strafjustiz in einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen und bewaffneter Konflikte spielen können.
Ausgangspunkt der Diskussion war die Tatsache, dass sich die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zum 80. Mal jähren. Diese Prozesse gelten als historischer Meilenstein für die Entwicklung des modernen Völkerstrafrechts und bildeten die Grundlage für die spätere Errichtung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag.
Die Veranstaltung wurde mit Begrüssungsworten von Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni eröffnet. Sie betonte, dass Liechtenstein als kleiner Staat in besonderem Masse von einer internationalen Ordnung, die auf Regeln, Rechtssicherheit und dem Respekt staatlicher Souveränität beruht, profitiere. Das Völkerrecht sei für Liechtenstein nicht bloss ein theoretisches Konstrukt. Es bilde eine zentrale Grundlage für Stabilität, Sicherheit und Berechenbarkeit in den internationalen Beziehungen. Deshalb engagiere sich Liechtenstein seit vielen Jahren konsequent für die Stärkung des Völkerrechts, der Menschenrechte und der internationalen Strafjustiz.
In seinem Vortrag zeigte Prof. Dr. Christoph Safferling, Direktor der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien und Professor für Strafrecht und Völkerrecht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die historischen Entwicklungen und aktuellen Herausforderungen der internationalen Strafjustiz auf.
In einem anschliessenden Gespräch zwischen Botschafter Christian Wenaweser und Professor Christoph Safferling wurden Chancen, Grenzen und Zukunftsperspektiven der internationalen Strafjustiz sowie deren Bedeutung für den Schutz der internationalen Rechtsordnung beleuchtet.
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