Fürstentum Liechtenstein

pafl: Aufbau eines europäischen Hochschulraums bis 2010: Positive Halbzeitbilanz auch für Liechtenstein

      (ots) - Vaduz, 31 Mai (pafl) - Mit der Ausrichtung ihrer
Hochschulsysteme auf die Ziele der Bologna-Deklaration von 1999
beteiligen sich mittlerweile 45 Länder, darunter auch Liechtenstein,
am Aufbau eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums. An der
dritten Bologna-Nachfolgekonferenz vom 19./20. Mai 2005 in Bergen
haben die beteiligten Länder eine positive Halbzeitbilanz gezogen
und im Hinblick auf die Zielerreichung im Jahr 2010 verschiedene
neue Akzente gesetzt.

    Liechtenstein, vertreten durch Helmut Konrad, Abteilungsleiter Hoch- und Mittelschulen im Schulamt, und Klaus Näscher, Rektor der Hochschule Liechtenstein, hat mit seiner Unterschrift unter das Communiqué von Bergen erneut bekräftigt, die Ziele der Bologna- Erklärung weiter umzusetzen.

Positive Zwischenbilanz

    Übergeordnetes Ziel des 1999 gestarteten Bologna-Prozesses ist die Schaffung eines europäischen Hochschulraums bis zum Jahr 2010 und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Bildungsstandorts Europa. Zur Erreichung dieses Ziels führen die beteiligten Länder mit dem zweistufigen Studienmodell Bachelor/Master derzeit ein System leicht verständlicher und vergleichbarer Hochschulabschlüsse ein, etablieren ein Punktesystem zur Anrechnung vergleichbarer Studienleistungen und leiten Massnahmen zur Beseitigung von Mobilitätshemmnissen und zur Förderung der europäischen Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung ein.

    Die in Bergen gezogene Halbzeitbilanz fällt allgemein positiv aus. Liechtenstein zählt bei der gemachten Bestandesaufnahme zu denjenigen Ländern, die bei der Umsetzung der Bologna-Deklaration bisher am Weitesten fortgeschritten sind. Bewertet wurde hier insbesondere der Stand beim Aufbau eines Qualitätssicherungssystems, die Umsetzung der Bachelor-/Masterstruktur sowie die Frage der Anerkennung von Graden und Studienabschnitten.

Schwerpunkte bis 2007

    In ihrem gemeinsamen Bergen-Communiqué halten die Länder verschiedene Entscheide fest und setzen für das weitere Vorgehen einige neue Schwerpunkte: - Qualitätssicherung: Die Rolle der Qualitätssicherung wird mit der Verabschiedung von Leitlinien und neuen Eckwerten weiter gestärkt. - Qualifikationsrahmen: Der Erarbeitung eines europäischen sowie von nationalen Qualifikationsrahmen wurde zugestimmt. Dabei geht es um eine systematische Beschreibung der Studienabschlüsse anhand Lernergebnissen, Kompetenzen und Fertigkeiten, über die ein Absolvent verfügen soll. - Synergien zwischen Hochschulbildung und Forschung: Die im Rahmen des Bolognaprozesses laufenden Anstrengungen für die Reform der Hochschullehre sollen vermehrt verknüpft werden mit der Stärkung von Forschung und Innovation in Europa. Entsprechende Massnahmen, namentlich solche im Bereich von Doktoratsprogrammen, sollen 2007 vorgeschlagen und von der Ministerkonferenz verabschiedet werden. - Soziale Dimension des Bologna-Prozesses: Die qualitativ erneuerten Hochschulangebote sollen allen Studienwilligen offen stehen, unabhängig von deren sozialen und ökonomischen Möglichkeiten. - Mobilität: Die europäische Mobilität von Studierenden und Dozierenden soll im Rahmen expliziter Programme, durch weitere Anstrengungen bei der gegenseitigen Diplomanerkennung und andere Massnahmen weiter begünstigt und gefördert werden. - Weltweite Kooperation im Hochschulbereich: Zugunsten der weltweiten Entwicklung und der Nachhaltigkeit soll der Hochschulraum Europa partnerschaftlich zusammenarbeiten mit anderen Regionen und Kontinenten.

    Es wurde vereinbart, die nächste Bologna-Nachfolgekonferenz im Jahr 2007 in London durchzuführen.

Kontakt:
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