Caritas Schweiz / Caritas Suisse

Aufruf der Caritas Schweiz an das Parlament
Der globale Migrationspakt ist keine Bedrohung, sondern eine Chance

Der globale Migrationspakt ist keine Bedrohung, sondern eine Chance. Weltweit leben 250 Millionen Menschen ausserhalb ihrer Heimat. Weiterer Text über ots und www.presseportal.ch/de/nr/100000088 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Caritas Schweiz / Caritas Suisse"
Der globale Migrationspakt ist keine Bedrohung, sondern eine Chance. Weltweit leben 250 Millionen Menschen ausserhalb ihrer Heimat. Weiterer Text über ots und www.presseportal.ch/de/nr/100000088 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter... mehr

Luzern (ots) - Die Diskussion um den globalen Migrationspakt hat in den letzten Wochen eine verkürzte und einseitige Interpretation erhalten. Der Ständerat wird am Donnerstag eine Debatte zur Unterzeichnung des globalen Migrationspakts führen, nächste Woche nimmt sich der Nationalrat dem Thema an. Die Caritas wendet sich in einem Brief an die Mitglieder des Parlaments. Darin unterstreicht sie, dass der Migrationspakt eine Chance ist, die Herausforderungen der weltweiten Migration international koordiniert anzugehen. Dabei darf die Schweiz nicht abseits stehen.

Weltweit leben 250 Millionen Menschen ausserhalb ihrer Heimat. Der grösste Teil dieser Migration findet innerhalb und zwischen Ländern des Südens statt. Häufig verläuft sie ungeregelt und ist für die Migrantinnen und Migranten mit äusserst negativen Folgen verbunden. So arbeiten beispielsweise die 1,4 Millionen Nepali in Indien, Saudi-Arabien, Malaysia und Katar unter äusserst prekären und schutzlosen Bedingungen. Die Schweiz kann nicht dagegen sein, dass ihre Rekrutierung künftig fair erfolgen und sie beispielsweise einen schriftlichen Arbeitsvertrag erhalten sollten. Aber auch Menschen auf der Flucht sind in vielen Ländern mit Folter, Menschenhandel und Ausbeutung konfrontiert. Die Schweiz kann nicht dagegen sein, die internationale Zusammenarbeit bei der Prävention und der Untersuchung von Menschenhandel zu verstärken.

Kein Staat kann Migrationsprobleme alleine lösen

Um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen bei allen Formen der Migration zu verbessern, verabschiedet die UNO-Staatengemeinschaft den Globalen Migrationspakt. Diese Übereinkunft stellt erstmals eine umfassende Auslegeordnung zu Migrationsthemen dar und benennt Probleme, die kein Staat alleine lösen kann. Die 23 Ziele, auf die sich die Staaten in zweijährigen Verhandlungen verständigt haben, sollen den negativen Folgen der ungeregelten Migration entgegenwirken und die Menschenrechte von Migrantinnen und Migranten schützen.

Die Ziele setzen bereits im Herkunftsland an mit vermehrter Unterstützung vor Ort, dem Schutz vor Ausbeutung auf den Migrationsrouten, dem Zugang zu rechtsstaatlichen Verfahren und verbesserter Integration oder gefahrlosen Rückkehrmöglichkeiten. Jede Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Migrantinnen und Migranten sowie der einheimischen Bevölkerung in den Herkunfts-, Transit- und Zielländern des Südens verringert den Druck für weitere irreguläre Migration.

Chance für eine weltweit koordinierte Migrationspolitik

Die Schweiz hat zu diesem globalen Migrationspakt durch ihre umfassenden Kenntnisse in der Internationalen Zusammenarbeit und Erfahrungen mit Migration im Inland grundlegend beigetra-gen. Die Staatengemeinschaft zeigt mit diesem Pakt, dass sie gewillt ist, Migrationsfragen gemeinsam anzugehen und den negativen Konsequenzen der Migration entgegenzuwirken. Es ist eine grosse Chance, gemeinsame Standards und Praktiken anzuwenden und die weltweit statt-findende Migration zu gestalten. Dabei können die einzelnen Länder auch voneinander lernen. Als im In- und Ausland tätige Organisation mit grosser Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit erachtet die Caritas den Globalen Migrationspakt als einen wertvollen Beitrag, um Herausforderungen in der Migration gemeinsam anzupacken. Die Schweiz darf dabei nicht abseits stehen.

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Für weitere Auskünfte stehen Ihnen Marianne Hochuli, Leiterin Bereich
Grundlagen,
E-Mail mhochuli@caritas.ch, Tel. 041 419 23 20, zur Verfügung.



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