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Hey Soldat, lass diese Kinder in Ruhe

York (ots/PRNewswire)

Rechtlicher Schutz der Bildung in Konfliktzonen muss erhöht werden.

Den Opfern der zerstörerischen Auswirkungen durch die Verletzung des Rechts auf Bildung in Konfliktzeiten muss in ihrem Versuch, Recht zu bekommen und die Chance zu erhalten, ihr Leben wieder aufzubauen, eine stärkere Stimme gegeben werden, erklärte diesen Donnerstag eine führende Organisation im Bereich rechtlicher Schutz der Bildung in Kampfzonen.

In einem bahnbrechenden neuen Handbuch für Staatsanwälte, Richter und Rechtsanwälte hebt Education Above All (EAA) die Zwangslage einer vergessenen Generation von Kindern hervor, die in Konfliktzonen aufwachsen, und zeigt, wie internationales Recht verwendet werden muss, um dieses Problem anzugehen. Es wird geschätzt, dass weltweit geschätzte 61 Millionen Kinder im Grundschulalter keine formale Ausbildung erhalten. Davon befinden sich 28 Millionen in Konfliktzonen[1].

Sheikha Moza bint Nasser von Katar, die Vorsitzende von EAA, erklärte:

"Kindern das Recht auf Bildung vorzuenthalten, ist nicht nur eine menschliche Tragödie, es ist ein Hindernis für die Erholung dieser Gebiete und für den Aufbau einer besseren Zukunft. Wenn sich Länder von Konflikten erholen, dann ist Bildung ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Gesundheit, der Friedenskonsolidierung und des wirtschaftlichen Wachstums. Die Gleichgültigkeit, die wir gegenüber diesem Problem gesehen haben, ist fast genauso schlecht wie das Problem selbst."

Die verfügbaren Daten lassen einen beim Lesen erschauern. Der UN-Sicherheitsrat berichtete, dass an der Elfenbeinküste im Jahr 2011 insgesamt 477 Schulen beschädigt, geplündert oder von bewaffneten Gruppen genutzt wurden, wodurch geschätzte 67.500 Kinder nicht zur Schule gehen konnten. Weiterhin wurde berichtet, dass in Syrien Kinder in Schulen festgehalten, gefoltert und getötet wurden. Der Norwegian Students' and Teachers' International Assistance Fund berichtete, dass im gleichen Jahr 50 % der befragten Lehrer in Zimbabwe Opfer von Gewalt waren und vier von fünf befragten Lehrern wurden bedroht.

In der Tat ist es bei Unruhen und bewaffneten Konflikten auf der ganzen Welt zunehmend normal, dass Schulen und Hochschulen zerstört, dass Lehrer getötet, Gelehrte bedroht und Schüler als Kindersoldaten rekrutiert werden. Dabei ist jede Region betroffen und die um ihre Ausbildung gebrachten Kinder bleiben Analphabeten, sind ohne Ausbildung und sind zudem einem höheren Risiko ausgesetzt, selbst gewalttätig zu werden.

Das Handbuch Protecting Education in Insecurity and Armed Conflict: An International Law Handbook zielt darauf ab, Aufmerksamkeit auf dieses vernachlässigte Thema zu richten und die Menschen abzuschrecken, die glauben, dass solche schlimmen Angriffe ohne Strafverfolgung ausgeführt werden können.

"Diese Angriffe zerstören nicht nur die Chancen unserer Kinder auf eine gute Ausbildung, sie verhindern die Chancen auf die Wiederherstellung der Gesellschaften, in denen die Kinder leben. Tatsächlich wissen wir, dass die Kinder, die um ihre Ausbildung gebracht wurden, mit grösserer Wahrscheinlichkeit selbst in Gewalttaten involviert sein werden. Missetäter müssen verstehen, dass es klare und schwere Strafen für diese fürchterlichen Verbrechen gibt", erklärte Sheikha Moza.

Education Above All, eine unabhängige Organisation für Policy-Forschung und Interessenvertretung fordert eine bessere Koordination des internationalen Menschenrechts, des internationalen Strafrechts und des humanitären Völkerrechts.

In Auftrag gegeben von der EAA, verfasst vom British Institute of International and Comparative Law (BIICL) und von der früheren Präsidentin des Internationalen Gerichtshofs, Dame Rosalyn Higgins DBE, QC, mit den Worten "ungewöhnlich und wichtig ... [bietet] Tiefe und konzeptionelle Klarheit" beschrieben, wird im Handbuch die Schnittstelle zwischen dem internationalen Menschenrechten, dem Strafrecht mit Hinblick auf Verletzungen des Rechts auf Bildung und anderen relevanten Rechten bei Unruhen und bewaffneten Konflikten beschrieben.

Schüler und Studenten, Lehrer und Professoren sowie Schulen und Hochschulen werden mit diesen internationalen Rechten geschützt. Laut EAA muss trotzdem viel mehr getan werden, um sicherzustellen, dass das Recht implementiert und durchgesetzt wird. Das Handbuch bietet Empfehlungen, wie dieser rechtliche Schutz der Bildung bei Unruhen und bewaffneten Konflikten gestärkt werden könnte und sollte.

Das Handbuch zielt nicht nur darauf ab, einen Prozess zur Fokussierung auf den rechtlichen Schutz der Bildung bei Unruhen und Konflikten anzuregen, sondern es soll auch internationale Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden, wie schwierig es ist effektive und verfügbare Rechtsmittel zu bemühen, eingeschlossen der Entschädigung bei Verletzungen des internationalen Rechts bei Bildung. Opfer sollten nicht nur einen angemessenen Zugriff auf Entschädigungen erhalten, sondern diese Mechanismen sollten berücksichtigen, wenn Verletzungen des internationalen Rechts in Bezug auf Bildung auftreten, und mit diesen sollten dementsprechend umgegangen werden.

Redaktionelle Hinweise:

Das Handbuch Protecting Education in Insecurity and Armed Conflict: An International Law Handbook wird von Education Above All herausgegeben und wurde von Kristin Hausler, Nicole Urban und Robert McCorquodale vom British Institute of International and Comparative Law verfasst.

Eine elektronische Version des Handbuchs ist unter den folgenden Links verfügbar:

http://www.educationaboveall.org/legalresources

http://www.biicl.org/research/education

Education Above All ist eine unabhängige Nichtregierungsorganisation unter Vorsitz Ihrer Hoheit Sheikha Mozabint Nasser von Katar, UNESCO Sonderbeauftrage für Bildung. Die Organisation für Policy-Forschung und Interessenvertreteung EAA beschäftigt sich mit dem Schutz der Bildung bei Unruhen und bewaffneten Konflikten. Das juristische Programm von EAA trägt zu solch einem Schutz durch die strategische Nutzung des internationalen und regionalen Rechts bei. Die objektiven juristischen Forschungsberichte werden von internationalen Rechtswissenschaftlern und/oder praktizierenden Anwälten verfasst. Sie sind für eine breitgefächerte Leserschaft gedacht, wie unter anderem internationalen und nationalen Rechtsanwälten, Bildungsexperten ohne juristische Ausbildung und politischen Entscheidungsträgern in Regierungen sowie bei politischen, sozialen, kulturellen Gesellschaften und Bürgergesellschaften.

Das British Institute of International and Comparative Law, welches das Handbuch verfasst hat, ist eines der weltweit führenden unabhängigen Forschungszentren für internationales und vergleichendes Recht. Seit seiner Gründung vor 50 Jahren bringt das Institut eine breit angelegte Gemeinschaft aus Forschern, Fachkräften und politischen Entscheidungsträgern aus der ganzen Welt zusammen, die sich dem Verständnis, der Entwicklung und der praktischen Anwendung von internationalem und vergleichenden Recht verschrieben haben. Die hochqualitativen Forschungsprojekte und Veranstaltungen umfassen nahezu alle Bereiche des internationalen Rechts (sowohl öffentlich als auch privat) und des vergleichenden Rechts. Das Institut ist bei vielen zeitgenössischen Themen an vorderster Front an der Diskussion beteiligt.

1. UNESCO: Global Monitoring Report 2011

Kontakt:

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