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pafl: UNO-Drogenkonferenz in Wien

(ots)

Vaduz, 25. April (pafl) -

Vergangene Woche ging die 46.
Session der UNO-Betäubungsmittel-Kommission in Wien nach einem 
vorbereitenden Expertentreffen mit der zweitägigen Ministerkonferenz 
zu Ende. Regierungsrat Hansjörg Frick, Marcus Büchel, Leiter des 
Amtes für Soziale Dienste, und Botschaftsrat Günter Frommelt von der 
Ständigen Vertretung in Wien vertraten Liechtenstein.
Die Minister und Regierungsvertreter der UNO-Mitgliedsländer zogen 
Bilanz über die drogenpolitischen Strategien und die seit der 
Sondersession der UNO-Generalversammlung von 1998 erzielten Erfolge. 
Die Minister verabschiedeten schliesslich eine gemeinsame Erklärung, 
in welcher sie sich für eine Verstärkung der internationalen 
Kooperation und der gegenseitigen Unterstützung aussprechen. Die 
Staatengemeinschaft wird aufgefordert, weitere Anstrengungen in der 
Reduktion der Nachfrage nach Drogen und in der Prävention zu 
unternehmen. Die drogenpolitischen Massnahmen sollten dem 
zunehmenden Konsum synthetischer Drogen Rechnung tragen. Die 
Kontrolle von Drogen-Vorläuferstoffen sollte verdichtet werden. Die 
Staaten sollen aktiver werden bei der Verhütung und Bekämpfung der 
Geldwäsche. Dazu soll das internationale Regelungswerk gestärkt 
werden. Der Informationsaustausch zwischen den Finanzinstitutionen 
und den relevanten Organisationen soll verbessert werden, um damit 
die Geldwäscherei und die Finanzierung des Terrorismus mit Erlösen 
aus dem illegalen Drogenhandel und damit zusammenhängenden 
kriminellen Handlungen besser bekämpfen zu können.
Regierungsrat Hansjörg Frick betonte in seiner Rede, dass sich 
Liechtenstein vor allem auf die Reduktion der Nachfrage von Drogen 
konzentriere. Dabei könne das Land auf Erfolge hinweisen. Diese 
seien das Ergebnis von Prävention; vor allem aber sei die geringe 
Nachfrage nach illegalen Drogen in Liechtenstein die Folge von 
förderlichen sozialen Strukturen. Dazu gehörten intakte Familien, 
ein ausreichendes Angebot an Lehrstellen und Arbeitsplätzen für 
junge Menschen, die Einbindung Jugendlicher in Sport- und 
Jugendvereinen. Weiters sei die Jugendarbeit auf Gemeinde- und 
Landesebene gut ausgebaut. Liechtenstein lenke seine Aufmerksamkeit 
auf sämtliche Drogen, seien sie legal oder illegal. Von negativen 
gesundheitlichen Folgen seien aber wesentlich mehr Menschen infolge 
Konsums legaler Substanzen (Alkohol und Tabak) als infolge Konsums 
illegaler Substanzen betroffen. Kriminalisierung und Ausgrenzung von 
jungen Konsumenten illegaler Substanzen oder Abhängigen wolle man 
vermeiden.
Im Weiteren wies Regierungsrat Frick auf die seit 1996 in 
Liechtenstein getroffenen Massnahmen zur Bekämpfung der 
Geldwäscherei hin. Er stellte dabei klar, dass ein wesentlicher 
Bestandteil der liechtensteinischen Strategie auch hier in der 
Prävention liege. Regierungsrat Frick führte dazu aus: "Aus unserer 
Sicht ist es ausserordentlich wichtig, dass weltweit Fortschritte 
bei der Errichtung von effektiven Kontroll- und Überwachungssystemen 
erzielt werden, welche Finanzintermediäre und Behörden befähigen, 
Verdachtsfälle frühzeitig zu entdecken und damit Geldwäscherei zu 
verhindern. Sorgfaltspflichtmaßnahmen spielen dabei eine 
Schlüsselrolle." Weiter wies Regierungsrat Frick auf die Bemühungen 
Liechtensteins hin, Know-how und Erfahrungen an andere Länder 
weiterzugeben und so aktiv zu einer Verbreitung des 
Sorgfaltspflicht- Prinzips beizutragen. (Die vollständige Rede kann 
unter www.solex.li nachgelesen werden.)
Die Konferenz bot willkommene Gelegenheit, Gespräche mit Delegierten 
aus andern Ländern zu führen. Auf Einladung der Schweiz trafen sich 
deren Vertreter mit den Delegationen der Niederlande, Kanadas, 
Österreichs sowie Liechtensteins zu einem Gedankenaustausch.

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