Neue Bauern Koordination Schweiz

Stellungnahme zum Milchgipfel: Klammerte dieser das Wort "Existenzsicherung" aus?

Weinfelden (ots) - Die Existenzzerstörende Situation auf dem Schweizer Milchsektor bewegte endlich "unsere landwirtschaftlichen Verbände" dazu, zusammen mit den Milchverarbeitern, dem Handel (Migros und Coop) und den Behörden, den längst überfälligen Dialog am Milchgipfel beim Gurten aufzunehmen.

Wer glaubte, man käme schnell auf das brennende Thema ,Existenzvernichtung der bäuerlichen Familienbetriebe' zu reden, musste über 2 Stunden mitanhören, wie sich die Marktakteure hervortaten, was sie alles unternehmen würden, damit sie den Bauern "faire Preise" bezahlen würden.

Wer den Ist-Zustand nicht kennt, der musste sich als Anwesender fragen, warum beklagen sich denn die Bauern immer, die bekommen ja Direktzahlungen, was wollen die denn noch mehr?

Wir Basisbauern vermissten am Milchgipfel eine konkrete Auslegeordnung über die Direktzahlungen und deren Auswirkungen. Die Vorschriften die da erfüllt werden müssen, bis die Direktzahlungen genutzt werden können, sowie die Knebelverträge und Erpressungen gegenüber Milchproduzenten, sind nur einige Stichworte. Es werden laufend Vorschriften geändert, mit schmerzenden Auswirkungen für die produzierenden Familienbetriebe, die teils für die nächsten 10 Jahre in die Milchproduktion investiert haben, jetzt aber Liquiditätsprobleme haben.

In aller Munde ist die Frage, warum produzieren denn die Bauern immer noch mehr Milch, wenn doch jeder weiss, dass Angebot und Nachfrage den Preis regeln?

Darum fragten wir die Verantwortlichen der BOM und des SMPs, warum haltet ihr die Lieferrechte der Betriebe, die das Melken aufgeben nicht für die anderen produzierenden Betriebe zurück, damit die Menge sich wieder einpendeln kann?

Schliesslich ist die BOM die Branchenorganisation und der SMP der Verband aller Schweizer Milchproduzenten.

Innert kürzester Frist wären Angebot und Nachfrage wieder im Lot, wenn die Milchmenge von denjenigen Betrieben die aufhören, nicht mehr von anderen Betrieben gemolken wird. Das heisst, die Überschussentsorgung via C-Milch ins Ausland würde nicht mehr anfallen.

Diese Überschussmenge, welche von wenigen Betrieben im grossen Stil verursacht wird, wird aber von allen CH-Betrieben die Mass halten, oder immer schon gleich viel gemolken haben, mit drastischen Folgen beim Milchpreis mitgetragen.

Dann wurde unsere Frage durch die Herren der BOM und des SMPs kurz und bündig mit der lapidaren Aussage beantwortet:

"Wir sind nicht in der Lage, diese Forderung der Mengeneinfrierung durchzusetzen, das ist Sache der Milchbranche und der Milchproduzenten und diese sind zu 80% gegen eine Milchmengenregelung".

Da fragt man sich dann aber schon, wozu SMP und BOM denn noch die Daseinsberechtigung besitzen, wenn diese nur die Interessen der Milchverarbeiter bedienen können, die der Milchproduzenten aber nicht mehr.

Der Milchkrisengipfel und die Überlegungen der Basisbauern dazu Eine Erhöhung der RAUS-Beiträge für die Milchproduzenten würde bei anderen Produktionsrichtungen Geld kosten, da das Gesamt-Agrarbudget gleich bleiben würde, was nicht fair gegenüber anderen Betriebsformen wäre.

Die Schaffung einer Referenzmenge je Betrieb wäre ein Anfang für eine CH-Mengensteuerung.

Das Lieferrecht zurück geben kostet den Steuerzahler nichts, braucht aber auch keine Lactofama, die nur Wertschöpfung vernichtet. Wir fordern eindeutig saubere Milchkaufverträge, wo der Milchproduzent sagt, was aus seiner Milch wird.

Deutschland sucht auch noch eine Mengenregulierung; Wir könnten Vorreiter dafür sein.

Wir Milchproduzenten brauchen zwingend einen Grenzschutz! Ohne geht es gar nicht.

Die Mengensteuerung muss in eine bäuerliche Organisation gelangen, eine BOM wird zu stark vom Handel und den Verarbeitern dominiert. Wir Milchproduzenten sind das erste Glied in einer Verarbeitungskette, der Rohstoff gehört zuerst dem Produzenten! - Der Produzent bestimmt die Menge und den Preis des Rohstoffes. Wir Milchproduzenten wollen keine Restgeldempfänger mehr sein! CH-Milch bedingt ein hohes Kostenumfeld; Darum darf der CH-Milchpreis höher als der ausländische sein!

Die vielen PMO's und PO's zerreissen den Milchpreis: Daher sollte der Strukturwandel zuerst bei diesen Organisationen und nicht auf Stufe Betrieb statt finden!

Kontakt:

Weitere Auskünfte:
Hans Stalder T 078 722 30 51
Markus Wiedmer T 071 911 42 50

NBKS
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Postfach 314
8570 Weinfelden
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