Qatar Foundation

Laut Experten aus aller Welt sind Innovationen zur Bewältigung globaler Gesundheitsprobleme entscheidend

Doha, Katar (ots/PRNewswire) - Regierungschefs und politische Entscheidungsträger kamen heute im Rahmen des erstmals veranstalteten World Innovation Summit for Health (WISH) in Doha zusammen, um über innovative Lösungen zur Bewältigung der dringlichsten globalen Gesundheitsprobleme zu beraten.

(Photo: http://photos.prnewswire.com/prnh/20131210/658697 )

Unter der Schirmherrschaft von Ihrer Hoheit Scheicha Moza bint Nasser, der Vorsitzenden der Qatar Foundation for Education, Science and Community Development, kamen nahezu 1000 internationale Innovatoren aus dem Gesundheitswesen sowie politische Entscheidungsträger, darunter Staatsoberhäupter, Minister, hochrangige Regierungsvertreter, Akademiker und einflussreiche Wirtschaftsführer aus 67 Ländern, im Rahmen der Gipfelkonferenz WISH zusammen.

Auf der Gipfelkonferenz wird eine praxisnahe Auswahl neuer Innovationen aus aller Welt präsentiert, darunter technologische Fortschritte, neue Geschäftsmodelle und konzeptionelle Lösungen, die diverse Gesundheitsfragen wie Fettleibigkeit, psychische Gesundheit, eine verlässliche Gesundheitsversorgung, Big Data im Gesundheitswesen, antimikrobielle Resistenz, Sterbebegleitung, die Einbeziehung von Patienten und Verletzungen im Strassenverkehr betreffen. Zudem wird sich ein Sonderausschuss mit den Themen Gesundheit und Ethik befassen.

Die Innovationen werden nach neuestem Stand der Technik in entsprechenden "Innovations-Pods" vorgestellt, in denen auch die jeweiligen Personen anzutreffen sind, die aus diesen neuen Ideen praxisnahe Lösungen gemacht haben.

Zudem werden Teilnehmer auf der Gipfelkonferenz auch Reden von renommierten Keynote-Referenten verfolgen können. Neben Simon Stevens, dem Leiter der Global Health Division der United Health Group, und Daw Aung San Suu Kyi, dem Parteivorsitzenden der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) in Myanmar, zählen hierzu auch der Londoner Bürgermeister Boris Johnson sowie John Dineen, der Präsident und CEO von GE Healthcare.

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson erklärte: "Zahlreiche Probleme im Gesundheitswesen sind von globaler Tragweite, aber jedes Land der Welt hat auch seine eigenen Herausforderungen zu bewältigen. Im Zuge dieser Zusammenkunft bedeutender Führungskräfte aus dem internationalen Raum bietet sich die grossartige Gelegenheit, Ideen auszutauschen und Lehren aus der hervorragenden und innovativen Arbeit zu ziehen, die andernorts geleistet wird."

Lord Darzi of Denham, der kraft seines Amtes den Namenszusatz Right Honourable Professor trägt und zudem als Vorstandsvorsitzender von WISH fungiert, erklärte: "Das Gesundheitswesen steht vor einigen der grössten Herausforderungen, die es jemals gegeben hat. Wenn wir diese Herausforderungen bewältigen wollen, müssen alle Nationen bei der Behandlung und Prävention von Krankheiten neue und innovative Wege beschreiten. Wir möchten Menschen dazu anregen, die besten Ideen zu übernehmen und in allen Ländern der Welt umzusetzen, um so die bestehende Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schliessen. Und indem wir Menschen, die echte Veränderungen bewirken können, an einen Tisch bringen, möchten wir die Gesundheit von Menschen in allen Teilen der Welt verbessern."

Am zweiten Tag des Gipfeltreffens wird auch der Global Innovation Diffusion Report (dt. Bericht zur globalen Innovationsdiffusion) vorgestellt. Im Zuge dieser bahnbrechenden Initiative wird untersucht und verglichen, wie die Gesundheitssysteme acht verschiedener Länder medizinische Innovationen fördern, umsetzen und teilen. Die innovative Untersuchung zeigt, wie Katar, Indien, Brasilien, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten, Australien, Spanien und Südafrika die besten neuen Ideen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung ihrer Bevölkerung weiterverbreiten.

WISH unterstützt die Absichten und Ziele der Qatar Foundation und stärkt Katars Stellung als aufstrebendes Zentrum für Innovationen in der Medizin. Mit der Einführung einer visionären landesweiten Gesundheitsstrategie hat Katar bei der Reformierung des Gesundheitswesens in der Region eine Vorreiterrolle eingenommen. Die Qatar Foundation hat im Rahmen ihrer Mission eine Reihe verschiedener Gesundheitsinitiativen umgesetzt, die neben der wissenschaftlichen Forschung in der Medizin auch die Müttergesundheit und die klinische Versorgung betreffen.

Ingenieur Saad Al Muhannadi, der Präsident der Qatar Foundation, erklärte: "Die Qatar Foundation hat Katars Vision 2030 verinnerlicht und unterstützt Initiativen, die zum Aufbau einer gesunden und starken Gesellschaft beitragen. Die Förderung von Gesundheitsinnovationen in Katar und im Ausland ist ein integraler Bestandteil der Bemühungen der Qatar Foundation und es ist mir eine grosse Freude, unsere verehrten Gäste aus diversen Teilen der Welt bei WISH und in Katar begrüssen zu dürfen."

Hinweise an die Redaktion:

1. Das Sidra Medical and Research Center, die Qatar National Bank und Qatar Petroleum unterstützen WISH als sogenannte Diamond-Sponsoren.

2. Die acht Berichte sind:

Verlässliche Gesundheitsversorgung

In allen Teilen der Welt steigen die Gesundheitskosten schneller, als Länder sie auffangen können. Die Herausforderung besteht in der Frage, wie man diesen Anstieg der Ausgaben bremsen kann, während man die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessert. Um Innovationen fördern, Effizienzen verbessern und Kosten einsparen zu können, ist ein grundlegender Wandel der Art und Weise erforderlich, wie Pflegeleistungen erbracht und bezahlt werden. Anstatt sich auf die Erbringung von Leistungen zu konzentrieren und sich beispielsweise mit der Frage zu beschäftigen, wie viele chirurgische Eingriffe ein Krankenhaus durchführt, sollten Gesundheitsbeauftragte ihre Aufmerksamkeit auf Ergebnisse richten und sich die Frage stellen, wie die Genesung vieler Patienten zu verbessern ist - und Krankenhäuser sowie sonstige Leistungserbringer für erbrachte Leistungen in die Verantwortung nehmen. Seit 2008 leistet Singapur mit einem häuslichen Pflegeprogramm für unheilbar kranke Menschen und einem "medizinischen Gemeinschaftszentrum" für Menschen mit chronischen Erkrankungen Pionierarbeit. Durch diese Bemühungen konnten erneute Krankenhausaufnahmen um 40 Prozent reduziert, Kosten in Höhe von 11 Millionen USD eingespart und die Auslastung von Notaufnahmen und Unfallstationen zudem halbiert werden. Die Ergebnisse haben sich verbessert und die Anzahl der "Behandlungen" ist zeitgleich gesunken. Am schwedischen Krankenhaus Ryhov führen mittlerweile 60 Prozent aller Dialysepatienten ihre Dialyse in den eigenen vier Wänden durch, was zu besseren Behandlungsergebnissen und weniger Nebenwirkungen führt. Zudem stehen dem Krankenhaus mehr Betten und den Ärzten mehr Zeit zur Verfügung. Der Expertengruppe zufolge müssen Regierungen damit beginnen, für Behandlungsergebnisse zu bezahlen und Kooperationen zwischen Einrichtungen zu unterstützen, was weniger Auswahl und Konkurrenz bedeuten kann.

Big Data im Gesundheitswesen

Die Übertragung von wissenschaftlichen Fortschritten in der Medizin in neue Formen der Behandlung hat sich aufgrund der massiven Verhaltensunterschiede der Menschen als schwierig erwiesen. Angefangen bei Mobiltelefonen bis zu Kundenkarten - durch die Beobachtung der Datenströme elektronischer Geräte, auf die wir uns verlassen, ergibt sich aber ein deutlich vollständigeres Gesamtbild als je zuvor. Forscher des Massachusetts Institute of Technology in den Vereinigten Staaten haben eine Karte ihres Universitätsgeländes erstellt, aus der hervorgeht, in welchen Bereichen die höchste Infektionsgefahr besteht. Dies gelang ihnen durch die Ortung der Mobiltelefone von Menschen, die zuvor in einem Gespräch angegeben hatten, an einer Erkältung oder Grippe erkrankt zu sein. Im pakistanischen Lahore kämpften Experten gegen einen schwerwiegenden Ausbruch des Dengue-Fiebers an, indem sie grafisch darstellten, in welchen Stadtteilen die Infektionsrate am höchsten war. Dabei setzten sie Mobiltelefone zur Aufzeichnung der Standorte von stehendem Gewässer ein, das daraufhin entweder beseitigt oder mit Fischen versehen wurde (um die Mückenlarven zu fressen).

"Reality Mining" - das Zurückverfolgen "digitaler Spuren" unserer elektronischen Geräte, gemeinhin auch als "Big Data" bezeichnet - sorgt jedoch für Beunruhigung, da es ein massives Eindringen in unser Privatleben suggeriert. Die Expertengruppe fordert eine internationale Charta, um eine gemeinsame Datennutzung zum Wohle der globalen Gesundheit zu fördern - in Kombination mit überarbeiteten Datenschutz- und sonstigen Richtlinien bezüglich der Eigentümerschaft von Daten.

Psychische Gesundheit

Weltweit leiden Hunderte Millionen Menschen an geistigen Erkrankungen - und dennoch handelt es sich um eines der am meisten vernachlässigten globalen Gesundheitsprobleme. In den meisten Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen entfallen weniger als 2 Prozent des gesamten Gesundheitsetats auf die Prävention und Behandlung mentaler Gesundheitsprobleme. Eine der grössten Herausforderungen besteht in der Frage, wie dem Pflegebedarf im Bereich der geistigen Gesundheit mit beschränkten Ressourcen beizukommen ist. Im Vereinigten Königreich sind 1,7 Millionen Patienten ergänzend zur ärztlichen Behandlung von speziell ausgebildeten Psychotherapeuten behandelt worden. Zwei Dritteln geht es besser - und durch den Rückgang der Anzahl arbeitsunfähiger und daher Krankengeld beziehender Arbeitnehmer trägt sich das Modell von selbst. In Chile hat ein Modell zur Verbesserung der Diagnose und Behandlung von Depression, das auf eine Kooperation zwischen Psychiatern und Ärzten der Primärversorgung ausgelegt ist, zu einer 30- bis 70-prozentigen Steigerung der Heilungsquote geführt und sich zudem als kostendeckend erwiesen. Mancherorts wird auf neue Technologie gesetzt, um die Reichweite des behandelnden Psychiaters zu steigern. In Australien nutzen über 7.000 Patienten ein internetgestütztes Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie, das eine Heilungsquote von 30 Prozent aufweist und im Vergleich zu persönlichen Behandlungen zehn Mal günstiger ist. Die Expertengruppe fordert die Zusammenstellung eines vielseitigen Arbeitskräftepools im Bereich der psychischen Gesundheit sowie die Nutzung neuer Technologien für bessere Zugangsmöglichkeiten und zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Problemen.

Das Ende des Lebens

Tod und Sterben sind in vielen Ländern Tabuthemen. Jahr für Jahr bedürfen über 100 Millionen unheilbar kranke Patienten einer palliativen Versorgung, aber weniger als 8 Prozent erhalten sie. Dieses völlig unnötige Leid im letzten Lebensjahr kommt einer globalen Tragödie gleich. Der Expertengruppe zufolge sollten Länder im Bereich der Sterbebegleitung eine landesweite Strategie ausarbeiten, die Palliativversorgung zu einem festen Bestandteil des Gesundheitswesens machen und Beschränkungen hinsichtlich der Vergabe von Opiaten an unheilbar kranke Menschen aufheben. Im Anschluss an einen Workshop, in dessen Rahmen Spezialisten aus dem Bereich der Schmerztherapie verschiedene Probleme identifizierten, erliess Kolumbien im Jahr 2007 eine landesweite Richtlinie, die innerhalb von drei Jahren eine Verdreifachung des Absatzes morphinähnlicher Medikamente zur Folge hatte. In der Ukraine benötigen jedes Jahr etwa 500.000 Menschen Palliativmedizin, dabei gibt es nur neun Hospize mit 650 Plätzen. Im Mai 2013 lockerte die Regierung eine gesetzliche Bestimmung, derzufolge Rezepte für starke Medikamente von vier Ärzten unterzeichnet werden müssen, und bot Patienten so die Möglichkeit, einen 15-tägigen Vorrat an Opiaten am Heimatort aufzubewahren. Im indischen Kerala haben Freiwillige ein Netzwerk für häusliche Pflege aufgebaut. Der Bundesstaat gilt als "Hoffnungsträger", weil er zwei Drittel der gesamten Palliativversorgung Indiens erbringt, obwohl er einen Bevölkerungsanteil von nur 3 Prozent stellt. Bei eingeschränktem Zugang zu westlicher Medizin empfiehlt die Expertengruppe, traditionelle Heiler aufzusuchen.

Antimikrobielle Resistenz

Da Bakterien Resistenzen gegen moderne Medikamente entwickeln, sind wir im Begriff, den Kampf gegen Infektionskrankheiten zu verlieren. Wenn wir nichts gegen diese zunehmende Resistenz unternehmen, könnten gewöhnliche chirurgische Eingriffe wie beispielsweise die Implantation eines Hüftgelenkersatzes schon in wenigen Jahren zu gefährlich sein.

"Was ich in Erfahrung gebracht habe, macht mir Angst - nicht nur als Ärztin, sondern auch als Mutter, Ehefrau und Freundin", erklärte Professor Dame Sally Davies, Englands Chief Medical Officer und Vorsitzende des Gremiums. Jahr für Jahr fallen weltweit über 500.000 Millionen Menschen Infektionen zum Opfer, die durch resistente Erreger hervorgerufen werden. Das Gremium fordert eine umfangreichere Reglementierung bezüglich der Verwendung von Antibiotika bei Menschen und Tieren, die Schaffung von Anreizen zur Entwicklung neuer Arzneimittel und pocht zur Überwachung der Ausbreitung resistenter Organismen auf internationale Kooperation, um die "besorgniserregende Zahl" der Todesfälle weltweit zu senken. Über 70 Prozent aller Antibiotika werden für Tiere produziert - und drei Viertel davon zur Wachstumsförderung eingesetzt. Das Gremium vertritt den Standpunkt, dass diese Form der nicht-therapeutischen Anwendung grundsätzlich verboten werden sollte. Impfungen können helfen - in Norwegen führte die Impfung von Lachsen dazu, dass der Einsatz von Antibiotika um 98 Prozent sank. Aufgrund der schwachen Ertragslage ist die Anzahl der Antibiotika entwickelnden Pharmaunternehmen drastisch gesunken - von ursprünglich 18 Firmen im Jahr 1990 sind heute noch fünf übrig geblieben. Dem Gremium zufolge müssen höhere Preise, ein längerer Patentschutz und garantierte Einnahmen für Innovatoren in Erwägung gezogen werden.

Fettleibigkeit

Die Pandemie der Fettleibigkeit ist ein globales Problem, dem jährlich drei Millionen Menschen zum Opfer fallen. Sie gilt als ausschlaggebender Faktor für Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Typ-2-Diabetes und einige Krebsarten. Prognosen zufolge wird die Zahl der Todesfälle, die mit diesen nicht übertragbaren Krankheiten in Verbindung stehen, von 1990 bis 2020 um 77 Prozent steigen. Dies stellt nicht nur eine Bedrohung für die seit 50 Jahren im Bereich der Lebenserwartung erzielten Fortschritte, sondern auch eine enorme Belastung für nationale Gesundheitssysteme dar. Die Konsequenzen einer reduzierten Kalorienaufnahme und eines erhöhten Aktivitätsniveaus gehen über den Gesundheitsbereich hinaus und machen sich auch im Bildungswesen, im Einzelhandel sowie in der Landwirtschaft und im Finanzsektor bemerkbar. In Frankreich hat eine über 12 Jahre in zwei Städten durchgeführte Studie gezeigt, dass die Fettleibigkeit in jener Stadt, die Schulen, Eltern, die städtische Gemeinschaft und die Medien im Kampf gegen die Krankheit in die Pflicht genommen hat, deutlich geringer ausfiel als in der Kontrollgruppe der anderen Stadt. Die Initiative ist seither auf 275 europäische Klein- und Grossstädte ausgedehnt worden. Das Programm eines sozialen Unternehmens, das im Nahen Osten, Australien, Neuseeland, den Vereinigten Staaten, Kanada und dem Vereinigten Königreich umgesetzt wird, hat zu einer deutlichen Senkung des Hüftumfangs geführt. Im Rahmen des "Mind Exercise Nutrition Do It"-Programms klären ausgebildete Fachkräfte Familien, die das Essverhalten ihres Kindes ändern möchten, neun Wochen lang über eine aktive Lebensweise und gesunde Ernährungsgewohnheiten auf. Dem Gremium zufolge müssen Gesundheitsminister im öffentlichen Kampf gegen die Fettleibigkeit eine Führungsrolle einnehmen, überdies Ziele festlegen, um Veränderungen bezüglich der Ernährung und Aktivität zu bewirken, und neben einer Lebensmittelkennzeichnungsverordnung auch Ernährungsrichtlinien vorgeben.

Verletzungen im Strassenverkehr

Jedes Jahr fallen über eine Million Menschen Verkehrsunfällen zum Opfer und viele weitere Millionen werden verletzt. Die sich rasant entwickelnden Wirtschaftsräume im Nahen Osten zählen zu den am schwersten betroffenen Ländern: In Katar übertrifft die Zahl der Unfallopfer im Strassenverkehr die Zahl der Todesfälle infolge von Krebs oder Herzerkrankungen. Obwohl die Wirkung von Sicherheitsgurten seit 40 Jahren bekannt ist, sind nur 69 Prozent der Weltbevölkerung durch eine entsprechende Anschnallpflicht umfassend geschützt. Zu den erörterten Innovationen zählen Alkoholtester in Fahrzeugen, schützende Schaumstoffvorrichtungen in Kindersitzen für den Kopf, ein SMS-Verbot während des Fahrens sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen in Wohngebieten. Im australischen Victoria hat die 2001 gestartete "Arrive-Alive"-Strategie, in deren Rahmen man die Polizeipräsenz erhöhte und zusätzliche Radarkameras installierte, die Zahl der Todesopfer innerhalb von drei Jahren um 16 Prozent und in den verkehrsberuhigten Zonen Melbournes gar um 40 Prozent gesenkt. Eine Kooperation zwischen Gemeinde, Regierung und lokalen Unternehmen zur Verbesserung der Strassenverkehrssicherheit, zur Schärfung des öffentlichen Bewusstseins und zur Verschärfung der Strafverfolgung führte im brasilianischen Sao Jose dos Campos von 2010 bis 2011 zu einem 41-prozentigen Rückgang der Anzahl von Unfällen mit Todesfolge, obwohl die Zahl der Fahrzeuge während dieses Zeitraums um 9 Prozent zunahm. Das Gremium legt allen Regierungen nahe, die WHO-Vorgaben bezüglich der Sicherheit im Strassenverkehr zu befolgen, entsprechende Gesetze zu erlassen und diese auch durchzusetzen, und die Bevölkerung auf bestehende Risiken hinzuweisen.

Einbeziehung von Patienten

Gesundheitsminister verfügen über unzählige Möglichkeiten zur Verbesserung des Gesundheitswesens ihrer Nationen. Die wichtigsten Experten - gewöhnliche Menschen, die sich eigenverantwortlich um ihre Gesundheit kümmern - bleiben aber zumeist aussen vor. Durch die zunehmende Verbreitung elektronischer Kommunikationsmittel, des Internets sowie sozialer Medien verschaffen sich Patienten jedoch immer mehr Gehör. In den Bereichen psychische Gesundheit, Sterbebegleitung und antimikrobielle Resistenz tragen sie bereits wirksam zu qualitativen Verbesserungen und Kostensenkungen bei. In Australien, Europa und Nordamerika ergab eine im Jahr 2011 unter 11 Ländern durchgeführte Umfrage, dass Patienten, die in ihre medizinische Versorgung aktiv miteinbezogen werden, von erhöhter Qualität und weniger Fehlern berichteten und das Gesundheitssystem grundsätzlich positiver bewerteten. Mit ihrer "Just Ask"-Kampagne ging die Dänische Gesellschaft für Patientensicherheit gegen die Wortkargheit der "Weisskittel" vor und ermutigte Patienten, Fragen zu ihrer medizinischen Versorgung zu stellen. Aus einer Studie ging hervor, dass 86 Prozent der Befragten von einem verbesserten Austausch mit medizinischem Personal berichteten. Die WHO entwickelt eine Checkliste, damit Mütter während der sehr riskanten ersten 7 Tage im Leben ihrer Babys besser entscheiden können, in welchen Fällen dringende medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen ist. Das Gremium fordert Organisationen aus dem Gesundheitswesen dazu auf, Berater für Patienten und Familien einzusetzen, die in Qualitätsverbesserungen und die Festlegung von Richtlinien eingebunden sind. Darüber hinaus wird die Auffassung vertreten, dass das Gesundheitspersonal Patienten und ihre Familien grundsätzlich in die Entscheidungsfindung einbinden sollte.

3. Die im Rahmen des Forums behandelten Berichte sind auf http://www.wish-qatar.org/reports/2013-reports zu finden.

4. Weitere Presseanfragen richten Sie bitte an media@wish-qatar.org.

5. Informationen zu WISH:

Im Rahmen des erstmals veranstalteten World Innovation Summit for Health (WISH) versammeln sich Staatsoberhäupter, Minister, hochrangige Regierungsvertreter, Akademiker, Vordenker und die einflussreichsten Wirtschaftsführer vom 10. bis 11. Dezember 2013 in Doha (Katar), um die Einführung praktischer, nachhaltiger und innovativer Lösungen zur Bewältigung globaler Gesundheitsprobleme voranzutreiben.

Der eigentliche Zweck von WISH besteht darin, zu Zusammenarbeit und Innovation in den Bereichen Gesundheitspolitik, Gesundheitssysteme und Gesundheitsversorgung anzuregen, um so die bestehende Lücke zwischen Theorie und Praxis auf dem Gebiet der Gesundheitspflege und Medizin zu schliessen.

WISH liegt mit der Aufgabe und Vision der Qatar Foundation und Katars Vision 2030 auf einer Linie und soll Katars wachsenden Stellenwert als aufstrebendes Zentrum für Gesundheitsinnovationen hervorheben. Da die Nation bei der Reformierung des Gesundheitswesens eine Vorreiterrolle einnimmt, hat die Qatar Foundation diverse vielversprechende Initiativen im Forschungs- und Gesundheitsbereich umgesetzt, darunter Partnerschaften mit dem Weill-Cornell Medical College, der Biobank Qatar, dem Qatar Robotic Surgery Centre, dem Qatar Cardiovascular Research Centre, der Virgin Health Bank sowie dem Sidra Medical and Research Center.

Nähere Informationen zu WISH erhalten Sie auf: http://www.wish-qatar.org

6. Informationen zur Qatar Foundation

Die Qatar Foundation for Education, Science and Community Development ist eine privat geführte gemeinnützige Gesellschaft, die Katar bei dessen Vorhaben unterstützt, von der Industriewirtschaft Abstand zu nehmen und stattdessen auf eine wissensbasierte Wirtschaft zu setzen. Geschehen soll dies durch die Nutzung menschlichen Potenzials zum Wohle Katars und der ganzen Welt. Die QF wurde 1995 von Seiner Hoheit Scheich Hamad bin Khalifa al Thani, dem Emir von Katar, ins Leben gerufen. Den Vorsitz über die Organisation hat Ihre Hoheit Scheicha Moza bint Nasser inne.

Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe konzentriert sich die QF auf drei strategische Schwerpunkte: Bildungsarbeit, Wissenschaft und Forschung sowie Gemeinwesenarbeit. Im Rahmen des Schwerpunkts Bildungsarbeit lädt die QF Weltklasse-Universitäten nach Katar ein, um so zum Aufbau eines Bildungssektors beizutragen, der jungen Menschen neben der nötigen inneren Einstellung auch jene Fähigkeiten vermittelt, die in einer wissensbasierten Wirtschaft unabdingbar sind. Durch die Entwicklung und Vermarktung von Lösungen mittels wissenschaftlicher Methoden fördert der Schwerpunktbereich Wissenschaft und Forschung indessen die Innovations- und Technologiekompetenz Katars. Und im Rahmen des Schwerpunkts Gemeinwesenarbeit trägt die Stiftung schliesslich zum Aufbau einer fortschrittlichen Gesellschaft bei, wertet das Kulturangebot auf, schützt das kulturelle Erbe Katars und befasst sich zudem mit dringenden sozialen Bedürfnissen der Gemeinschaft.

Eine vollständige Auflistung aller Initiativen und Projekte der QF ist auf http://www.qf.org.qa zu finden.

Nähere Informationen zur Qatar Foundation erhalten Sie auf Anfrage an unsere Pressestelle: pressoffice@qf.org.qa

7. Informationen zum Sidra Medical and Research Center

Das derzeit in Doha (Katar) errichtete Sidra Medical and Research Center wird ein wegweisendes Krankenhaus mit eigenem Forschungs- und Bildungsinstitut sein, das sich in erster Linie mit der Gesundheit und dem Wohlbefinden von Frauen und Kindern auf regionaler und globaler Ebene befasst. Sidra wird eine vollständig digitale Einrichtung sein, die im Klinik-, Forschungs- und geschäftlichen Bereich mit fortschrittlichsten IT-Anwendungen aufwartet. Sidras Bettenkapazität liegt zunächst bei 400 Betten. Die vorhandene Infrastruktur gestattet es jedoch, die Kapazität in einer nachfolgenden Phase auf 550 Betten zu erhöhen.

Sidra ist aus der Vision Ihrer Hoheit Scheicha Moza bint Nasser hervorgegangen, die auch als Vorsitzende der Einrichtung fungiert. Die High-Tech-Einrichtung wird künftig nicht nur weltweit erstklassige Patientenpflege bieten, sondern auch zum Ausbau der wissenschaftlichen Kompetenzen und Ressourcen Katars beitragen. Finanziert wird Sidra durch Stiftungsgelder in Höhe von 7,9 Milliarden USD der Qatar Foundation - eine der umfangreichsten finanziellen Zuwendungen, die es weltweit in diesem Bereich je gegeben hat.

Sidra ist Teil eines dynamischen Forschungs- und Bildungsumfeldes in Katar, dem verschiedene international führende Institute angehören. Hierzu zählt beispielsweise das Weill Cornell Medical College in Qatar, Sidras akademische Partnereinrichtung. Durch starke Partnerschaften mit führenden Instituten aus aller Welt schafft Sidra ein Bildungsumfeld, das durch Investitionen in die medizinische Forschung zu wissenschaftlichen Entdeckungen beiträgt.

Sidra wird über eine völlig einzigartige Arbeitsstruktur verfügen, deren Mittelpunkt die interprofessionelle Zusammenarbeit bildet, um Patienten die bestmögliche ganzheitliche Betreuung und seinen medizinischen Fachkräften eine beispiellose Lernumgebung bieten zu können. Dabei wird Sidra das Beste aus Design, Technologie, Betrieb und Praxis von medizinischen Zentren aus aller Welt übernehmen, um für Mitarbeiter eine Umgebung zu schaffen, die ihnen sofort vertraut erscheint und dennoch aussergewöhnlich ist.

Für nähere Informationen wenden Sie sich an:
Doha, Katar (EST +7 Stunden)
Frau Noor Al Kobaisi
nalkobaisi@sidra.org
http://www.sidra.org
 

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