EUGMS 2013

TAVI: Ein Paradigma des multidisziplinären Ansatzes zur Behandlung geriatrischer Patienten

Venedig, Italien (ots/PRNewswire) - Die 9. Tagung der European Union Geriatric Medicine Society (EUGMS), zu der Geriater aus ganz Europa herzlich eingeladen sind, hat im italienischen Venedig begonnen. Im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses wird neben der alternden Bevölkerung Europas auch die Frage stehen, wie gesundheitliche Befunde von älteren Patienten gezielt verbessert werden können. Die Implantation von Transkatheter-Aortenklappen (TAVI), wobei es sich um ein zunehmend eingesetztes minimalinvasives Herzklappenersatzverfahren für ältere Patienten mit schwerer symptomatischer Aortenstenose handelt, gilt als Musterbeispiel für eine verbesserte Gesundheitsfürsorge.

Professorin Stefania Maggi, die Präsidentin des EUGMS-Kongresses, hielt im Zuge der heutigen Eröffnungspressekonferenz eine Rede. "Bis ins Jahr 2050 werden mehr als 240 Millionen Europäer 60 Jahre oder älter sein", erklärte sie und bezog sich dabei auf den UN-Bericht zur Bevölkerungsentwicklung und -alterung 2012. "In dieser Gruppe werden nahezu 68 Millionen Menschen 80 Jahre alt oder noch älter sein. Dieser Wert übertrifft die Bevölkerungszahl der meisten europäischen Länder, darunter Italien, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Diese bedeutende Herausforderung für das europäische Gesundheitssystem erfordert innovative Lösungen und Therapien."

Bei der EUGMS-Keynote-Rede von Professor Alain Cribier im Zuge der Eröffnungsfeier am 2. Oktober stand eine innovative Lösung besonders im Vordergrund. Cribier hat das TAVI-Verfahren entwickelt und mit seinem Team im Jahr 2002 auch den ersten Eingriff durchgeführt. "TAVI ist ein hervorragendes Beispiel für ein neues Verfahren, das insbesondere älteren Patienten mehr Lebensqualität bietet", sagte er. "Seit dem ersten Eingriff vor über zehn Jahren haben trotz anfänglichen Widerstands mittlerweile über 80.000 Patienten von TAVI profitiert."

Professor Cribier wies darauf hin, dass heutzutage etwa 8 Prozent der Bevölkerung im Alter von 85 Jahren damit rechnen müssen, an einer Aortenstenose zu erkranken. Die Erkrankung äussert sich durch eine Kalzifikation und Versteifung der Aortenklappe. "Da ältere Menschen einen immer grösseren Anteil an der Gesamtbevölkerung stellen, wird sich die Aortenstenose zu einer erheblichen Belastung entwickeln", erklärte er. "In Anbetracht der Tatsache, dass keinerlei krankheitsmodifizierenden medikamentösen Therapien zur Verfügung stehen und dass zahlreiche Patienten inoperabel sind oder aufgrund des hohen Risikos nicht für eine Operation am offenen Herzen infrage kommen, ist TAVI als sehr bedeutender Entwicklungsschritt zu sehen."

Um ein besseres Verständnis der Rolle von Geriatern bei der Behandlung der Aortenstenose zu erlangen, sind die Mitglieder der EUGMS gebeten worden, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. "Die Umfrage ergab, dass eine umfassendere Einbindung von Geriatern in die Behandlung der Aortenstenose mit erheblichem Potenzial verbunden ist", so Prof. Andrea Ungar, Vorsitzender der TAVI-Arbeitsgruppe der EUGMS. "Bei TAVI werden Entscheidungen von multidisziplinären Teams getroffen. Insbesondere im Hinblick auf Gebrechlichkeit, Ernährung und altersbedingte Behinderungen sind die gedanklichen Anstösse von Geriatern ausserordentlich wertvoll."

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die geriatrische Medizin zu einem medizinischen Spezialgebiet entwickelt und den besonderen Erfordernissen von erhöhter Lebenserwartung und komplexer Gesundheitsfürsorge im Alter umfassend Rechnung getragen. "Zu den spezifischen Kompetenzen des Geriaters zählt neben der Erstellung umfassender geriatrischer Gutachten auch der Umgang mit älteren Menschen", bemerkte Professor Jean-Pierre Michel, der Präsident der EUGMS. "Die Erkrankung kann sich in unspezifischer und atypischer klinischer Form äussern und Patienten können multiple Komorbiditäten aufweisen. In diesem Fall ist es erforderlich, mit weiteren Spezialisten zusammenzuarbeiten, wie beispielsweise mit Allgemeinmedizinern, Pflegern sowie Fachleuten aus dem paramedizinischen Bereich. Im Hinblick auf TAVI sollten Geriater fester Bestandteil der Kardiologieteams sein, damit sie von Anfang an und während der gesamten Rehabilitation in die Behandlung von Patienten eingebunden sind", erklärte er abschliessend.

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