Basel (ots) - Am 11. April 2013 fand im Hotel Merian Basel die Podiumsdiskussion statt: Frauen führen anders - Was hat die Gesellschaft von mehr Frauen im Management? Lisa Feldmann, Chefredakteurin annabelle, Ann-Kathrin Sauthoff-Bloch, Unternehmensberaterin, Prof. Dr. Ursula Keller, Physikprofessorin ETH Zürich und Direktorin vom Nationalen Forschungsverbund NCCR MUST, und Dörthe Huscheck, ehemalige Präsidentin des Verwaltungsrates Swarowski Schweiz AG, diskutierten unter der Moderation von Stefanie Windhausen, TV-Journalistin.

Die Gesellschaft profitiert auf wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und auch auf politischer Ebene von mehr Frauen in Führungspositionen. Sie setzen durch ihre anderen Sichtweisen, ihre Werte und ihr unterschiedliches Handeln wichtige neue Impulse zur Weiterentwicklung von Unternehmen, Organisationen und Systemen und damit der Gesellschaft. Die Podiumsteilnehmerinnen waren sich einig, dass es immer wichtiger wird, Frauen als Fachkräfte in der Wirtschaft halten zu können. Unsere Volkswirtschaft kann es sich nicht mehr leisten, dass kompetente Frauen nach nur wenigen Jahren aus dem Arbeitsprozess ausscheiden um Kinder zu betreuen. Darum braucht es bessere Infrastruktur: Ideal wären kostenlose, ganztägige Betreuungsangebote. Als Anreiz, Frauen in der Arbeitswelt zu halten, sind Karrierechancen wichtig. Frauen müssen dieselben Möglichkeiten wie Männer haben, in Unternehmen aufzusteigen. Über eine Quotenregelung für Frauen in Führungspositionen wurde kontrovers diskutiert. Die Befürworterinnen sehen sie als einzige Möglichkeit, mehr Frauen in die Chefetagen zu bringen, und fordern Sanktionen für Unternehmen, die Quotenziele nicht erreichen. Belohnung für Unternehmen, die Frauen fördern, wird als andere Massnahme vorgeschlagen, zum Beispiel ein Preis für "Best Governance in Diversity". Dass sich etwas verändern muss, dass Frauen gefördert werden müssen, darüber ist man sich einig. Auch wenn junge Frauen oft betonen: "Das habe ich nicht nötig." Das Podium: "Sie wissen noch nicht, dass sie es sehr wohl nötig haben werden."

Die Statistiken zeigen, dass die "gläserne Decke" für Frauen in vielen Unternehmen immer noch existiert. Wünschenswert wäre ein Umdenken auch bei Männern, die immer noch die Spielregeln bestimmen. Ohne deren Unterstützung werden sich Unternehmenskulturen nicht ändern. Eine Stelle sollte an die Person vergeben werden, die dafür am besten geeignet und qualifiziert ist, "und nicht der Kumpel, der dem Manager einen Gefallen getan hat." Dringend benötigte Potenzialträgerinnen für Wissenschaft und Wirtschaft müssen erkannt, motiviert und gefördert werden, dass sie die gläserne Decke durchbrechen können und sich - im Extremfall - nicht frustriert auf die Mutterrolle zurückziehen.

Einigkeit herrscht im Podium auch, wenn es darum geht, Rollenklischees entgegenzuwirken. Oft werden Frauen, die arbeiten, in der Schweiz noch als "Rabenmütter" gesehen. Hier, beim "Mami-Mythos" muss dringend ein Umdenken stattfinden.

Organisiert wurde der Abend vom Schweizer Chapter des EWMD, European Women's Management Developement International Network. Es unterstützt seit 25 Jahren Frauen in Führungspositionen durch Wissensvermittlung, Erfahrungsaustausch, gegenseitiges Coaching und Networking. Das Netzwerk macht Frauen Mut und fördert sie auf ihrem Karriereweg.

Weitere Informationen: http://www.ewmd.org/node/15080

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Jessica Andresen
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