Neue Osnabrücker Zeitung

Kommentar zu Atom
Castor
Transporte

Osnabrück (ots) - Bis an die Grenze

Allen Ankündigungen zum Trotz: Verletzte Demonstranten und Polizisten zeigen, dass friedlicher Protest bei diesem Castortransport ein Wunschdenken bleiben wird. Diese voraussichtlich letzte Fahrt aus La Hague nach Gorleben ist für viele Widerständler ein Symbol. Schmierereien an Hauswänden wie "Die letzte Schlacht gewinnen wir" deuten darauf hin, dass die Fahrt des hoch radioaktiven Mülls so lange wie möglich aufgehalten werden soll, notfalls mit Gewalt. Das lässt bis zur Ankunft der Behälter schlimme Stunden befürchten.

Die Polizei ist zudem bis an ihre Grenzen gefordert. Ausgerechnet an diesem Wochenende müssen Tausende Beamte auch bei der Abstimmung über das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 für Sicherheit sorgen. Dazu kommen Einsätze gegen den rechten Terror und die Präsenz bei Bundesliga-Fußballspielen. Ein überlasteter Polizeiapparat und gewaltbereite Demonstranten wären eine hochexplosive Mischung. Da beruhigt es wenig, dass die Menschen im Wendland ein friedliches Zeichen gegen Atomkraft setzen wollen.

Der Verlierer des Castor-Wochenendes ist das Land Niedersachsen. Rund 30 Millionen Euro wird der Polizeieinsatz kosten. Steuergeld, das bei der Ausstattung für Schulen und Bibliotheken eingespart werden muss. Das macht wütend. Denn der Castortransport ist kein niedersächsisches Problem, sondern eines, das Niedersachsen aufgebürdet wird.

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