Neue Osnabrücker Zeitung

Kommentar zu Discounter
Reisen

Osnabrück (ots) - Mehr Verantwortung

Ein Pfund Butter, einen Liter Milch und dann bitte noch eine Kreuzfahrt in die Karibik - jeder Supermarkt hat inzwischen Urlaubsreisen im Angebot. Bisher waren die Discounter nur Vermittler, nicht aber Veranstalter von Reisen. Lidl verkaufte Reisen von Paneuropa, einem Joint Venture von Thomas Cook, und Aldi von Berge & Meer, der Direktvertriebs-Tochter des Marktführers TUI.

Die großen Profis der Reisebranche konnten so ohne Imageschaden ihre Reste verramschen. Und auch den Discountern ging es weniger um Gewinne als darum, dem Kunden zu zeigen, dass man ihm wirklich alles bieten kann. Mit der Ankündigung, eigene Hotelzimmer und Schiffskabinen einzukaufen, wechselt Lidl nun die Seiten: Als Veranstalter kann der Discounter mit dem Verkauf von Reisen bald vielleicht auch richtig Kasse machen.

Doch hat natürlich auch das seinen Preis: Denn anders als Reisevermittler tragen Veranstalter ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber ihren Kunden. So erwarten 95 Prozent der Bundesbürger im Krisenfall eine umfassende Betreuung. Die dafür nötigen Strukturen kosten die Großen der Branche Millionen. Im Rekordjahr 2010 mussten ihre Krisenstäbe von der Aschewolke über Hurrikan bis Fluglotsenstreik für 17 Krisen Notfallpläne entwickeln und umsetzen.

Gute Veranstalter müssen viel mehr können als Reisen verkaufen.

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