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Lehrplan 21 - Pro Juventute begrüsst Verabschiedung: Kantonale Umsetzung als Chance für eine zukunftsfähige Schule

Zürich (ots) - Heute Freitag hat die D-EDK über die Verabschiedung des Lehrplans 21 informiert. Pro Juventute begrüsst diesen Entscheid dezidiert, besonders die Konzentration auf die entscheidenden Modullehrpläne wie 'Medien + Informatik'. Ab sofort sind die Kantone mit der Umsetzung in die kantonalen Lehrpläne betraut. Für diesen Schritt muss der Lehrplan nun praxisnah und verbindlich im Unterricht umgesetzt werden. Dafür nötig ist die zeitliche Verbindlichkeit pro Schuljahr sowie eine klar geregelte Zuständigkeit. Die Jugendorganisation fordert die Kantonen daher auf, eine verbindliche Mindestanzahl von Stunden festzulegen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Kinder die Chance erhalten, einen verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien zu erlernen.

Pro Juventute begrüsst die Verabschiedung des Lehrplan 21 durch die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK). «Wir freuen uns sehr, dass die D-EDK den Lehrplan 21 zur Einführung freigegeben hat», sagt Urs Kiener, Kinder- und Jugendpsychologe und Leiter Programme und Dienstleistungen von Pro Juventute. Der neue Lehrplan biete die Chance, die Volksschule für aktuelle und künftige Anforderungen zu rüsten. «Besonders erfreulich ist die Vereinfachung des Lehrplan 21 und die Konzentration auf die entscheidenden Inhalte wie des Modullehrplans Medien + Informatik», sagt Kiener. Kiener zeichnet sich bei Pro Juventute gemeinsam mit dem Fachbereich Medienkompetenz sowie dem Fachbereich Politik von Pro Juventute verantwortlich für die Erarbeitung der Inhalte des Modullehrplans Medien + Informatik, die Pro Juventute mit Partnern zuhanden des Lehrplan 21 eingereicht hatte und die nun übernommen wurden.

Praxisnahe Umsetzung mit verbindlicher Stundenanzahl

Die Verabschiedung ist laut Pro Juventute der entscheidende Schritt für die nun anstehende Umsetzung in den Kantonen. Die Kantone sind aufgefordert, eine praxisnahe Umsetzung und eine verbindliche Mindestanzahl an Stunden für den Modullehrplan Medien + Informatik festzulegen. Eine solche Vorgabe einer zeitlichen Verbindlichkeit fehlt derzeit. Ohne zeitliche Verbindlichkeit drohe die Vermittlung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Neuen Medien jedoch weiterhin zwischen Stuhl und Bank zu fallen. Davor warnt die Jugendorganisation.

Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer nötig

«Wir werden nun auf die Kantone zugehen und unsere Unterstützung bei der Umsetzung anbieten», sagt Kiener. Im Modullehrplan Medien + Informatik müssen im Unterricht die dringend notwendigen technischen und sozialen Fertigkeiten der Medienkompetenz zielgerichtet vermittelt werden. In vielen Schulen in der Schweiz fehlt es gemäss Erfahrung von Pro Juventute an Erfahrung und geeignetem Rüstzeug für die Vermittlung von Medienkompetenz. Die Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer wie auch die Bereitstellung geeigneter Lehrmittel ist daher eine zwingende Voraussetzung für die jetzt anstehende Arbeit. Wichtig für die Kinder sei es, so Pro Juventute, dass Medienkompetenz bereits von Anfang an, das heisst im 1. Zyklus, und kontinuierlich, also über alle Stufen hinweg, vermittelt wird. Als Referenz kann den Kantonen die Empfehlung des Richtwerts von einer Stunde pro Woche dienen.

Um Lehrpersonen dabei zu unterstützen, bereits heute ihren Schülerinnen und Schülern einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien näher zu bringen, führt Pro Juventute in der ganzen Schweiz spezifische Medien-Workshops für Schulen durch. Kinder und Jugendliche lernen dabei, die Chancen der Medien zu nutzen und gleichzeitig ein Bewusstsein für die entsprechenden Risiken zu entwickeln. Die Experten unterstützen auch Eltern im Rahmen von Elternveranstaltungen (www.projuventute.ch/medienprofis). Diese Arbeit dient als Grundlage für die jetzt anstehende Unterstützung bei der Umsetzung des Lehrplan 21 an den Schulen.

Positionspapier Medienkompetenz von Pro Juventute: http://www.projuventute.ch/Stellungsnahmen.154.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=479&cHash=34d7c47b35a0be663077a9c6371a09d2

Informationen zum Workshop 'Pro Juventute Medienprofis': http://www.medienprofis.ch/Medienprofis.2092.0.html

Für Rückfragen und weitere Informationen:


Marianne Affolter, Leiterin Kommunikation und Politik Pro Juventute
Schweiz, Tel. 044 256 77 74, 079 659 67 33, E-Mail:
marianne.affolter@projuventute.ch, www.projuventute.ch



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