Schweizerischer Städteverband / Union des villes suisses

Der Schweizerische Städtetag in Genf und Lancy zum Thema sozialer Zusammenhalt

Bern (ots) - Aus Anlass des 200-Jahr-Jubiläums des Beitritts von Genf zur Eidgenossenschaft findet der Schweizerische Städtetag 2015 in Genf und Lancy statt. Rund 250 Delegierte und Gäste des Schweizerischen Städteverbandes diskutierten über den sozialen Zusammenhalt in einer immer vielfältigeren Gesellschaft. Bundesrat Alain Berset rief dazu auf, die demografischen Entwicklungen als Anlass zu einem gesellschaftlichen Aufbruch zu nutzen.

Alljährlich treffen sich Ende August die Vertreterinnen und Vertreter der Schweizer Städte zum Städtetag. Die Gastgeber des Städtetags 2015 sind aus Anlass des 200-Jahr-Jubiläums des Beitritts von Genf zur Eidgenossenschaft die Städte Genf und Lancy. Dies sei «eine willkommene Gelegenheit, unsere Verbundenheit mit der Schweiz zu unterstreichen», hielt Frédéric Renevey, Stadtpräsident von Lancy, fest. Weiter wies er darauf hin, dass in Lancy 1816 die Grenzen des Kantons Genf und damit der Schweiz festgelegt wurden.

Was sichert den sozialen Zusammenhalt?

Thematisch steht der Städtetag 2015 unter dem Titel des sozialen Zusammenhalts. Folgende Fragen stehen im Zentrum: Was hält eine städtische Gesellschaft zusammen? Was trägt zum sozialen Frieden, zu Toleranz, Solidarität und Offenheit für das Andere bei? Und welche Einflussmöglichkeiten hat die Politik? Was sind die Anregungen und Vorschläge aus der Wissenschaft und was meinen Praktiker aus Städten und Gemeinden dazu? Für Städte und Agglomerationen, die dicht besiedelt sind, ist es typisch, dass unterschiedliche Menschen zusammenleben. Mitunter trägt gerade die Diversität zur Lebendigkeit, Dynamik und Attraktivität von Städten und städtisch geprägten Gemeinden bei.

Sandrine Salerno, Stadträtin von Genf, erinnerte daran, dass die Städte mit gezielten, innovativen und effizienten Massnahmen wesentlich zum sozialen Zusammenhalt beitragen. Dabei gelinge es den Städten, anstelle von bekannten Rezepten neue Ansätze zur Förderung des Zusammengehörigkeitsgefühls zu entwickeln. «Dafür brauchen die Städte aber auch genügende finanzielle Mittel», betonte Sandrine Salerno mit Blick auf die derzeitige Debatte über die Unternehmenssteuerreform III.

In seiner Ansprache hob Bundesrat Alain Berset ebenfalls die kulturelle Durchmischung als einen zentralen Faktor für die Attraktivität der Städte hervor. Er warnte davor, dass Städte ihren urbanen Charakter zu verlieren drohen, wenn ärmere Bevölkerungsgruppen aus den Städten verdrängt werden. Berset zeigte sich überzeugt: «Nur eine durchmischte Stadt ist eine innovative und lebendige Stadt». Deshalb plädierte der EDI-Vorsteher für eine Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Diese Forderung nach «sozialen Bürgerrechten» gelte es auch in Reformvorhaben wie der Altersvorsorge 2020 umzusetzen, so Bundesrat Berset weiter.

Sami Kanaan und Marco Borradori neu im Vorstand des Städteverbandes

Mit Sami Kanaan, Stadtrat von Genf und Marco Borradori, Stadtpräsident von Lugano, wählte die Generalversammlung zwei neue Mitglieder in den Vorstand des Städteverbandes. Sami Kanaan tritt die Nachfolge seiner Kollegin in der Genfer Exekutive, Sandrine Salerno, an, welche nach sieben Jahren im SSV-Vorstand zurücktrat. Marco Borradori ersetzt die bisherige Stadtpräsidentin von Locarno, Carla Speziali, womit die Tessiner Vertretung im Vorstand des Städteverbandes vom Sopra- in den Sottoceneri wechsel. Speziali war seit 2004 Mitglied des SSV-Vorstandes.

Die Referate zum Städtetag finden sich unter: www.staedteverband.ch

Kontakt:

Nationalrat Kurt Fluri, Präsident des Schweizerischen
Städteverbandes, Stadtpräsident von Solothurn, 079 415 58 88

Sandrine Salerno, Stadträtin von Genf (Kontakt via Valentina Wenger,
079 508 24 34, valentina.wenger@ville-ge.ch)

Myriam Boussina, 022 706 15 30, m.boussina@lancy.ch
Renate Amstutz, Direktorin des Schweizerischen Städteverbandes, 079
373 52 18



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