Opel kommt nicht zur Ruhe - Kommentar von Gerd Heidecke

Essen (ots) - Zieht sich der langjährige Opel-Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz vorzeitig zum Jahresende aus dem Amt zurück, weil er mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen sich gerechnet hat? Es gibt Indizien dafür, letztendlich dürfte die Frage kaum zu klären sein. Wenn dem so wäre, dann würde Franz damit zumindest den weiteren Schaden für "seine" Firma verringern. Da Klaus Franz aber nicht nur ein altgedienter Gewerkschaftsfunktionär ist, sondern mehr als jeder andere Arbeitnehmervertreter in Deutschland wie ein Gesicht für sein Unternehmen steht, färbt der bloße Verdacht der Untreue durch ungerechtfertigte Zahlungen an sich und andere Betriebsräte auch auf die Marke ab. Bleibt nur zu hoffen, dass der rechtliche Aspekt der Sonderzahlung schnell geklärt wird. Moralisch ist das betriebene Versteckspiel um vom Unternehmen bezahlte Gelder für unabhängige Betriebsräte eh nicht zu rechtfertigen. Dem Nachfolger von Franz beschert dies alles keinen Bilderbuchstart, und dies in einer Zeit, in der wieder über Einsparung, Sanierung und Arbeitsplatzabbau bis hin zu Werksschließungen bei Opel diskutiert wird.

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