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Abkassieren mit System. Kommentar von Matthias Korfmann

Essen (ots) - Der Eindruck, den so ziemlich jeder hat, der ein Auto fährt, ist ja richtig: BP, Aral, Esso, Shell, Jet und Total führen uns beim Benzinpreis total an der Nase herum. Abzocke ist Alltag an den Zapfsäulen, besonders aber zu Ferienbeginn und vor Feiertagen. Die Unternehmen müssen sich noch nicht einmal groß absprechen. "Sie verstehen sich ganz ohne Worte", sagt der Chef des Bundeskartellamtes. Das einzig Gute daran ist, dass wir uns auf diese moderne Form der Wegelagerei verlassen können: Kurz vor Weihnachten wird der Sprit erheblich teurer sein als jetzt. Da macht sich leichter Grimm breit, der spätestens dann zur hellen Wut heranreift, wenn die Sprecher der Ölmultis mal wieder alle möglichen, oft fadenscheinigen Argumente herbeizaubern, um dieses systematische Abkassieren auch noch in Watte zu packen. Das Beispiel Österreich bringt nichts, sagen deutsche Minister. Sie möchten lieber die "Macht des Oligopols" brechen. In der Tat eine stolze Aufgabe, an der schon viele gescheitert sind. Dabei haben unsere Nachbarn zumindest einen Vorteil, den deutsche Autofahrer auch gerne hätten: Österreicher wissen genau, wann Sprit relativ billig ist: kurz vor der täglichen Preiserhöhung um 12 Uhr. Was bleibt uns? Möglichst an der "Freien" tanken. Und hoffen, damit die Multis wenigstens ein bisschen ärgern zu können.

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