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Tödlicher Terror von Rechts. Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Eine rechtsradikale, terroristische Mörderbande, die durch die Republik reist und dabei wahllos türkische und griechische Kleinhändler sowie eine Polizistin erschießt. Was wie eine Horrorvision klingt, ist nach den jüngsten Enthüllungen im Fall der so genannten Döner-Morde ein realistisches Szenario. Auch wenn im Moment noch manches unklar ist: Erhärten sich die Hinweise von Polizei und Staatsanwaltschaft auf einen rechtsradikalen Hintergrund der bisher rätselhaften Mordserie, bekommt die Gefahr, die von Gewalttätern der extrem rechten Szene ausgeht, eine bisher ungekannte - und ungeahnte - Dimension. Das gilt auch für die Fahnder in Sachsen. Denn die erklärten gestern, sie hätten das verdächtige Trio, das womöglich schon seit den 90er-jahren aktiv war, bislang überhaupt nicht auf der Rechnung gehabt. Dies spricht entweder für das äußerst professionelle und konspirative Vorgehen der Bande - oder aber für den fehlenden Einblick der Ermittler in die einschlägige Szene. Beides wäre Anlass zu größter Sorge. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang. Die Behörden untersuchen aber bereits mögliche Verbindungen der Rechtsextremen zu Anschlägen auch in Nordrhein-Westfalen. Nicht ausgeschlossen also, dass das ganze Ausmaß des Falls noch gar nicht aufgedeckt ist.

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