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Grundschule in Not. Kommentar von Tobias Blasius

Essen (ots) - Wenige Wochen nach dem historischen Schulkonsens in NRW schreckt die nächste Alarmmeldung die Bildungspolitik auf: Jede achte Grundschule im Land ist von der Schließung bedroht. Diesmal geht es nicht um große pädagogische oder ideologische Fragen, über die bei der Zangengeburt der neuen "Sekundarschule" noch so lustvoll gestritten wurde. Das Problem des Primarbereichs ist vielmehr ein rechnerisches: Vielerorts werden zu wenige Kinder geboren, um Schulstandorte aufrecht zu erhalten. Gerade im ländlichen Raum und in Teilen des alternden Ruhrgebiets könnten die gesetzlichen Mindestanforderungen für den Grundschulbetrieb bald nicht mehr erfüllt werden.

Die Schulpolitik muss das Problem endlich ernst nehmen. Geld, Fantasie und Aufmerksamkeit gehören dorthin, wo sich Lebensqualität und wirtschaftlicher Erfolg einer ganzen Gemeinde entscheiden.

Wer kleinen Kindern keine zumutbaren Schulwege anbietet, braucht im Wettbewerb um Investoren, Unternehmer und Einwohner erst gar nicht anzutreten. Kleinste Klassen, jahrgangsübergreifender Unterricht, Verbundmodelle - der Instrumentenkasten ist voll. Höchste Zeit, ihn beherzt zu nutzen.

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